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Seharte 680
mänt, adj.: bezaubernd, allerliebst. Das frz. charmant, Part. Präs. von charmer sbezauberm, u. dies von frz. charme m. Zauber» aus lat. carmen n. Zauberlied». Bei Stieler Zeitungs- lust 1695. 4 BL. Scharmänte, f.: Geliebte, im 18. Jh. in der Studentensprache.
Scharmützel, n.(—s, Pl. wie Sg.): Klein- gefecht. Mhd. scharmutzel, scharmützel m., aus ital. scaramuccio m., scaramuccia f. ckleines Ge- fechto, von ital. schermire, schermare«fechtenꝰ, das auf mhd. schirmen, schermen«fechten» zu- rückgeht. 4B L. scharmützeln, v., spätmhd. scharmutzeln, scharmützeln, ebenso schar- mutzieren(Goethe 17, 111), jetzt bes.«ein Wortgefecht führen, liebelny, spätmhd. schar- mizieren neben scharmutzen, scharmützen.
Schar(re)n, m.(-, Pl. wie Sg.): öffent- liche Fleisch-, Brotbank. Noch hess.-rheinfrk. Nd. Scharn m., 1540 bei Alberus dict. q 1³ Scharn f., mnd. im 15. Jh. scharne, scherne f., md. im 15. u. 16. Jh. schirn f.(noch hess.-rhein- frk.), mit ndd. Umstellung(wie Born neben Brunnen) entsprechend dem obd. Schranne f. Bank zum Feilhaltem, mhd. schranne f. Bank, Tisch», ahd. scranna f. Die glbd. ital. scranna, frz. écran m. gelten als entl. Doch ist auch das umgekehrte möglich.
Scharnier, n.(Jlels, Pl.-e): bewegliches Gelenkband am Deckelusw. Im 18. Jh. aus glbd. frz. charniere f.(lat. curdo m. f.«Türangel»).
Scharnützel, n.(-s, Pl. wie Sg.): Krämer- düte. Noch bayr. 1558 bei Lindener Katzipori Kap. 60 Scharnützel, bei Luther 5, 56 2 Schar- nützlin, 1541 bei Frisius 232²2 Gscharnützle. Aus ital. scarnuzzo m. Papierdüte».
Schärpe, f.(Pl.-n): Binde, Ehrenbinde der Offiziere. 1644 b. Duez 191 Scharp, 1678 b. Krämer Scharpe, 1694 bei Nehring Scherpe, 1716 bei Ludwig Schar fe, Scherfe, nd. Scherf f. (mit auffallendem †). Aus glbd. frz. écharpe f., auch«Armbinde»(für einen verletzten Arm), urspr. wohl die über die Schulter nieder- gehende Binde», afrz. escharpe f.«die dem Pilger um den Hals hängende Taschev. Vgl. Idg. Forsch. 14, 361.
Schärper, m.(*s, Pl. wie Sg.): Bergmanns-, Stechmesser. Noch bergmänn. u. in ndd. Ma. Bei Diefenb. gl. 237 b czerper«fixorium». Wohl entlehnt aus mlat. sarpa f., frz. serpe f.«ge- krümmtes Gartenmesser».
Scharpie, f.: gezupfte Leinwand. Das glbd. frz. charpie f., F. des Part. Pass. von afrz. charpir aus lat. carpèére«pflücken, zupfen. Bei Adelung 1793 Carpie, in Eggers Kriegslex. 1757
Carpey, ndl. bei Kilian 1598 karpie, von Campe Bereicherung 1795 als Charpie besprochen.
1Scharre, f.(Pl.-/): Werkzeug zum Schar- ren, Scharreisen. 1663 bei Schottel(als Schelt- wort für eine Frau alte Sch. 1582 bei Haynec- cius Pfriem V. 551). Nd. im 15. Jh. schar f. «Striegel, zu scharren(s. d.), entsprechend spätmhd. scher(r)e, ahd. sc(h)erra f.«Striegelꝰ, vom starken mhd. u. ülternhd. scherren, ahd. scerran(Prät. scar)«schaben, kratzen», noch bei Steinbach 1734 scherren(Präs. schirr'st, Prät. schorr, scharr, Part. geschorren), das mit scheren(s. d.) verwandt ist.
2Scharre, f.(Pl.-n): vom Boden des Koch- gefäßes Abzuscharrendes oder Abgescharrtes. 1777 bei Adelung u. bei Goethe 19, 20. Mund- artl. auch Scherre. Von scharren, v.: scharf kratzend worauf hinstreichen, mhd. scharren (Prät. schar(re)te), im Ablaut gebildet zum starken scherren(s. 1Scharre), woraus entl. afrz. eschirer, prov. esquirar«zerkratzen, nfrz. déchirer«zerreißeny». ZUS. Scharrfuß, m.: Kratzfuß, altmodische Höflichkeitsbezeugung, 1680 bei Riemer polit. Maulaffe 258. Scharr- hans, m.(-en, Pl.-en): Held durch Maul u. Geberde, bei Luther 5, 46 b u. o., zu scharren in der älternhd. Bed.(16. Jh.)«schnarren, schnarrend sprechen), spätmhd. 1447 scharren «schnarcheny, verw. mit ahd. sc(h)erön«schnar- chenꝰ, nd. scharen räuspern».[s. Schar.
Scharren, s. Scharn. Scharschmied,
1Scharte, f.(Pl.-n): die Pflanze serratula. 1482 im Voc. theut. cc 22 schart, benannt nach den tiefen, gleichsam schartigen Einschnitten unten in den außerdem stark gezähnten Blät- tern. Eins mit dem folg.
*Scharte, f.(Pl.-n): durch Schneiden, Hauen od. Brechen entstandne Offnung, Lücke, Spalte. Mhd. schart(e) f., auch«ausgebrochnes Stück», bei norddeutschen Schriftstellern seit dem 16. Jh. bisweilen Schart m.(Waldis Esopus 3, 96, 67, Micrälius Pommern 2, 206); dazu mnd. schart n., ndl. schaard f.«Scharte, Scherbe von gebrochnem Geschirrꝰ, ags. sceard n.«Scharte, Scherbe», engl. shard, sherd. Wie das Adj. (urspr. Part. auf-?) mhd. schart, ahd. scart«zer- hauen, verletzt, verstümmelt, schartig», asächs. scard, afrs. skerde, ags. sceard, anord. skardy, abgeleitet von scheren(s. d.). Davon verschie- den das Subst. spätmhd. schart m. n., Pl. schert Tiegel, Pfanne auf Füßen», ahd. scarta f. u. scartisan n.«Rost(durchbrochnes Eisengestell zum Braten)», noch nürnberg. Schart m. n. ckupferner Tiegel zum Pastetenbacken»; dazu


