Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
677-678
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677 Schäre

scharmant 678

butus, scorbotus m. dagegen beruht auf An- lehnung an ndl. b0t n., 1477 clev. butt«xKnocheny, da die Krankheit Abgeschlagenheit der Glieder u. Schmerz in den Knochen mit sich bringt G. Skorbut); die älteste Form anord. skeyrbjãgr m.(13. Jh.), schwed. skérbjugg, dän. slejörbug stammt nach Falk-Torp aus dem Mnd. Nach andern ist mlat. scorbutus die Quelle der germ. Wörter. Nach ZfdW. 9, 20 soll dies aus russ. skrobotu m.«Kratzem stammen. ZUS. Schar- bockskraut, n.: die Pflanze ranunculus fi- caria, deren scharfer bittrer Saft als Heilmittel gegen den Sch. gebraucht wurde, 1534 bei Cor- dus u. 1540 b. Alberus dict. DD 2, daher selbst Sch. genannt(1777 bei Adelung).

Schäre, f.(gew. Pl. Schären): Seeklippe, insbes. an der schwed. Küste bei Stockholm. Bei P. Fleming 81 der Pl. Scheren(vom J. 1636), schon mnd. schere, skere, aus schwed. skär n., dän. skjär n., anord. sker n.«Seefels, Seeklippe, Klippeninsel nahe der Küstez. Dazu ahd. scorro m. Felsvorsprungy, mnd. schör(e), schare n. Gestade, Küste», engl. shore«Küste». Viell. zu scheren(s. d.), also urspr.«abgeschnittnes, ab- gespaltnes Felsstück»; der Geschlechtswechsel erfolgte wohl in Anlehnung an*Schere(s. d.).

scharen, s. Schar.

scharf, adj.: schneidend; ein- und durch- dringend; ganz genau(im 14. Jh.). Alternhd. auch scharpff, mhd. schar(p)p, scharf u. scherpfe, scherf(Komp. scher p)fer, Sup. scher(p)fest), md. scharp, ahd. scarph, scarf«schneidend, durchdringend, heftig»; dazu äsächs. scarp, mndl. scherp, schaerp, afrs. skarp, skerp, ags. scearp, engl. Sharp, anord. skarpr(auch cein- geschrumpft, mager, unfruchtbarſvom Boden], uneben, rauh, stark», wohl durch Vermi- schung mit einer andern Wa.), schwed.-dün. skarp. Wohl aus sᷣzarbnäs u. gleichen Stammes wie scharben, schürfen(s. d.), ahd. screvõn cein- schneiden». Dies ist wohl urverw. mit lett. skrabt aushöhlen, kratzen, schabenꝰ, lit. dt- skrabai pl. m.«Abfall von Zeug, abg. oskrebq cschabe, kratzey. Dazu noch zahlreiche Neben- formen, die man als Erweiterung der in scheren vorliegenden Wz. betrachtet. Neben sch. steht die Nebenform mhd. sarf, sarpf u. serpfe, ahd. sarf, sarpf u. sarpfi«scharf, rauh, grausamꝰ, das man mit abg. siꝝpa m. Sichelo, lat. sarpére cbeschneiden», gr. Gpun f.«Sichel» zusammen- stellt. Vgl. Idg. Forsch. 17, 4599. Aus dem Germ. entl. ital. scarpa f.«scharf abfallender Boden, Böschung», davon frz. escarpe f.- schungy, escarper«senkrecht abschneiden».

4B. Schärfe, f., mhd. scher(p)fe, ahd. scarfe f., gew. sarfi, sarphi, serfi f. schärfen, v., mhd. scher(p)fen, ahd. serfan(Prät. sar fta) cein- und durchdringend machen. ZUS. Scharf- blick, m., bei Musäus Volksm. 2,77. Scharf- macher, m., Schlagwort, das 1895 durch eine Kußerung des Freiherrn von Stumm aufkam. Vgl. Ladendorf. Scharfrichter, m.: mit dem Schwert Hinrichtender, 1480 westerw. scharp- richter(Weist. 1, 629). Scharfschütze, m., 1777 bei Adelung. scharfsichtig, adj., mhd. im 14. Jh. scharpfsihtig cmit stechendem Blick», 1561 bei Maaler scharpffsichtig«weitsehends, 1663 b. Schupp 444 geistig scharf erkennend. Scharfsinn, m., im Garg. 273, dafür mhd. scharfer sin. scharfsinnig, adj., im 15. Jh.

Schargang, s. scharen.[scharpfsynnick.

Scharlach, m.(-s, Pl.-e): hochrotes Tuch; hochrote Farbe; Scharlachfieber(in neuer Zeit, s. u.). Mhd. scharlach(en) n.(letztres auch m.) neben scharlãt m.«feines kostbares morgenlän- disches Wollenzeug von hochroter, aber auch brauner usw. Farbey; dazu mnd. scharlaken u. scharlot, mndl. scaerlaken, auch bei Luther Scharlacken m. Mit Umdeutschung auf mhd. lachen n.«Mantel, Tuch»(s. Laken) entl. aus glbd. mlat. scarlatum, scarletum n., von pers.- türk. sagirlät. 4BL. scharlachen, adj., mhd. scharlachin, scharlachen u. scharlatin, bei Luther scharla(c)ken. ZUS. Scharlach- farbe, f., mhd. scharlachvarwe. Scharlach- fieber, n., 1777 bei Adelung, aber schon mlat. im 14. Jh. febris scarlatina.

Scharlatan, m., bayr öst. auch Charla- tan(-Lels, Pl.-e): Marktschreier, Quacksalber. Das frz. charlatan m., aus ital. ciarlatano m. von ciarlare«schwatzenz. Im 17. Jh. entlehnt.

Scharlei, m.(-els, Pl.-e): der römische Salbei, salvia horminum. Auch der Boretscho, wie schon 1482 scharley;, 1394 scarley, mhd. scarleige(Sumerl. 55, 14), doch ahd. scaralega, scaraleia, scareleia(vgl. Zfd W. 6, 196)«wilder Salbei». Der nach Naturähnlichkeiten auch auf andre Pflanzen übertragne Name scheint sich aus mlat. sclaregia, sclarea f.(daher ital. schiarea f.) gebildet zu haben.

scharlénzen, v.: gefallsüchtig und leicht beweglich sich bald da- bald dorthin wenden. Bei Goethe 16, 124(j. Goethe 3, 701). Ent- wickelt aus älternhd. schalantzen(Agricola Sprichw. Nr. 97) cmüßig umhergehen od. um- herschlendern», einer Streckform zu schlenzen (§. d.). Vgl. Schröder Streckformen 1 ff.

scharmänt, bayr. auch, öst. nur char- 43*