Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
675-676
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675 Schapp

Scharbock 676

Viell. zu Schank, Schrank, vgl. Btr. 29, 503. Schwüb. Schanz f. Stellbretty dagegen ist entl. aus ital. scancia, scansia f.«Gestell für Gläser und Bücherz, das wahrscheinlich auf Schank (s. d.) zurückgeht. Auf den Kriegsschiffen des 16. 18. Jh. hieß Sch. das erhöhte und stark armierte Hinterkastell. 4L. schanzen, v.: Schanzen aufwerfen(1561 bei Maaler, 1547 bei Soltau Volksl. 1, 384); schwer arbeiten(1741 bei Frisch). ZUS. Schanzkorb, m., 1561 bei Maaler. Schanzläufer, m.: leichter kurzer (Frauen-) Oberrockmit Armeln, um 1800, urspr. ein kurzer, weiter, vorn offner mantelähnlicher dicker Oberrock der Schiffsleute beischlechtem Wetter(1783 bei Jacobsson), nd. schanzloper, schanslöper, ndl. schanslooper. Schapp, ndd. Form für Schaff(s. d.). Schappel, n.(-s, Pl. wie Sg.): mit Gold- flittern durchzogner Myrten-, Blumenkranz als kirchlich-feierlicher Ehrenkopfputz ländlicher Jungfrauen;(m.) in der Wetterau usw. vorge- steckter kirchlich-feierlicher Strauß aus künst- lichen Blumen mit Band u. Goldflittern. Mhd. (t)schapel n., md. auch scheppel«Kranz von Laub od. Blumen als Kopfschmuck der Jung- frauen?, dann«kranzühnliches mit Perlen usw. besetztes Stirnband od. Goldreif für Mädchen, Frauen und Männer», aus afrz. chapel, nfrz. chapeau m., ital. cappello m.«Kopfbedeckung, Hut, Kranz als Kopfschmuck», von mlat. ca- pellas m.«Kopfbedeckung, Hut», Dim. von spätlat. cappa f.«Art Kopfbedeckung. 1Schar, f.(Pl.-en): das unter der Erde gehende untere Pflugeisen. Mhd. schar m. f. n., ahd. scara f. u. scaro m. neben starkem scar m.; dazu afrs. skere, schere, ags. scear, scœr m., engl. share. Von scheren(s. d.). ZUS. Schar- schmied, m.: Verfertiger von Pflugscharen. 2*Schar, f.(Pl.-en): Heeresabteilung; dann größere Anzahl, Menge. Mhd. schar(e), ahd. scara f.«Heeresabteilung, geordnet aufgestellter Heeresteil, Haufe von 4, 10 u. mehr Mann, Menge gleichartiger lebender Wesen; zugeteilte, bes. von Personen reihum zu leistende Dienstarbeit (noch in Scharewache, Scharwerk),«Froney; dazu mnd. schar m., scharef.«Heerschary, mndl. scare, scaer, afrs. skere, ags. sceura f.«pubes». Vgl. Scherge. Vielleicht zu scheren, das im anord. skera«ritzen, durch Runenritzen den Heerbann aufbieteny bed. Vgl. Btr. 33, 466. Davon scharen, v.: in Scharen abteilen; in eine Schar gesellen. Mhd. schar(e)n, ahd. sca- rõn; dazu mnd. scharen, afrs. skaria. ZUS. 1. mit scharen: Schargang, m.:(bergm.) Gang

(Minerallagerstätte), der sich imspitzen Winkel zu einem andern schart, 1687 bei Kirchmaier Instit. metall. 96. 2. mit Schar: Scharwache, f.(Pl.-n): Personen zu öffentlichem, urspr. reihum getanem Wachdienst, 1566 bei Fron- sperger Kriegsb. 1, 50 b Scharwache, älternhd. Schariacht u. mhd. scharwahfef.; dazu Schar- wächter, m., mhd. Scharwahter, dehter. Scharwerk, n.: Fronarbeit, spätmhd. im 14. Jh. scharzwerc n., im 15. Jh. scharwerch, 1567 b. Milichius Schrapteufel C 12 Scharwwerg, mnd. Scherwerke; davon scharwerken, v.: Frondienste verrichten, dann hart oder vie! arbeiten, im 16. Jh. bei Aventin. 4, 105, 2 schar- werchen, b. Ayrer Dramen 2602, 9 scharwercken. Scharwerker, m.:(jetzt) unzünftiger Hand- werker. 1691 bei Stieler.

Scharäde, öst. auch Charãde, f.: Silben- rätsel. Im 18. Jh.(bei Herder z. Theol. 15, 408) aus glbd. frz. charade f., unsichrer Herkunft.

Scharbe, f.(Pl.-n): der Schwimmtaucher pelecanus carbo, Wasserrabe. Mhd. scharbe f. m., ahd. scarba, scarva f., scarbo m., noch obd. Scharb m.; dazu ags. scrœ) m., anord. skarfr m., schwed. mundartl. Sxarf, dän. skarv. Dazu wobhl auch mnd. scholver, schulver, ndl. scholver, schollevar, frs. skolfer, ags. scealfor, scealfra, die wohl aus*scarfor entstanden sind. Vgl. Suolahti 393 ff. Viell. zu anord. sterafa«plau- dern, reden?, schwed. skrafla einen rasseln- den Laut hervorbringen», also«der Krächzery.

scharben, schärben, v. grob klein schnei- den. Mhd. scharben, scherben, ahd. scarhõn, ob.- sächs.-thür. auch schorben; dazu mnd. scharven, scherven, nndl. scherven, dän. skarre, skarve czusammenfügen, falzeny, schwed. skarfa. Glei- chen Stammes wie schar⸗(s. d.). ZUS. Scharb- kraut, n.: zu Gemüse gescharbter Kohl, 1768 bei Kramer.

Scharbock, m.(-): der Skorbut, auf Faserstoffarmut des Blutes beruhende Krank- heit, die sich zumal in Zahnfleischfäule usw. äußert. 1534 bei Cordus Botanologicon Schar- bock, 1546 bei Bock 432 u. 1590 im Garg. 233 Schorbock, 1664 bei Duez Schurbock, 1583 bei Weyer Artzneybuch?2 Schurbauh, Schurmundt, Schurbein(entsprechend ndl. 1598 scheurmond, scheurbeen), übernommen aus ndl. im 15. und 16. Jh. schoo)r-, scheurbugyck, nd. schürbük, mnd. Scerbukc, schorbicꝭ(1484), einer Zss. aus ndl. im 16. Jh. schore, scheure f., nndl. scheuer f. Riß, Bruch» u. ndl. bzikc, nd. bülc m.«Bauch), das bei der Aufnahme des Wortes ins Hochd. sich in-hock wandelte. Das entl. spätmlat. scor-