Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
671-672
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671 Schälhengst

Scham 672

4B L. schalen, v.: mit einer Schale, harten Decke versehen(1691 b. Stieler); mit Schalbret- tern bekleiden, verschalen(1783 b. Jacobsson). schälen, v.: die Schale abtrennen, mhd. scheln, ahd. scelen. ZUS. Schaltier, n.: schalbedeck- tes Tier, 1777 bei Adelung.

Schäl-, Schellhengst, m. Zucht-, Sprung- hengst, Beschäler. Bei Luther Sir. 33, 6 Schel- hengst. Zgs. mit glbd. mhd. schel(e), ahd. scelom. Wohl urverw. mit aind. çalabhäs m.«Heu- schrecke», eig.«der Springery, lit. Suoliass«im gestreckten Galopps.

Schalk, m.(Jels, Pl.-e u. öst. Schälkce):

mit Verstellung vergnüglich, neckisch listiger

Mensch(vgl. Goethe 18, 310). Bei Luther Schalck m.«wer voll loser, böser List u. Streiche ist,

auch Bösgearteter, Taugenichtse, mhd. schalc(h) m.(Pl. schalke, schelke)«Knecht, Sklaves, dann «Mensch knechtischer Gesinnung, knechtisch böser, roher, ungetreuer, schadenfroher, loser, hinterlistiger Menscho, ahd. scalc(h) m. Knecht, Dieners; dazu asächs. skallr, ndl. schalk«Schelm, ags. sceale m., anord. skalkr(entl. schwed.-dän. skalk aSchelm), got. skallesm.«Knecht, Dienery. Herkunft unsicher. Vgl. Grienberger Unters. 187, Idg. Forsch. 19, 385, KZ. 36, 374; 37, 313. Aus dem Germ. entl. ital. scalco m.«Küchen- meister, Vorschneider». Vgl. Marschall, Sene- schall. 4BL. schalkhaft, adj., mhd. schalc- haft cboshaft, hinterlistig, lose, schadenfroh»; dazu Schalkhaftigkeit, f., im 15. Jh. schalck- hafftigkeit Bosheit(Diefenbach gl. 3793). Schalkheit, f., mhd. schalcheit f.«Knecht- schaft, Gefangenschaft, Handlungsweise eines Knechtes, Arglist, hämische Bosheit, Schaden- freudes, ahd. scalcheit f.«Knechtschaft, Sklave- rei, Dienstbarkeity. ZUS. Schalksauge, n., bildl. für«arglistige, böse Denkungsart»(Mark. 7,22). Schalksknecht, m.: ungetreuer Diener (Matth. 18, 32). Schalksnarr, m.: Narr zur Belustigung, Germ. 28, 400 mit Beleg von 1503. Schalksrat, m.: arglistiger Rat(Nahum 1,11).

Schall, m.(-els, Pl.-e u. Schälle): Hör- bares; starker Laut. Mhd. schalm.(Pl. schalle), auch«Getöse, Lärm, Gerede, Gerücht, Ruhmy, ahd. scal m.«Klang, Wohlklang, Rede». 4L. schallen, v.(Prät. schallte, Part. geschallt, aber auch stark Prät. scholl, Konj. schölle): Schall von sich geben. Mhd. schallen(Prät. schallete, Part. geschallet)«⸗Schall machen, weit- hin laut sein, lärmen». Von dem starkb. Zeit- wort mhd. und noch älternhd. schellen(Präs. schillet, Prät. schal, Pl. schullen), ahd. scellan (Prüs. scillit, Prät. scal, Pl. scullun) chörbar sein,

laut werden, tönen, klingen, Getöse hören lassen, anord. skjalla(Prät. skall)«bei hef- tigem Anstoß erklingen». Durch Vermischung mit dem im 17. Jh. aussterbenden Vb. schellen drang dessen starke Flexion in das noch bei Clajusl578 nurschwachb. schallen. S. erschallen, Schelle. Viell. zu lit. skélti«spalten» od. zu lit. skaldkas m. fortgesetzt bellender Jagdhund.

Schalméi, f.(Pl.-en): Rohr-, Hirtenpfeife, Dudelsackpfeife. Mhd. schal(e)mêe f., md. auch schalmige, mnd. schalmeide f., mndl. scalmei, aus älterfrz. chalemief., neben afrz. chalemelm., nfrz. chalumeau m. Rohrpfeife?, von lat. cala- mus m. Rohr(pfeife).

Schalötte, f.(Pl.-n): Aschlauch, kleine Zwiebel. 1715 bei Amaranthes Schalotte, 1716 bei Ludwig Scha(r)lott. Aus frz. échalotte f., von mlat. ascalonium n.«die bei der Stadt Askalon in Palästina wachsende Lauchart»(im Altertum bes. geschätzt).

Schalte, f.(Pl.-n): lange Schiebestange der Schiffer. Mhd. schalte, ahd. scalta f. Von schalten, v.(Praät. schaltete, Part. geschaltet, selten geschalten): ein Wasserfahrzeug fort schieben; in der Bewegungsrichtung bestim- men, lenken. Urspr. stark mhd. schalten(Prät. schielt, Part. geschalten, aber schwach md. be- reits im 13. Jh. u. obd. im 16. Jh.), md. Schalden, ahd. scaltan; dazu asächs. scaldan cein Schiff fortschiebenv. Viell. verw. mit schelten(s. d.). 4B L. Schalter, m.(-e, Pl. wie Sg.): Schiebe- od. überhaupt Verschlußtür einer fensterartigen Wandöffnung; Fensterladen(in dieser Bed. auch F.), Schiebefenster, 1776 bei L. Ph. Hahn Adelsberg 54ff., bei Goethe 7, 179; 50, 321, mit dem Pl. Schaltern 1, 35. Spätmhd. schalter m. Riegely(s. Scheller). ZUS. Schaltjahr, n.: Jahr mit einem Schalttage, mhd. schaltjãr, ahd. scaltjär n. Schalttag, m.: einzuschaltender Tag(24. Februar) im Jahre von 366 Tagen.

Schaltier, s. Schale. ſ1663 b. Schottel.

Schalüppe, f.(Pl.-n): Schiffsboot zu leich- tem Rudern oder Segeln. 1648 bei Kemnitz schwed. Krieg 1, 55 b Chaloupe, 1598 b. Hulsius Schiff. 1, 36 Schlupen, große Nachen, 1606 ebd. 9, 15 Schaloepen, in einer Zeitung 1588 Cialupe (ital. scialuppa). Aus glbd. frz. chaloupe, das über span. chalupa aus ndl. sloep(e) f. Ruder- kahny stammt.

Scham, f.(Ohne Pl.): Empfindung der Scheu, seine Blöße oder Unvollkommenheit andren sichtbar werden zu lassen, die Scheu vor allem

Unanständigen, zur Unehre Gereichendem; Ge- schlechtsteil. In der 1. Bed.(mhd. auch in der