Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
669-670
Einzelbild herunterladen

669 Schafthalm

Schale 670

sehen, an einen Schaft befestigen», ahd. nur im Part. kiscafter«mit einer Lanzenspitze ver- seheny». Von 1 Schaf!(s. d.).

Schafthalm, m.: die schaft-, rohrähnlich aufgeschoßnen Pflanzen hippuris vulgaris u. equisetum arvense. Bei Voß Luise 1, 129, ähn- lich 1482 im Voc. theut. cc schafftel«Binse». Zgs. mit 1Schaft(s.d.). Schaftheu, n.: Schaft- halm, mhd. schafthöuae, im 12. Jh. scaften- hoꝛwe, 1482 im Voc. theut. cc schafftelhawwe, ahd. scafthouswe«Ginster u. spartus, scafthou chippuris», benannt nach dem schaftähnlich aufgeschoßnen, heuartig, d. h. dürr aussehenden Stengel. S. Schachtelhalm.

schäftig, adj.: geschäftig, eifrig, tätig(Spr. Sal. 14,4). Veraltet. Mhd. scheftic, von 2schaffen.

Schafzunge, s. Schaf.

Schagrin, amtlich Chagrin, m.: mit Sa- menkörnern gepreßtes Leder; dann rauhe Fischhaut, Haifischhaut. 1716 bei Ludwig Schagrinleder. Aus glbd. frz. chagrin m., ital. zigrino m., venez. sagrin, von türk. sagry Leder vom hintern Rückenteil u. den Hinter- teilen des Pferdes, Esels u. Maultiersn.

Schah, m.(-8, Pl.-s): Titel des persischen Königs. S. Schach.

Schakal, m.(-els, Pl.-e): der Goldwolf, canis aureus. Im 17. Jh. Aus frz. chacal m., von

glbd. türk.-pers. tschakal aus aind. grgälds m.

Schäker, m.(-*s, Pl. wie Sg.): neckischer Taändler, bei Adelung 1777 u. Wieland Amadis 2, 38. schäkern, v.: mutwillig, neckisch, mit Lachen scherzen. 1711 b. Rädlein(t)scheckern, bei Günther 238 tschäckern, bei Gellert 4, 106 schexern, 1741 bei Frisch schältern. Aus der Judensprache, wo schäxer Lüge», schükern clügen» bed., von hebr. scheger m. Lüge, Trugrede, Lügner», schäkar clügen, täuschen, woher jüd. schaleren«lügen, falsch reden». An- ders Zfd W. 4,255. Davon Schäkeréi, f., 1740 bei der Gottschedin Gespenst mit der TFrummel 5, 3 Schäckerey.

Schal, bayr.-öst. auch Shawl, m.(-es, Pl.-e, öst. nur-s): Umschlagetuch; schmales Halstuch; die Hälfte einer Gardine. Spät im 18. Jh. aus glbd. engl. Shaaol, von pers. schäl cKaschmirtuch», das aus der Wolle der tibe- tanischen Ziege verfertigt wird.

schal, adj., fade, kraft-, geschmack., geist- los. Vom Wein 1540 bei Alberus schal, bildl. bei Luther 3, 4982 gehaltlos, abgeschmackt⸗, clev. 1477 schale u. nd. 1424 schal«vom Ge- schmack abgefalleny, ebenso mnd. schalich, mhd.(nur einmal) schal trübe, unklar»(vom

Auge); dazu md. 1404 schaln strübe werdem u. im 13. Jh. verschalt ctrübe gewordem(beides von den Augen), 1482 im Voc. theut. pp 4 b verschalt kahmmigo, ndl. 1598 verschaelen«schal werdeny. Unerklärt. Vgl. aber Btr. 20, 64. 4B2. Schalheit, f., 1691 bei Stieler.

schalätzen, v.: schlendern. Steirisch, kärnt.-bayr. Schon bei H. Sachs 5, 291 u. ö. u. sonst im 16. Jh. Viell. durch Klerikerkreise aus gr. cxoxdzerv«sich Muße nehmen». Anders Schröder Streckform. 181.

Schaläune, f.(Pl.-n): ein feines Wollen- zeug mit Köper, daraus gefertigter Mantel od. Decke(Thümmel Reise 4, 185). Md. im 15. Jh. schaline f., südd. 1432 schalaun, 1456 schallaaon cleichtre wollne Bettdeckes; dazu engl. im 14. Jh. bei Chaucer shalons. Aus frz. chalon m. cRasch von Chalons a. d. Marne», daher schon mhd. gewant von Schalün(Chalons).

¹ Schale, f.(Pl.-n): rundes od. rundliches flaches Gefäß od. Gerät, insbes. zu Trank od. Speise, auch ander Wage(mhd.) Mhd. schül(e), aber auch schal(e) f., selt. schãl m., ahd. scãla f.; dazu asächs. scäla, mnd. schäle, mndl. schaele, ndl. schaal f.«Trinkschaley, anord. Skãl f. Trink-, Wagschale», dän. skaal, schwed. skdl Trinkschale, Napf, Toast, Gesundheit». Mit Ablaut zu 2Schale, noch nordfrs. skeel Napf⸗ u. Sʒal«Schale des Schaltieres»; auch bei Krä- mer 1678 Schaale(Gerät) u. Schale(Hülse). Viell. aus*skedlã zu Schädel.

²Schale, f.(Pl.-n): von der Natur gebildete, d. h. gewachsne runde od. rundliche Umhül- lung, insbes. harte; harte flache Bedeckung. Mhd. schal(e), ahd. scala f.«Fruchtbedeckung, Kernhülse des Getreides, Hirnbedeckung, Mu- schels, im Mhd. auch von der Eier-, Messer- schale, Einfassung von Brettern(Verschalung), sowie von dem die Keule des Rindfleisches zu- nächst bedeckenden Fleische; dazu mnd. schelle, schille f. Hülse, Fischschuppe», mndl. schelle, aber(durch Mischung mit Schale) auch schaele Eierschale, Muschel, Schuppe», ags. scealu f. Hülse, Wagschales u. scill, scell, scyll f.«Eier- schale, Fisch-, Schlangenhautv, engl. shale u. shell, anord. skel f.«Hülse, Muschelꝰ, dän. skal Hülse, Krustes, skjäl«Schuppe, Muschel,, got. skalja f. Ziegel. Urverw. mit abg. skollka f. Hülse, Muschely, russ. skala f. Rindes, serb. skälje pl. Holzabfällen, alb.(h)al'a f. ⸗Schuppe, Gräte, Splitter, Bart der Ahren, hoto sdünn, fein, zart» zu einer Wz. Skal cspalten», vgl. Schellfisch u. Scholle. Aus dem Germ. entl. ital.

Scaglia, frz. écaille f.«Schuppe, Rinde, Hülse.