Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
665-666
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665 Schädel

Schaff 666

Komp. scheder, Sup. schedist. schaden, v.: Schaden bringen, mhd. schaden, ahd. scadön, scadén, im 15. u. 16. Jh. vereinzelt stark(Prät. schud Franck Weltb. 232 b, schuede Zimm. Chr.* 4, 129, 17, Konj. schied Teufels Netz 12578 Var., Part. geschaden Zimm. Chr. ² 4, 129, 22); dazu and. skathon, mnd. schaden, ndl. schaden, afrs. skathia, ags. sceppan(Prät. scoöh, scepede), anord. skada, skedja, got. skafjan(Prät. skõp). 4AB L. schadhaft, adj., mhd. schadehaft«geschädigt, beschädigt, schädlich», ahd. scadohaft«schäd- lich». schädigen, v., mhd. schadegön, sche- d(e)gen; dazu afrs. schadigia, zum Adj. älternhd. im 16. Jh. schäcdlig, 1420 schadig schädlichy. schädlich, adj., mhd. schedelich, ahd. scade- lih(in unscadelih); dazu mnd. schedlelikc, afrs. skathelic, skethelic. Schädling, m.: schäd- liche Pflanze od. Tier. Erst in neurer Zeit, vgl. Zfd W. 4, 199. schadlos, adj., mhd. schadelös. ZUS. Schadenersatz, m., 1810 bei Campe. Schadenfeuer, n.: Feuersbrunst. Ofter bei J. Paul. Schadenfreude, f., 1777 b. Adelung. schadenfroh, adj., 1565 bei Barth Weiber- spiegel M 82, subst. ein rechter Schaden froh 1586 bei Mathesius Syrach 2, 42.

Schädel, m.(-s, Pl. wieSg.): der knöcherne Gehirnbehälter. Mhd.- md. schedel m., auch als Trockenmaß, noch im 17. u. 18. Jh. Schedel, 1691 bei Stieler Schädel; dazu ndl. schedel m., mehrfach verwechselt mit Scheitel, 1605 bei Hulsius Scheydel, Obertheil des Haubts, mnd. schédel, ndl. 1598 scheedel, scheydel, md. im 15. Jh. hirnscheydel(Diefenbach gl. 155 ²), im 17. Jh. bei Mierälius u. Gryphius Hirnscheitel, aber wohl nicht zusammenhängend. ZfdA. 42, 58 wird gr. korühn f.«Höhlung, Becher, aind. Cãtväãla- m. n.«Höhlung» verglichen; viell. zu 1Schale. ZUS. Schädelstätte, f.: Hinrichtungsplatz, bei Luther Matth. 27, 33 Scheddelstet, mit der Erklürung darumb das viel Todtenköpfe da ligenv.

Schaf, n.(-els, Pl.-e): das Herdentier lat. ovis. Mhd. schäf, ahd. scãf n.; dazu asächs. scãp, mndl. schaap, afrs. sp, schép, ags. sceãp, scép n., engl. sheep; dafür anord. ſœr, schwed. far, dän. faar(daher anord. Fœæregjar«Faröer, Schafinseln») u. got. lamb n.(s. Lamm). Die verbreitetste idg. Bezeichnung steckt in Aue, s. d.2 Sch. selbst ist unerklärt, nicht verw. mit aind. Chägas m. Bock», Chägä f.«Ziegey». RA. Sein Schäfchen ins Trochne bringen«sein Hab u. Gut in gesicherte Lages, nicht Entstellung aus nd. schepren«Schiffchen?, sondern bildl. nach dem Schäfer, der seine Herde vor dem Ge-

wittersturm im Schafstall birgt, 1596 in Mark- schiffs Nachen C1 b hast dein Schaff in das trucxen bracht. 4 BL. Schäfer, m., mhd. schæfer, md. schéfer(e), spätahd. scãphare, mnd. schaper, mndl. schaeper, scheper m., in der idyllischen Schäferdichtung des 17. u. 18. Jh. als Vertreter natürlicher Unschuld u. zärtlicher Liebhaber; davon Schäferéi, f., md. im 14. Jh. schéferge, schéffereie f., in der Bed. Hirtenge- dicht 1630 b. Opitz Schäfferey von der Nimfen Hercinie; Schäferstunde, f.: Stunde des traulichsten Beisammenseins mit der od. dem Geliebten, 1711 b. Rädlein Schäfer-Stunde, die gluckliche Stunde der Verliebten, gebildet nach frz.'heure du berger. ZUS. Schafbock, m., 1691 b. Stieler, ndl. 1598 schaepsbock. Schaf- garbe, f.(Pl.-n): die Pflanze achillea mille- folium, im 15. Jh. schaffgarbe, 1470 md. schof- garbe(Diefenb. gl. 361 ⁵b), genauer bestimmt, gegenüber dem einfachen Namen Garbe(s. d.), weil sie ein beliebtes Futter der Schafe ist. Schafschur, f., 1691 bei Stieler. Schafs- kopf, m., als Scheltwort für einen dummen Menschen 1678 b. Krämer Schafkopff. Schaf- zunge, f.(Pl.-/n): Name einiger Wegerich- arten, zu Anfang des 15. Jh. schaffzunge(Diefen- bach nov. gl. 12b), zunächst wohl Ubersetzung von mlat. agniglossa, gr. dpvérXccov n., be- nannt nach der Khnlichkeit der Blätter mit der Zunge des Schafes.

Schaff, n.(els, Pl.-e, bayr. auch Schäffer): oben offnes Gefäß von Böttcherarbeit. In obd. Ma. Mhd. schaf n.(Pl. schaf, scheffer)«Holz- gefäß für Flüssigkeiten, Getreidemaß, Scheffel, kleines Boot», ahd. scaph n.«Weingefäß⸗; dazu asächs. scap n.«Faßo, in erweiterter Bed. mnd. schap n.(Pl. schape, schappen) u. nnd. schapp n.(Pl. scheppe)«Schrank zur Aufbewahrung von Geld, Speise od. Kleidern», danach bei nordd. Schriftstellern des 16. u. 17. Jh. Schaff n.(Pl. Schäffe)«Schrank, Behälterz, anord. skap(t)ker n.«großes Gefäß für Bier od. Met, woraus die Trinkgeschirre gefüllt wurden»; da- nebenschwach mhd. schaffe, schapfe m. ⸗Schöpf- gefäßy, bayr. Schaffen, Schapfen f.«Schöpfgefäß mit langem Stiel», and. scapo, mnd. schape(n), nnd. schapen m.«Pfanne, Bratpfanne». Wohl ein einheimisches Wort, zu 1schaffen u. schöpfen (s. d.) u. viell. im Ablaut zu Schiff, in der ältern Sprache auch Gefäße, aber unter Einwirkung von mlat. scaphum n. Becken, rundes vertieftes Geschirr, Getreidemaß, lat. scap(h)ium u., gr. cxdqiov n. ckleine Wanne, Becken, nachen- förmiges Geschirr, Trinkbecherz. S.*Schaft,