Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
663-664
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663 Schacher

Schaden 664

des Waldstück, Waldrest(obd.); dichtes Ge- hölz an einem Flußufer, Landzunge(schweiz.). Mhd. schache m.«einzelnes Waldstück, Vor- saum eines Waldes), ahd. scahho m. zungen- artiger Streifen, Vorgebirge». Dazu(aber mit abweichendem Konsonant) ags. sc(e)aga m., engl. Shaaodebüscho, anord. skögr m., schwed. skog, dän. skov«Landzungen. Vgl. 3Schacht.

Schacher, m.(-s, Pl. wie Sg.): Kleinhan- delserwerb beim Umherziehen. 1810 bei Campe (1664 bei Duez in der Bed.«Schacherer»).- disch, aus hebr. Sachar m.«Erwerb, bes. durch Handel⸗, von hebr. Sächär«umherziehen, ins- bes. zu Ein- u. Verkauf». Dazu schachern, v., 1664 bei Duez; 1613 pei Rinckhart Eißleb. Ritter V. 1439 zschachern, Ende des 16. Jh. bei Ayrer 3237, 23 schechern, woneben b. Schottel 1663 u. Stieler 1691 jüd. sacheren.

Schächer, m.(-, Pl. wie Sg.): Räuber(nur noch von den beiden mit Christus gekreuzigten Ubeltätern); an Geist armseliger Tropf(im 18. Jh. b. Wieland u. Schiller). Mhd. schächcre, schãcher, md. schéchére, schécher, ahd. scähhari m.«Räubery; dazu afrs. skãäkere, ags. scéacere m.; von mhd. schäch, ahbd. scäh m.«Räuberei, Rauby, afrs. skäk, schälc«Beute, Raubꝰ, ndl. schaak«Mädchenraub», woher auch afrz. eschiec, échec, prov. escacs«Rauby.

schachmätt, Schachspiel, s. Schach.

1Schacht, m.(-els, Pl. löst. nur]-e und

[bayr. nur] Schächte): Grube zum Ausbeuten des Erdinnern; Oberteil der viereckigen Höh- lung eines Hochofens(1710 bei Herttwig Berg- buch). In der 1. Bed. mhd.(md.) schaht m.(Pl. schehte, schahte), eig. die nd. Form von Schaft (8. d. ¹ u. das folg. Wort), die sich durch Harzer Bergleute im 12. u. 13. Jh. nach dem Erzgebirge u. weiter verbreitete(vgl. Ermisch sächs. Berg- recht XVII), vgl. engl. shaft«Schaft, Schachty.

*Schacht, m.(-Lels, Pl. Schächte): Fläche gleicher Länge und Breite, eig. 1 Rute lang, 1 breit u. 1 Fuß tief od. dick(Quadratrute). Ndâd.(1770) im Brem. Wb. und schon mnd., dazu im 16. Jh. ndl. schacht lands«Rute Lan- desy, sowie nd. schachtstock«langer Meßstock), ähnlich ndl. 1598 roedstock«Meßrutey. Aus mnd. schacht m., mndl. schacht f.«Holzstange, Speerstangey, entsprechend mhd. schafft m. «Speerstange»(auch als Maß).

Schacht, m.(-Lel, Pl.-e): Holzfläche, Wald- stück, Holzbestand. Spätmhd. 1418 schachte m. (Mon. boical3, 432), Nebenform v. Schachen(s.d.).

Schachtel, f.(Pl.-n): tragbares Behältnis

Seitenwänden, sowie mit Boden u. überragen- dem rings schließenden Deckel. Spätmhd. im 15. Jh. schachtel mit convect, neben(1431) sca(t)tel f. Ital. scatola f. Büchse, Schachtel, Dose», im 14. Jh. bei Boccaccio«Behälter für Konfekty, lad. scatla stammt eher aus dem Deutschen als umgekehrt. Die Bed. alte Weibs- persony, 1564 ain alte schachtel(Zimm. Chron. ² 2, 648, 36), rührt daher, daß im 15. Jh. schattel f. (Fastnachtsp. 857, 4 im Reim auf wachtel um- herlaufende liederliche Weibsperson) auch ver- hüllend in d. Bed. des lat. feminal gebraucht ist.

Schachtelhalm, m.: die Pflanze equise- tum arvense u. hippuris vulgaris. 1741 bei Frisch, Nebenform von Schachthalm, mit nd. cht statt hd. ft aus Schafthalm(s. d. u. Schafthen).

schachten, v. in gleichseitige Vierecke tei- len. 1810 b. Campe, Nebenform von schachen in Schachfelder teilen, wie älternhd. Schacht statt Schach(1566 b. Mathesius Luther 220 b Schacht- spiel, 1573 in Luthers Tischreden 207 b schacht- matt, 1691 bei Stieler Schacht«Schachspiel»).

schächten, v. jüdischkunstgerechtschlach- ten. 1650 b. Moscherosch Phil. 1, 424, aus hebr. schächät«schlachtew'. 4BL. Schächter, m.: jüdischer Schlächter, im 17. Jh. bei Birlinger schwäb. Wb. 389.

Schadchen, m. n.(-s, Pl. wie Sg.): Heirats- vermittler(bei den Juden); vom späthebr. schiddéwh«kuppeln).

Schade(n), m.(Gen.-ns, Pl. Schäden): Mindrung, Verſust u. Obel woran. Mhd. schade m.(Gen.-n, Pl.-n u. im 14. Jh. scheden, aber noch bei Lessing 3, 201 Pl. Schaden), ahd. scado m.(Pl. scadon)«Nachteil, Verderben, Böses, im Mhd. auch Leibesschaden, Verwundung); dazu and. skatho m., mnd. schade, mndl. schaede, afrs. skcatha, sada m., anord. skadli m.«Scha- den, Verderben», schwed. skada, dän. skade; daneben mit persönl. Bed. mhd. schade, ahd. scado m.«Schädiger, Räuber»; ebenso asächs. scado m.«Verderber, Feind, Räuber, Schächery, ags. sceada m.«Feind, Schächery, anord. skadi m.«Schädigery, aber got. skapis n.«Schaden, Unrechty. Urverw. mit gr. äcxnenc unver- sehrt, unverletzto, air. skathaim«ich lähme, verstümmele», skathad«Verstümmelung. Vgl. Btr. 13, 459. RA. Wer den Sch. hat, braucht fur den Spott nicht zeu sorgen, mhd. suer ver- liuret, der muoz den spot zem schaden hn. Adj. schade:(als Verlust) bedauerlich, bei Luther 5, 142², im 15. Jh. das ist mir schad und laide«das ist mir leid»(Wolkenstein 107,

mit eirund od. läünglichrund gebognen dünnen 76), mhd. schade«Schaden bringend, schädlich»,