Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
659-660
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659 säumen

Schabelle 660

ags. Séamhors n. Saumsattel, m., mhd. soum- satel, ahd. soumsatol, ags. Séamsadol m. Saum- tier, n., 1541 bei Frisius 892.

säumen, v.: tr. aufhalten, hemmen;(refl.) verweilen, zögern, langsam etw. tun. Mhd. sumen trans. u. refl., selten soumen, ahd. suman (in farstman, mhd. versumen«versäumenꝰ, u. in arsümen unterlassen⸗) nebst den Subst. mhd. sum, soum m., stlme f.«Säumen, Zögerny,

in altertümlich. Form mhd. frasume f. Säum- nis»; dazu mnd. Samen, smen, ndl. verzuimen, afrs. urstma«versäumen»,(entl.) anord. for- syma, schwed. försumma, dän. forsömme ver- säumen». Daneben mndl. versarmen, u. daher viell. mit schzeimen(s. d.) verwandt. 4L. säumig, adj., mhd. sumic, siumic, ahd. sumig, mnd. sumich; Säumigkeit, f., mhd.-mnd. sümicheit, spätmhd. soum-, saumchait, ahd. sumigheit f. Süůumnis, f., mhd. stmunlsse f., spätmhd. saumnas; dazu mnd. sumenisse, ags. sumness f. Saumsal, f. u. n.(Goethe Herm. u. Dor. 3, 20): Zögerung, Nachlässigkeit, mhd. sumesal f. n. u. stmeseli, sele f.; davon saum- selig, adj., mhd. sumeselic, u. Saumselig- keit, f., 1663 bei Schupp 768.

Saurach, m.(-els, Pl.-e): das Stauden- gewächs berberis, die Berberitze. Spätmhd. satrach(Heilmittelbuch von 1400, Gießner Hds. 108 ⁵b), früh im 15. Jh. süroch(Diefenb. nov. gl. 51 b), mittels der Ableitungsendung-ach, ahd. -ahi von mhd.-ahd. sur«sauer»(s. d.). Die Beeren der Staude schmecken wie saurer Wein, im Lande ob der Enns macht man Essig ausihnen.

Säure, Sauregürkenzeit, s. sauer.

Saus, m., fast nur noch in der RA. in S. und Braus: lautes Geräusch, lärmende Fröh- lichkeit, Wohlleben. Mhd.-mnd. 5☚ m., spät- mhd. Sous; dazu anord. sãs n.«Rauschen des Meeres». Die RA. in S. und Braus leben, 1691 bei Stieler, mhd. in dem süse leben, 1592 bei Colerus Calendarium Q 3 b sich in S. und Braus legen. Von sausen(s. d.). Säusel, m., bei Dichtern des 18. Jh.(Kosegarten Poes. 2, 47), ohne Umlaut Sausel 1686 b. Mühlpforth Hoch- zeitg. 7, von säuseln, v.: ein sanftes Geräusch von sich geben, 1716 bei Ludwig, ndl. 1598 sux, selen, dafür älternhd. sausen(1. Kön. 19, 12). Von sausen, v.: hörbar wehen oder hörbar geschwind die Luft durchdringen. Mhd. sasen, siusen, spätmhd. seusen, säusen, ahd. süsön, süsan«sich sausend bewegen, summen, zischen, zischeln, schnurren, knarren, knirschen». Ur- verw. mit abg. sysati«pfeifen, zischeny. 4 L. Sauser, m.: gärender Weinmost, schwäb--

schweiz.-els., zu sausen in der alem. Bed.«gären (vom Weinmost); anders mhd. im 14. Jh. scäuser «Ohreulen, wegen der sausenden Stimme der Jungen, deren rasch hintereinander wieder- holter Ruf einem scharfen Blasen ähnlich ist. ZUS. Sausewind, m.: unruhiger, unsteter Mensch, auch Windbeutel, Aufschneider, 1652 bei Rist Parnaß Vorr. b 53.

Sausack, Sauzagel, s. Sau.

Savänne, f.(Pl.-/): große Grasebene. Aus glbd. span. savana f., das aus Amerika stammt. Im 19. Jh.

Sbirre, m.(-n, Pl.-n): Häscher, Gerichts- diener. Bei Günther 458, aus glbd. ital.(S)birro, span. esbirro m.(mit rotem Mantel beklei- deter?) Gerichtsdiener, Scherge», viell. von lat. birrus m., birrum u. kurzer Mantel mit Kapuzey.

Scepter, s. Zepter.

schabab, s. schaben.

Schabbes, m.(Gen. u. Pl. ebenso): Sabbat. 1781 bei Kindleben, nach der jüdischen Ausspr. d. hebr. schabbãth. ZUS. Schabbesdeckel,m:: breiter Sabbatshut, dann verächtlich schlechte Kopfbedeckung; Schabbesschmus, m.:- Biges Gerede, wie am Sabbat, s. Schmus.

1Schabe, f.(Pl.-n): das schabende(ab-, zerschabende) Insekt blatta, Motte, Milbe, Kel- lerwurm. Mhd. schabef.; dazu ags. mclsceafa m. Raupe, Mades. Vonschaben(s. d.). Vgl. Schaabe.

2Schabe, f.(Pl.-n): Schabeisen. Mhd. schabe, ahd. scaba, scapa f.«Schabeisen, Hobel»; dazu mnd.-mndl. Shave f. Hobel, nndl. schauf, ags. sceafa m., anord. skafa f.«Schabeiseny. Von schaben(s. d.).

3Schabe, f.: die Krätze als juckende Krank- heit. Im 18. Jh., mit Umlaut 1774 bei Bode Tristr. 5,6 Schäbe f.; dazu ags. sceabb m., engl. scab cSchorf, Krätzey. Von schaben(s. d.), nicht aus mlat. scabea statt lat. scabies f.«Krätzey.

Schäbe, Schebe, f.(Pl.-n): Flachs-, Hanf- stengelsplitter(Voß lyr. Ged. 2, 158). Md. u. nd. Md. im voc. vrat. 1422 schebe, 1651 bei Colerus Hausb. 575 2 Schebe, Schefe f., mnd. scheve(14. Jh.), scheff f., 1477 clev. scheeve f., engl. Shive. Verw. mit Schiefer(s. d.).

Schabélle, f., auch Schaavelle gesprochen (Pl.-n): Schemel(1642 bei Duez Schabell, noch bayr. schweiz.); unruhiges, übermütiges Mäd- chen(hess.-thür., im Westerwald aber«eine bes. große Weibsperson, die lange Beine hat»). In 1. Bed. aus lat. Scabellzm n., ital. sgabello m.«Sche- mel», Nebenform zu lat. scamellum, Dim. von lat. Scamlem n.«Bank, Schemel; in 2. Bed. viell. aus zigeun. tschawalle«Kinder»(Btr. 20, 574).