Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
657-658
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657 Säugamme

Saum 658

ziehen; tierisch, unmäbßig trinken, bes. geistiges Getränk. Mhd. süfen, spätmhd. soufen, ahd. safan schlürfen, trinken, versinkend unter- gehen⸗, bayr.-schweiz. sufen«Suppe, Milch mit dem Löffel essen»; dazu mnd. supen, mndl. sugpen, nndl. 2uien, ags. Sũpan, engl. sup, anord. süpa schlürfeny, norw. supe, schwed. supa. Urverw. mit aind. sůpas m. Brühe, Suppes, abg. susati(aus*supsati) säugen». Der Wechsel von Tenuis u. Media ist häufig. Vgl. Zupitza 29. Das Prät. mhd. souj, vereinzelt sof, im Pl. saffen, daher auch der Sg. im 16. Jh. suffe(Katzi- porus 77), Konj. süffe im Garg. 141 u. noch bei Maler Müller. Vgl. Soff, Suppe, seufzen. 4BL. Säufer, m., bei Luther Spr. Sal. 23, 20 Seuffer, 1520 bei Keisersberg Narrensch. 173 2 Sufer, an- ders mhd. sôjœre m.«Seufzendery. Sauferéi, f., im 15. Jh. su/ry, b. Luther 1. Petr. 4, 3 Seuf- ferey. ZUS. Saufaus, m., 1595 im Froschm. B 8b. Saufbruder, m., 1641 bei Schottel 365. Säugamme, f.: Amme zum Säugen eines Kindes. Bei Luther Jes. 49, 23, um 1480 b. Mel- ber q4 b seygam, dafür frühmhd. chindamme f. saugen, v.(Prät. sog, saugte, Konj. söge, saugte, Part. gesogen, gesaugt): Flüssigkeit in sich ziehen. Die schwache Flexion seit dem 16. Jh.(Garg. 69). Mhd. sügen(Prät. souc, Pl. sugen, Konj. süge, Part. gesogen), spätmhd. sougen, ahd. stgan; dazu and. sügan, mndl. suyghen, sooghen, nndl. zuigen, ags. Sũgan, säcan, engl. suck, anord. süga, schwed. suga, dän. suge. Urverw. mit lat. sfgére«saugen»,(auch Sucus m.«Saft») ir. süginz cich sauge», lett. Sücu, sükt «saugen). 43 L. säugen, v., mhd. sougen, söugen, ahd. sougan, eig.«saugen machen); dazu and. sõgian, mndl. sooghen, sugghen, nndl. z00gen. Davon Säugerin, f., bei Luther Luk. 21, 23 Seugerin, 1482 bei Melber R 6 se-gerin. Säugling, m.(‧J, Pl.-e): saugendes Kind, bei Luther Matth. 21, 16 Seugling, 1440 mitsöuge- ling, 1482 im Voc. theut. v mitsägling, md. im 14. Jh. sägelinc, sögelinc m. ZUS. Säuge- tier, n., ein wie es scheint zuerst 1782 von Blumenbach nach Linnés Bezeichnung mam- male gebildetes Wort der Wissenschaft. Sauglocke, säuisch, s. Sau. 1Säule, f.(Pl.-n): senkrecht stehender stammartiger Körper, Pfeiler. Bei Luther Seule, 1482 sawwl, mhd. sül mit den Neben- formen suel, soul, siule(seule), ahd. Sal f. (Pl. suli, siule), noch obd. Saul f.; dazu andfrk. Stl, nnd. Sale, suwel, unnd. sule, mndl. Sagle, sulle, nndl. zuil, ags. syl, anord. sãl(a), got. Sauls f.«Säulen, got. gasãtljan«gründen». Wahr-

Weigand, Deutsches Wörterbuch.

5. Aufl. II. Bd.

scheinlich ist Schawelle(s. d.) verwandt, und weiter viell. gr. öAn f.«Wald, Holzy(aus*S"6) u. auch ENoOv, cXov n.«Holz, Balken, Knüttel», weißruss. Süld f. Klotz», lit. Stlas m.(aus dem Slaw.)«Pfeiler, Ständer, Faßdaube», Grund- form*(k)sxlo-. Vgl. Bezz. Btr. 25, 93.

2Säule, f.(Pl.-n): der Ort, das Stechwerk- zeug des Schuhmachers. Mhd. siu(we)le, md. st(awe)le, ahd. siula, sua)ila, sala f., noch bayr. Seul, schweiz. Säule, kurhess. Saul, Jautoel, nd. Sule, Süll f.; dazu and. siula f., mnd. sutele f., clev. 1477 suwel, mndl. susle f. Von ahd. Siu- wan, mhd. siuwwven, sinoben«näheny, dazu and. siuwian, mnd. süuben, afrs. Sia, ags. séowian, engl. Seao, anord. syſa, schwed.-dän. Sy, got. siujan«nähen», urverw. mit lat. suére«nähen?, sãtor m.«Schustèr», Sfbala f.«Schusterahle, Pfrieme», gr. xaccuetv«flicken, schustern), lit. s'ti«nähen, abg. Siti cnähen, silo n.«Ahley, aind. stujãmi«ich nähey, sãti f.«Naht»,- tram n.«Faden». Vgl. 1Saum.

1Saum, m.(-els, Pl. Säume): Einfassungs- naht,-rand. Mhd.-ahd. soum m.; dazu mnd. söm, mndl. soom, afrs. sdm, ags. séam, engl. seam, anord. saumr m.«Saum, Nahto, schwed.- dän. söm, mit Ablaut zu der Wz. von ahd. siuwan«nähen»(s.²Säule). Entsprechende Bil- dungen sind aind. Sjäma n. Band, Riemen, Zügel, Naht», gr. xdccöa n. Ledersohles gr. ounv m. Häutcheno. 4BL. säumen, v.:'mit einem Saum versehen, im 15. Jh. seumen, dazu engl. seam, anord. sauma nähen.

2Saum, m.(-Jels, Pl. Säume): Traglast eines Tieres; danach eine bestimmte größre Ge- wichts-, Maßeinheit. Volksüblich nur in Süd- dtschld. Mhd.-ahd. soum m.(auch«Saumtiers); dazu ags. séam., engl. seam. Aus mlat. sauma, salma f., gr.-spätlat. sagman., gr. ćvuan.«Pack- sattel», dann«die daraufgelegte Last», von gr. cdrreiv«bepacken, belasten». 4 BL. saumen, v.: auf Lasttieren fortschaffen, noch bayr.-öst., mhd. soumen, ags. syman, nach mlat. sagmare das Lasttier bepacken». Säumer, m:: last- tragendes Tier; Lastroßtreiber(b. Schiller Tell 4, 3), Lastroßbesitzer. Mhd. soumore, soumer, sömer, md. soumére, ahd. soumari m.&Last- pferd», mhd. im 14. Jh.(sémer, sämer) auch «Führer von Saumtieren oder Frachtwagen», dazu and. sömãri m., mnd. somer, ags. Ssamere m.«Saumtiery, nach mlat. saumarius m. Last- tier, Lasttiertreiber», von spätlat. Adj. sagma- rius«zum Saumsattel gehörig, lastbary. Z0S. Saumpfad, m.: Pfad, der nur für ein Saum- tier gangbar ist. Saumroß, n., mhd. soumros

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