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distel f., ahd. Sũdistil, nd. sõgedistel; die Pflanze hat distelartiges Aussehen, u. in den Blättern glaubte man Ahnlichkeit mit einem Schweins- rüssel zu finden, weshalb sie auch mlat. rostrum porcinum(Schweinsrüssel) hieß. Saufeder, f.: Jägerspieß mit spitzgeschliffnem Eisen(Fe- der) zum Abfangen des Wildschweins(1751 bei Heppe Leithund 71 Schaeinsfeder); scherzhaft für Stroh im Gegensatz zu Gänsefedern, daher die schwäb. RA. die Sache steht auf Saufedern cist mißlich»(1601 bei Ayrer histor. Proc. 741). Sauglocke, f.:(bildl.) unanständige Redens- art, 1494 bei Brant Narr. 72, 21 die savwglock leuten. Sausack, m.: mit Wurstfüllsel ge- füllter Schweinsmagen, in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 384, 29 seusack. Sauzagel, m.: der Wirbelwind, hess.-thür. Säuzäl, eig.«Sau- schwanz»(s. Zagel), als Schimpfwort für einen unsaubern Menschen Seawzagel bei H. Sachs 21, 36. Eig. Spottname des Teufels, dem schon im Tundalus des Alberus 56, 25(Anfang des 13. Jh.) ein schrecklicher zagel beigelegt u. im deutschen Volksglauben die Erregung des Wirbelwindes zugeschrieben wird.
sauber, adj.: frei von Schmutz u. allem Tadelhaften, Ungehörigen, ein fleckenloses u. angenehmes Außres habend. Mhd. süber, sfver, safer, ahd. sabar, sübiri«mit Wasser gereinigt, rein, schön?; dazu asächs. sãbri, mnd. suver, mndl. SQeννer, ags. syfye. Entl. aus lat. Sõbrius, vulgär-lat. suber«nüchtern, mäßig, besonneny. 4B2L. Sauberkeit, f., mhd. saber-, suverheit, ahd. sqbricheit f. Säuberlich, adj., mhd. sqber-, siuberlich, ahd. sũbarlih(in unsübarlih), Adv. saberlicho. säubern, v., mhd. sübern, siubern, ahd. Sũbiren, and. sauron; dazu Säuberung, f., mhd. stberunge, Stferunge f.
Saubohne, s. Sau.
Sauce(spr. s0sse), f.(Pl.-n): Beiguß, Bei- brühe, Tunke. 1561 b. Maaler Saus(s)en, Saul- sen f., im 16. Jh. in der Reimchronik über Her- zog Ulrich v. Württemberg S. 54 u. bei Golius 1582 Sos, bei Hulsius 1605 So%, dazu ndl. im 14. Jh. Sause, aus afrz. sause, nfrz. sauce f., von mlat. salsa f.(s. Salse). Sauciére, öst. Saucidre(spr. sossiäre), f.(Pl.-n): Beiguß- napf. Das glbd. frz. Squciere f., abg. von sauce. Im 18. Jh. Saucis-chen, bayr. Saucißchen, n.(*s, Pl. wie Sg.): kleine Kochwurst, ndl. Sau- 88 8e 1598 bei Kilian, der als entsprechende deutsche Form saltzits anführt, aus frz. sau- cisse f. ckleine Bratwurst», von lat. salsicia (farta) Pl.«Salzwürste», mlat. 1482 im Voc. theut. pp 2 b salsucium&Wurst».
Saudistel, sauen, s. Sau.
sauer, adj.(Komp. saurer, Sup. sauerst): von Geschmack scharf und zusammenziehend; mit Betrübnis widrig gestimmt; empfindlich beschwerlich; sumpfig, auf Sumpfboden ge- wachsen. In den ersten 3 Bedd.(auch cbitter, salzig») mhd.-ahd. sur(daher im 16. Jh. u. noch bei Frisch 1741 saur), md. sã()eFr, spätmhd. sour, im Adv. mhd. süre u. ahd. sſtro; dazu mnd. suũr, mndl. suer, soer, ndl. zuur, ags. suür, engl. sour, anord. surr, schwed.-dän. sur. Ur- verw. mit lit. süras csalzigy, abg. syrü rohy, syrü m. Käsey, alb. hiro f.«Molken?, hi†os «werde sauer», sufe f. Harn». Unsicher ist Verwandtschaft mit gr. Fupôc«sauer» u. aind. süra- m.«Somasafty, surd f.«Art Branntweim. Aus dem Germ. entl. frz. sur«sauery, surelle f. Sauerampfer». 4BL. säuerlich, adj., 1561 bei Maaler saurlächl, 1664 bei Duez süwerlicht, 1678 bei Krämer säurlich. Säuerling, m.: Sauerbrunnen(1546 b. G. Agricola de re metall. 473 Saurling); säuerliche Apfelart(1588 b. Ta- bernämontanus Säꝛrling). säuern, v.: sauer sein od. werden(mhd. suren, siuren, ahd. sürén, ags. sürian); sauer machen(mhd. siuren, ahd. süren). Säure, f., mhd. siure f.(auch«bittrer Unmut,), im 14. Jh. sure, md. stre, ahd. sur-d f. ZUS. Sauerampfer, m.: der besonders sauer schmeckende Ampfer, rumex acetosa, im 15. Jh. sur-, sawrampfer(Diefenb. gl. 7²), mhd. sür- amphe(Sumerlaten 53, 17). Sauerbraten, m., 1741 bei Frisch Saurbraten. Sauerbrunnen, m., 1546 bei G. Agricola de re metall. 473 Saur- bron. Sauerdorn, m.: die Berberitzenstaude (C. Saurach), 1577 bei Lonicerus Kräuterb. 61 b Sawerdorn. Sauregúrkenzeit, f.: die Zeit des Hochsommers, der Reife der Gurken, die an politischen Ereignissen arm ist. Bei Zelter an Goethe 31. 7. 1812 Sauergurkenzeit. Vgl. Ladendorf. Sauerklee, m.: die Pflanze oxalis acetosella, 1533 bei Rößlin 96 b. Sauerkraut, n., im 16. Jh. bei Kirchhoff Wendunm. 1, 222 sauawer kraut. Sauerstoff, m.: das Oxygen (zuerst 1774 durch Cavendish aus der Luft rein dargestellt). sauersüß, adj., 1624 bei Opitz Poeterey 52, 1648 bei Weckherlin 2, 305 F. Sauerteig, m., im 15. Jh. surdeig, suerteyg, saurteig(Diefenb. gl. 230). Sauertopf, m.: mürrische Person, 1562 bei Mathesius Sar. 69 b Saaxwer topff, eine bildl. Benennung wie 1664 bei
Saufeder, s. Sau.[Rachel 2, 33 Essigkrug.
saufen, v.(Präs. saufe, Säufét, süuft, Prät. soff, Konj. söffe, Part. gesoffen): von Tieren, Flüssigkeit vermittelst der Mundöffnung in sich


