Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
651-652
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651 Sarkasmus

satt 652

ahd. sarc, sarh m.(Pl. serchi); dazu and. sarc, mnd. sark, serſc(meist n.), afrs. serke, wahr- scheinlich durch Kürzung(ähnlich wie Pfropf aus lat. propago) aus gr.-lat. sarcophagus m. « Totenladey, gr. capkoqdyoc m. Totenlade aus dem Xidoc capxoodocgenannten, am besten bei Assos in der kleinasiatischen Landschaft Troas gebrochnen Kalkstein, den man gern zu Totenladen verwandte, weil in ihm das Fleisch des eingelegten Leichnams schnell(binnen 40 Tagen) verweste. Gr. capkoœd oc ist urspr. Adj. cfleischverzehrend», zgs. aus cdpẽ f.«Fleisch» u. einer Ableitung von ꝓofeiv fressen?. Aus lat. sarcophagus auch afrz. sarcou, sarqueu, sar- Keuil, nfrz. cercueil m.«Sarg». Das eigentliche deutsche Wort für S. war Leichkar n.(s. d.).

Sarkäsmus, m.(Gen. ebenso, Pl.-asmen): beißender Spott. 1728 bei Sperander, aus gr. capxacuc m.«Hohnlachen, bittrer Spott, von capxdzeiv«zerfleischen, mit verbißnen Lippen Bittres sagen?, zu gr. cdpẽ f.«Fleisch». Sar- kästisch, adj., 1716 bei Ludwig, nach gr. cop- xœxνòc«hohnlachend, bitter spottend.

Sarraß, m.(sses, Pl.-sse): Waffe mit großer schwerer Klinge. 1738 Sarras(derim Irr-Garten der Liebe herum taumelnde Cavalier 599), ein Wort der nd. Volkssprache, in der Nähe des nördlichen Polens entstanden, nach Weigand von poln. zu«für, bei, am u. raz m.«Hieb, Stoß.

Sarsaparille, f.(Pl.-/): die Wurzel der peruanischen Stechwinde, smilax officinalis. Bei Lonicerus( 1586) Kräuterbuch 80 b Sarsa Parilla, aus span. zarzaparrilla f., zgs. aus span. zarza f. Brombeerstrauchꝰ u. einer Diminutiv- bildung von span. parra f.«Weinstock, Wein- geländer», was sich daher erklärt, daß die reben- artigen Wurzeln abgeschnitten u. zusammen- gebunden einem Rebengebund ähnlich sind.

Sarsenett, m.(Tels, Pl.-e): dichtes Baum- wollenzeug. Ware u. Name im 18. Jh. aus Eng- land, engl. sars(e)net, sarcenet, eig. dünner Florentiner Taffet», von frz. sarcenet m., einer Abl. von mlat. sericinus«seiden, zu lat. séricum n.«Seide, Seidenzeug», s. Serge.

sasa, interj., verdoppeltes sa(s. d.). 1663 bei Gryphius Horr. 11 sa sa!

Saß, Sasse, m.(7n, Pl.-n): Bewohner; an- geseßner Dienstmann(Schiller Tell 2, 2, V. 1208 Sasse). Mhd. sãze, scze u. ahd. sdzo m. nur in Zss., mnd. sate, sete m., 1663 bei Schottel Sasse. Von sitzen(s. d.).

Sassafras, m.(-es, Pl.-e): das gewürzhafte, als Heilmittel gebrauchte gelbbraune Holz des lorbeerartigen nordamerikanischen Baumes

laurus sassafras. Ende des 17. Jh. Sassafraß (Canitz Ged. 90), aus glbd. frz. sassafras m.

Sassaparille, s. Sarsaparille.

Sasse, m.(-n, Pl.-n): Niedersachse, aus mnd. Sasse«Sachse»(s. d.). Sassisch, adj.: niedersächsisch.

Satan, m.(-Lels, Pl.-e): der böse Feind, oberste Teufel, Urteufel; boshafte Person(2. Sam. 19, 22 böser Ratgeber, Verführer*). In der 1. Bed. mhd. satands, satanãt, satän, ahd. satanãs m.; dazu ags. satan, got. satana(s) m. Aus kirchlich-lat. satanas, biblisch-gr. cœravc, cardy m., von hebr. Säfän m.«Widersacher», dann cböser u. zum Bösen reizender Engel⸗, von hebr. sãtän nachstellen, verfolgen, be- feinden». 4L. satänisch, adj.: erzboshaft, 1545 und 1548(Germania 29, 393).

Satertag, s. Samstag.

Satin(spr.-), m.(*S, Pl. Ss): leichte Art Atlas. Mhd. satin m., aus glbd. frz. satin, ital. setino m., von lat. séta f.«Seidey». 1822 bei Heinsius.

Satire, f. Pl.-n): Spott-, Strafgedicht. 1716 bei Ludwig Satyre, 1540 bei Jonas Apol. 138 b der lat. Pl. Satyre. Mit Anlehnung an Satyr (s. d.) aus lat. satira f., urspr. satura«Schüssel voll Mischspeise», dann Misch-, Strafgedicht⸗, von lat. satur«satt, vollꝰ. Vgl. Walde. 4 L. satirisch, adj.: spöttisch, 1575 im Garg. 6 sate= risch, nach dem lat. Adj. satiricus«in Worten durchhechelnd», woher auch Satiriker, m., 1703 bei Wächtler Satyricus.

Satisfaktiön, f.: Genugtuung, Schadlos- haltung. 1571 bei Rot, aus glbd. lat. satisfactio f., von lat. satis«genug und facére«tun.

Saträp, m.(-en, Pl.-en): persischer Statt- halter. Mhd. säträpas m.(Pl. sütrépe), aus gr. Jat. satrapa, satrapes, gr. carpdunc m., von apers. Fsapra-pãuan m. Statthalter.

satt, adj.: an Genuß befriedigt; wovon voll. Mhd. u. ahd. sat; dazu asächs. sad, ndl. zat, ags. sœd, engl. sad(beschwert, betrübt), anord. sady, got. saps satty; dazu mit Ablaut got. 05 n.«Sättigung» u. gasöfjan sättigen. Ur- verw. mit lat. satur æsatt, sat is)«genug', satidre«sättigen:, gr. àoroc«unersättlichs, ir. sathech satt, lit. sötàùs sättigend, sötis f. Sattheit, sötinti«sättigen», abg.(mit auffäl- ligem Stammvokal) syti satt». 4BL. Satte, f.: das Sattsein, die Sattheit(Herder Plastik 106), mhd. sate u. se()te, ahd. seti f. Satt- heit, f., mhd. sat(e)heit, ahd. satiheit f. sät- tigen, v.: satt machen, mhd. se(t)tigen neben sa(t)ten, se(t)ten, ahd. satôn; dazu Sättigung,