649 sanguinisch
Sarg 650
Dichter. Mhd. senger, md. sengére, ahd. sangari m., von Sang(s. d.). 4 L. Süngerin, f., mhd. sengerinne.
sanguinisch, adj.: leichtblütig. 1523 bei Indagine Chiromantzey, nach lat. sanguineus cblutfarbig, leichtblütig»(von lat. sanguis m. Bluts), woraus mhd. sangain«blutrot.
sanieren, v.: ein verfahrnes Unternehmen lebensfähig machen; die Gesundheitsverhält- nisse eines Ortes verbessern. Nach lat. sanãre cheilen» in neurer Zeit. Sanikel, m.(-s, Pl. wie Sg.): die Pflanze sanicula, früher eins der vornehmsten Heilkräuter bei Wunden. Mhd. sanilcel m., mnd. sannekcele, aus mlat. sanicula f., von lat. sanãre cheilen». Sanitätsrat, m., Titel ältrer Arzte. Zgs. mit dem jetzt ver- lornen Sanität f.«Gesundheit» von glbd. lat. sãnitas f.; Sanitätsunteroffizier, m., früher beim Heer für Lazarettgehilfe.
Sankt, adj. vor Heiligennamen: der, die heilige. Abgekürzt St. Mhd. san(c)te, sande, sant, sente, ahd. M. sancte, sancti, F. sancta, stets chne Biegung; dazu mnd. sent, sunte, ags. sanct, afrs. sankct, sunkt, sant, sent, sint. Aus lat. sanctus m.(Gen.-ti) u. sancta f. cheilig». Sanktiön, f.(Pl.-en): Genehmigung. Von lat. sanclio f.«Hauptartikel eines Gesetzes» von sancrè cals heilig u. unverbrüchlich festsetzen. 1727 bei Sperander. Davon sanktionieren, v.: genehmigen. 1801 bei Campe.
Sansculötte(spr. seskülotte), m.(-n, Pl. =n), Schlagwort der französ. Revolution, Be- zeichnung der extremsten französ. Revolutio- näre. Um 1792 bei uns aufgenommen. Bei Goethe Br. 25. 9. 1792 man schilt Jupitern... einen sans oulotte. Von Arndt durch Ohne- hosen» verdeutscht. Es bezeichnete die Jako- biner, die nicht die culotte«Kniehose», sondern die lange Hose»(Pantalon) trugen. Vgl. Ohne- hosen und Pantalon. Vgl. Ladendorf.
Sanskrit, n.(-A): die altindische heilige Sprache. Aus aind. scs-Krta-n., eig. czusammen- gemacht, wohlgeordnet, vollendets, sodann die klassische, heilige u. reine, die hohe Sprachen. Das Wort ist Part. Prät. Pass. des Zeitworts Sqsoꝝ, aus aind. sam«zusammen u. k cmachen. 4B2L. sanskrſitisch, adj.
Saphir, m.(-Lels, Pl.-e): ein himmelblauer usw. Edelstein. Bei Luther Saphyr, später Sap- phir, mhd. saphèr(e) m., wie ital. saffiro, zaffiro, frz. saphir m. aus mlat. saphirus f., gr.-lat. sap- phirus, gr. cüneειpoc f. Lasurstein», von hebr. sappir, arab. safir.
Sappe, f.(Pl.-n): Laufgraben. 1728 bei
Sperander Sappe, 1712 bei Hübner Sape, aus frz. Sape f.«Untergrabung beim Belagern, Lauf- graben», ital. zappa f. Hacke, Karst», span. zapa f. Grabscheit, Spaten», mlat. sap(p)a f. cKarste. Sappéur(spr.-ör), m.: Schanz- gräber, Pionier, im 18. Jh. aus frz. sapeur m., aber das Zeitwort sappiren schon 1617 b. Wall- hausen Corp. mil. 208.
Sapperlot, s. Sackerlot. s. Sackerment.
Sarabände, f.(Pl.-n): alter ernsthafter spanischer Tanz im Dreivierteltakt. 1678 bei Krämer. Aus frz. Sarabande, ital. sarabanda f., von span. zarabanda f., das diesen Tanz sowie die ihn begleitende Musik bedeutet, wohl entl. aus pers. serbend eine Art Gesangy.
Sarazéne, m.(1n, Pl.-n): Araber, im 18. Jh. auch Türke. Mhd. Sarraain, Sarrazén m.(Pl. Sarraæin,-e, u. schwachfl.-en)«Morgenländer, Mohammedaner, Heide» neben frühmhd. Serze, ahd. Sarz, Serzo m. Araber. Aus mlat. Sara- cenus, afrz. Sarrasin, von arab. schargijjin Morgenländers(scharg«Ostemp). 4.3L. sara- zénisch, adj., mhd. sarrazinesch.
Sardélle, f.(Pl.-n): der Kleine herings- artige Fisch clupea sardina. 1556 bei Frisius Dictionariolum 196 b, aus ital. sardella f., dem Dim. des glbd. mlat. sarda f., von lat. Sardus csardinisch». Der Fisch wurde früher vorzugs- weise an den Küsten Sardiniens gefischt. Sar- dine, f.(Pl. n): die Sardelle, 1495 in der Kölner Gemma U 52 sardien, ebenso 1508 in der Straßburger Gemma. Aus ital. sardina f., Dim. von mlat. sarda f.
Sarder, m.(-S, Pl. wie Sg.): der Karneol. Bei Luther 2. Mos. 28, 17, dafür spätmhd. im 14. Jh. sarde m., mhd. sardin m. Aus mlat. sardus, sardis m., lat. sarda f., gr. cdpdioc m. u. c-pdiov n., nach Plinius hist. nat. 37, 23 weil der Edelstein zuerst bei Sardes, der Hauptstadt Lydiens, aufgefunden worden war. Sardõnyx, m.(¹es, Pl.-e): weißgestreifter Karneol. Früh- mhd. sardoniæ, im 13. Jh. sardonis, frühmd. sardonje m., aus glbd. gr.-lat. sardonyæ m. f., gr. copdvuE m.«nagelfarbiger Sarder», einer Zss. von câpdioc m.«Sarder» u. ôvut m.«Nagel».
sardönisch, adj., nur in sardonisches La- chen ckrampfhaftes, verzweifeltes Lachen», an- geblich durch ein auf Sardinien wachsendes Kraut Sardonia herba«Lachkrauty hervor- gerufen..
Sarg, m.(Tels, Pl. Särge): Totenlade. Alter- nhd. im 16. u. 17. Jh. Sarch, Sarck, 1678 bei Krämer Sarg, mhd. sarc(h) m. u. sarch(e) f.,
Sapperment,


