647 Sandale
Sänger 648
vom Winde hin u. her gewirbelter Sand, bei Goethe Natw. S. 4, 194, s. wehen.
Sandäle, f.(Pl.-n): Bind-, Schnürsohle (Schiller Braut 1, 7, V. 817). Im 15. Jh. der Pl. sandaly, aufgenommen aus glbd. lat. Pl. sandalia; der Sg. aber erst am Ende des 18. Jh., entl. wie ndl. 1598 sandael aus glbd. frz. san- dale f., das wie ital. sandalo m.«Prachtpan- toffel des Bischofs» aus gr. Jat. sandalium, gr. covddov, cdvdakov n.«Sohle, die an den Fuß mit Riemen befestigt wurdey stammt.
Sandarak, m.([els, Pl.-e): roter Schwefel- arsenik;(blaßgelbes) Wachholderharz, eig. Harz von callitris articulata. 1716 bei Ludwig Sand- arac, 1741 b. Frisch Sandarach, 1562 b. Mathe- sius Sar. 138 b Sandaracha«Schwefelarsenik, aus gr. lat. sandarac(h)a f., gr. cavdopdxn, cuv- dapdxnf. croter Schwefelarsenik, Mennigy, dann bei Plinius hist. nat. 1, 7(wohl nach ähnelnder Farbe)«Bienenbrot», wahrscheinlich von pers. sandarah, sandaras, sandar«Mennigy, aind. sinduri f., Sindäram n. Mennig?.
Sandart, Sandbarsch, s. Sander.
Sandelholz, n.: Holz des gewürzhaftwohl- riechenden Baumes santalum album. 1517 bei Trochus K 3 b u. 1534 bei Franck Weltb. 219 5b Sandel, 1541 bei Frisius 776 2 Sandalholtz. Aus ital. sandalo m., gr. lat. santalum, gr. cdvxaxov n., byzant. Tzdvdavov, von glbd. arab. gandal, pers. tschandan, tschandal, aind. dandana. Der Baum ist in Ostindien heimisch, woher das Holz als Handelsartikel nach dem Westen kam.
Sander, Zander, m.(-e, Pl. wie Sg.): der Sandhecht, Hechtbarsch, perca lucioperca. Bei Voß Luise 3, 46 Sandart, im 16. Jh. bei Geßner de piscibus 188 u. 240 Sandat, Zandet, bei H. Sachs 7, 463 Sandel, mnd. sandat m., im östlichen Norddtschld. u. Osterreich gew. Zan- der m. Der Name ist viell. aus dem Slav. entl. (ndsorb. 2anar, zandoiũ m., obsorb. sandakt zan- der»), im Deutsch. aber teils auf Sand«Strand, teils auf öst.-bayr. Zand m.«zZahn» wegen der starken Fangzähne des Fisches umgedeutet.
Sandhase, sandig, Sandstein, s. Sand.
Sandwich(spr. sändawitsch), n.(-es, Pl. -es): belegtes Butterbrot. In neurer Zeit aus glbd. engl. sandawich, benannt nach John Mon- tague, Graf von Sandwich(1718— 1792), der sie zuerst verwendet hat.
sanft, adj.: gefälligen, weichen, angenehmen Eindruck machend; wohlgefällig, geräuschlos still; leicht, nicht drückend; beschwerde-, mühe- los. Mhd. senfte, semfte, sanft, im Adv. sanfte, samfte, ahd. samfti, semfti, Adv. samfto, sanfto;
dazu asächs. sãfto Adv.«leicht»(im Komp. sãftur), ags. séfte, söfte, Adv. sôfte, engl. soft, mnd.-mndl.(mit cht für ft) sacht, daher nhd. sacht(s. d.). Nach Weigand zu got. samjan sgefallen, zu gefallen suchen», das auf got. sama (§.sam) zurückgeht. Dazu vielleicht noch ir. sãm«Ruhe», scim ruhig, mildꝰ, aind. säma n. &Milde, freundliches Entgegenkommen. 4L. Sänfte, f., mhd. senfte f. xwohlgefällige Ruhe, Gemächlichkeit, Sanftmut, ruhiges Leben», ahd. samfti, semft? f., im 16. Jh. in der Bed.«um- schloßner bequemer Tragstuhl⸗(bei Luther Hohel. Sal. 3, 9 Senffte). Sanftheit, f., im 18. Jh.(Gotter 1, 231), dafür älternhd. Sänftig- keit, mhd. senftikeit, md. auch semftickeit f., zum mhd. Adj. senftec, senftic«sanfty, noch bayr.(auch sonst) sänftig«gemach, langsam», wovon auch sänftigen, v., nur noch altertüm- lich neben besänftigen, mhd. senftigen, semftigen neben senften, semften, im 12. Jh. samften«be- sänftigen, erleichtern, lindern». Z0S. Sanft- mut, f., bei Luther Ephes. 4, 2 usw., aus dem ahd. Adj. samftmuoli, sanftmöti«sanftmütig, demütig». sanftmütig, adj., mhd. senftmäe- tec, semft-, samftmletig.
Sang, m.(-els, Pl. Sänge): Gesang. Noch dichterisch. Mhd. senc m., ahd. sanc m. n.(Gen. -ges); dazu asächs. sang, ndl. zang, afrs. song, ags. sang m., engl. song, anord. söngr m.«Ge- sang», schwed. sanmg, dän. sang, got. saggs m. Gesang, Vorlesung». Zu Singen(s. d.). RA. Ohne S. u. Klang, eig.«Begräbnis ohne Gesang u. Glockenspieb. 4B L. sangbar, adj., Anfang d. 15. Jh. sanchpar, sangbar(Diefenb. gl. 95°).
Sange, f.(Pl.-n): KAhrenbüschel; dann an den Stielen zusammengefaßter od. zusammen- hangender Büschel von Früchten od. Blumen; (bei Luther in der Bibel) gedörrte, geröstete Xhren, od. wie Luther in der Randbemerkung zu Josua 5, 11 erklärt versengete ehren(vgl. 3. Mos. 2, 14). Mundartl. noch weit verbreitet. Mhd. sange f. czusammengelesner Ahrenbüschel, Büschel, reifendes Getreide, spätahd. sange f. «eine Handvoll Khren»(Ahd. Gl. 3, 371, 7); dazu mnd. sange«Ahrenbüschel des noch un- gemähten Getreidess, mndl. sanghe, engl.(dial.) sangle«Ahrenbüschel». Nach Weigand(aber kaum mit Recht) zu singen(s. d.), dessen an- gesetzte Bed.«lesen, sammelnꝰ aber sehr zwei- felhaft ist. Oder zum Adj. sang«dürr, reifend, vom Getreiden(1568 bei Mathesius Jes. Christ. 1, 89a), säng(Weist. 3, 582, aus dem 18. Jh.), von sengen(s. d.). Auch unsicher.
Sänger, m.(-s, Pl. wie Sg.): Singender;


