Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
643-644
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643 Salse

Samen 644

stein»(Sal m.«Salzy, petra f. Fels, Steins), da sich der Salpeter in Höhlen als UÜberzug an löchrigem(porösem) Gestein bildet. Salse, f.(Pl.-n): salzige, scharfe, saure Tunke(Gottwerth Müller Siegfr. v. Lindenb. 4, 332). Mhd. salse f., aus glbd. mlat. salsa f., dem subst. F. des lat. Adj. Salsus«salzigy. S. Sauce. Salüt, m.(Lels, Pl.-e): militärischer Ehren- gruß. Aus glbd. frz. salut m. von lat. salas f. «Heily. Im 19. Jh. salutieren, v.: grüßen, begrüßen. 1571 bei Rot. Aus glbd. lat. salũ- täre, eig.«Heil wünschen», von salds f. Salve, f.(Pl.-n): feierliches Begrüßungs-

schießen; dann einmalige gleichzeitige Abfeue-

rung geladner Kanonen od. Gewehre. In der 2. Bed. 1648 bei Kemnitz schwed. Krieg 1, 310 b u. 317² Salve f., aus glbd. frz. salve f., dem zum Subst. gewordnen lat. salve csei, gegrüßtl!, Imp. von lat. salvére«gesund sein, grüßenꝰ,

zu salwus gesund». salvieren, v. refl.: sich

in Sicherheit bringen, 1601 bei Albertinus Kriegsl. W9eckuhr 124, aus lat. salväãre retten.

Salvei, s. Salbei. Salvéte, f., s. Serviette.

Salweide, f.(Pl.-n): die Weidenart Salix caprea. Mhd. salewide f.(Sumerlaten 66, 49), ahd. salewwida f.(Hildeg.) neben einfachem mhd. salhe, ahd. salaha, saliha, salaua f., noch mund- artl. Salle; dazu ags. sealh, engl. salloao, anord. selja f., dän. selje, silje, schwed. sälg f. Urverw. mit glbd. lat. saliæ f., gr.(arkad.) Aikn f.(vgl. aber Idg. Forsch. 14, 481), kelt. ir. sail(Gen. sailech), korn. helygen«Weide».

Salz, n.(-es, Pl.-e): das scharfschmeckende

Mineral Chlornatrium, danach in der Chemie Mineralien von ähnlicher Beschaffenheit(schon im 16. Jh. bei Paracelsus Op. 1, 657 B). In der 1. Bed. mhd.-ahd. salz n.; dazu asächs.-engl.- anord.-schwed.-dun.-got. salt n., mndl. sout, ags. sealt n. Urverw. mit glbd. lat. Sãl m. n., gr. GXc m., air. salann Salz⸗, korn. haloin, kymr. halan, abg. soli f.«Salzy, slank salzig,

apreuß. sal, lett. Sãls«Salzy, lit. saldais süßy (s. u.), arm. adε α alz». Vgl. Walde. Vgl. Sülze.

salz, adj.: salzig(bei Schlegel Romeo u. Julie 3, 5 diese salze Fluth«Tränen»), 1628 b. Soltau Volksl. 1, 474 saltz; dazu afrs. salt, nndl. zout,

ags. sealt, engl. salt, anord. saltr, schwed.-dän.

salt, urverw. mit lit. saldus, abg. sladäki csüß, eig.«gesalzen und daher wohlschmeckend». salzen, v.(Prät. salzte, Part. gesalzen): mit Salz vermengen od. bestreuen. 1578 b. Clajus Gramm. 113(Ndr.) schon als schwach be- zeichnet, nur das Part. gesalzen hat die frühere

sielz, Part. gesalzen), ahd. salzan(Prät. sialz); dazu mnd. solten, mndl. souten, ags. sealtan, anord. salta, got. saltan, urverw. mit lat. sallére csalzen»(Part. Perf. Pass. salsas), air. saillim cich salze. salzicht, salzig, adj., 1429 bei Diefenbach gl. 5092 saltzig, 1654 bei Olearius pers. Rosenthal 1, 5 saltzigt, mnd. soltich. Salzierchen, n.: Schöüsselchen für die Tunke (Sauce); Salzfäßchen. Bei Luther in der Rand- erklärung zu 4. Mos. 7, 14 Saltzsirichen, 1448 salsirchen n.; dazu mnd. Ssalzér, nnd. salsérken, mit Anlehnung an Salz aufgenommen aus frz. saucière f.«Schüsselchen für die Saucen, mlat. salsar ium n., von mlat. salsa f.(S. Salse). ZUS. Salzgraf, m.: Vorstand eines Salzwerks, 1562 pei Mathesius Sar. 178 b Saltzgref, spätmhd. salzgrãve,-gréve, mhd. 1130 in gleicher Bed. halgrãve m.(s. Graf). Salzkote, f.: Salz-

siedehütte, ndrhein. im 14. Jh. Salakotte f., 1664

bei Duez Saltzkothe f., daneben 1691 b. Stieler Salzkõte f., 1777 bei Adelung Salzkoth n.(s. 2Kot), ndl. 1598 soutkceete. Salzlake, f.: Salz- brühe, 1716 bei Ludwig. S. Lake. Salzsäule, f.: bei Luther 1. Mos. 19, 26 u. Weish. Sal. 10, 7. Salzsode, f.(Pl.-n): Salzsiederei, 1436 saltz- sode f.(Germ. 28, 400), s. Sode; dafür ahd. salz- sufi f.«Salzwasser, Salzwerk». Salzwirker, m.: Salzsieder, 1749 Saltzwürcker, 1562 bei Mathesius Sar. 180 b der Meister im Kot, der die Stücksalte machet, heißt der Wirelcer.

ssam, Ableitungssuffix an Adjektiven und Adverbien u. in den von ihnen abgel. Subst. u. Verben, in der Bed.«von der gleichen Be- schaffenheite. Mhd.-ahd.-asächs.-Sam, ags.-Sum, engl.-Some, anord. samr, got.-sams(nur in lustusams«ersehnt»). Urspr. ein selbständiges Pronomen, mhd. san, ahd. der samo, daz sama cder-, dasselben, anord. sami und starkflekt. sanmr, got. sa sama derselbe, der nämliche?, sama einery, als Adv. ahd. u. asächs. sama, samo cebenso, ebenwien, urverw. mit abg. sama «selbers, air. som«selber», samail Gleichnis», gr. duöc derselbe, gleich, ähnlich), öuaöc cgleich, eben», ãuio«zugleich», lat. Similis cähn- lich), aw. hama, aind. samã-«dͥderselbe, gleich). Vgl. sammeln, zusammen.

Sämann, s. säen.

Samariter, m.(‧I, Pl. wie Sg.): Kranken- pfleger. Nach dem barmherzigen Samariter.

Same(n), m.(ns, Pl.-n): das aus od. in einem Körper zur Wiedererzeugung der Gat- tung Entwickelte. Mhd. säme m. Pflanzen- same, Samenkorn, männlicher Same, Nach-

starke Flexion bewahrt. Mhd. salzen(Prät. kommenschaft, Saat, Saatfeld, Feld überhaupt,