Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
641-642
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641 Salband

Salpeter 642

39 Saalbaderey, 1664 bei Duez Salpaterey. sal- baderisch, adj., 1677 b. Butschky Pathmos 287 (215) sahlbaderisch. salbädern, v., b. Goethe. Salband, n.(Pl.-bänder): das Zettelende, natürliche Ende an Geweben; danach im Berg- bau der Saum, jede der beiden Abgrenzungs- flächen eines Ganges gegen das Nebengestein. 1578 bei Mathesius Sar. 642 Sahlpand, dagegen 1562 Sehlpandt 90, Sehlband 140 b, Seelbandt 315 b, Seylbandt 522, 1678 bei Krämer Sälbänd, Sälband, 1691 bei Stieler Selband, Salband. In Mitteldtschld. umgebildet aus spätmhd. im 14. Jh. selbende n. cdas eigne, nicht ange- setzte, sond. aus den Fäden entstandne Ende am Gewebe», 29s. mit selb(s. d.), noch am Main Selbend n., kurhess. Selb-, Silbende n., schwäb. Sãlbinde, Sälende f., wetterau.-obhess. Selwen f., tirol. 1603 End n.(Schöpf 727); dazu mnd. self⸗, sulvende n., nnd. sülevend, sülzwenne, nndl. zelfeindn.(eind«Ende), zelfegge f.(egge«Tuch- rand»), zelfkant m.(kant«Rand») und schon 1598 bei Kilian selfende, selfegghe, selfkant. Nach dieser Umdeutung in Bandl weitergebildet in Obersachsen Salleiste f., 1715 b. Amaranthes. Jetzt in Norddtschld. u. Sachsen gew. Salkante. Salbe, f.(Pl.-n): Fettigkeit zum Einreiben, bes. wohlriechende. Mhd. salbe, ahd. salba f., salb n.; dazu asächs. salba, mnd. salve, ndl. zalf, ags. Sealf f., engl. salve. Urverw. mit gr. Aroc n.(Hesych) Ol?, öRn, öXnic f. Ol- flaschen, kypr. qpoc Buttery, alb. galp⸗ Butter», aind. sarpig n.«zerlassene Butter, Schmelzbutters, syprä- fett. 4L. salben, v., mhd. salben, ahd. salbön; dazu asächs. salbön, mnd. salven, afrs. salva, ags. sealfian, got. salbõn. Salber, m., ahd. salbari m.(Salbenhändler). Salbung, f., mhd. salbunge, mnd. salvinge f., bildl.«die Salbung mit dem heil. Geist»(1. Joh. 2, 20 ff., ähnlich 1541 b. Franck Sprichw. 1, 21 b dein Genius das ist die Salbung in dir), daher im 18. Jh.«Weihes(1743 b. Drollinger Ged. 364). Jetzt vorallem insalbungsvoll, adj., im 18. Jh. Salbei,-vei, m.(-S, Pl.-e), auch f.: die Pflanze Salvia. Mhd. salveie, salbeief., salbei m., ahd. salveid, salbeia f., aus glbd. lat. Salvia f. (von lat. salvus«heil, gesund). Salbling, Sälbling, s. unter Salm. Salbuch, n.: Buch, in das alle einer Ge- meinschaft gehörenden Grundstücke, Schen- kungen und die daraus fließenden Einkünfte urkundlich eingeschrieben sind. Mhd. salbuoch n., 2gs. mit mhd. sal(e) f., ahd. sala f.«feier- liche, rechtskräftig förmliche Ubergabe von Grund und Boden», wozu mhd. sel(le)n, ahd.

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

saljan, sellan, asächs. selljan, ags. sellan, anord. selja, schwed. Sälja, dän. sälge übergebenꝰ, got. saljan«darbringen, als Opfer darbringen, opferny. Viell. zu gr. Xeiv«nehmen»(Btr. 13, 457), ir. selaim«ich nehme».

Salbung, s. Salbe.

saldieren, v.: ausgleichen, Rechnungen abschließen, bes. die Posten der Debet- und Kredit-Seite zusammenzählen u. zusehen, auf welcher Seite ein Überschuß, Saldo, m.(-s, Pl.-S u.[öst. nur]-di) ist, der noch zu zahlen bleibt. 1703 bei Wächtler saldiren, 1709 bei Hübner Saldo, aus ital. saldare u. saldo m., von lat. solidäãre«dicht, vollständig machen, festsetzenꝰ, solidus«dicht, festy.

Saline, f.(Pl.-n): Salzwerk, Salzsiederei. 1777 bei Adelung, aus glbd. lat. salina f. pl. von lat. sal m.«Salz.

SalizplIsäure, f.: fäulniswidriges Mittel. 1838 entdeckt.

Salkante, Salleiste, s. Salband.

1Salm, m.(-S, Pl.-g): der Fisch salmo salar, der junge Lachs. Mhd. salme m.(Gen.-men), dann salm, ahd. salmo m.; dazu and. salmo, mnd. salme, mndl. salm, nndl. 2alm m., aus glbd. lat.- gall. salmo m. 48L. Salmling, Sälmling, m.(§, Pl.-e): der einjährige Lachs, am Rhein (1563 in Forers Fischb. 1832 Selmling); der kleine lachsähnliche Fisch Salmo salvelinus (1536 bei Wickram irr reit. Bilger 16 b Selm- ling), auch Salbling, Sälbling, Saibling.

2 Salm, m.(-S, Pl.-e): der Psalm. Bei Voß aus dem Ndd.; aber schon mhd. salme m., ge- kürzt u. auch stark salm, ahd. salmo m.; dazu (and. salmsang) mnd. salm m.(im Nd. auch c«langes Gerede»), aus gr.-lat. psalmus m.(s. Psalm). Vgl. Sittich.

Salmiak, m.(-S, Pl.-e): Kochsalzsäure mit flüchtigem Laugensalz verbunden. 1537 bei Dasypodius u. 1538 bei Herr Columella 68 ² Salmiaæ, 1562 b. Mathesius Sar. 170 2 Salmiack u. Salermoniaæ. Aus lat. sal ammoniacus, eig. «in der Gegend, wo der Tempel des Juppiter Ammon steht, gefundnes Salzy.

Salön(spr.-L), m.(I, Pl.-s): Gesellschafts-, Bildersaal. Spät im 18. Jh. aus glbd. frz. salon m., von prov.-ital.-span. sala f. Saal», entl. aus ahd. sal m.«Saal?(s. d.).

salöpp, adj.: schmutzig, sich gehen lassend. 1822 bei Heinsius. Aus glbd. frz. salope. Un- bekannter Herkunft.

Salpéter, m.(-s, Pl. wie Sg.): die Salzart nitrum vulgare. Spätmhd. im 15. Jh. salpeter m., aus mlat. salpetra f., eig.«Salzfels, Salz-

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