Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
639-640
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639 Sakko

Salbader 640

Sakko, m.(-s, Pl.-s): sackförmiges Jackett. In neurer Zeit aus ital. sacco m.«Sack», des- selben Ursprungs wie Sack.

Sakramént, n.(els, Pl.-e): von Christus eingesetztes sichtbares Zeichen od.(nach pro- testantischem Begriffe) christliche Religions- handlung mit diesem Zeichen als Gnadenmittel; insbes. das heil. Abendmahl. Mhd. im 14. Jh. sagkermente, md.-afrs. sacrament n. cheiliges Abendmahl, Leib Christi», aus lat. sacrdmen- kum n.«Soldaten-, Fahneneid», um 200 n. Chr. kirchlich æin Gott verborgnes Geheimnis, so- wie Taufe u. Abendmahl», dann im Mlat. im besondern die geweihte Hostie», von lat. sa- crãre«heiligen, weihen», zu lat. sacer«heilig?. ZUS. Sakraméntshäus-chen, n.: Mon- stranz, spätmhd. 1437 sacramenthds, 1482 bei Melber Aa sacramenthußlin, md. 1517 bei Trochus P 2 b sacramenthus-chen n.

Sakristän, m.(-els, Pl.-e): Küster, Meßner (Schiller 11, 252). Aus glbd. mlat. sacristanus m., wie im 15. Jh. sacrister u. sacrist(e) m. (Diefenbach gl. 506°) aus glbd. mlat. sacrista m. (s. Sigrist). Sakristéi, f.(Pl.-en): Kirchen- gerätzimmer, Pfarrstübchen bei der Kirche, mhd. sacristi(g)e, sacrists f., im 15. Jh. sucristey (Diefenb. gl. 506°), aus mlat. sacristia f.«Küster- amt, Kirchenzimmer).

säkulär, adj.: hundertjährlich, Ende des 18. Jh.(dafür bei Schiller an Goethe 5, 338 secularisch), bes. in Zss. wie Sükulärfeier, f., aus lat. saeculcris«hundertjährlich», im kirchl. Latein«nichtgeistlich, weltlich, heidnischo, von lat. sqeculam n.«Generation, Zeitalter, Jahr- hundert), dann Zeitlichkeit, irdisches Leben, Weltlichkeity. Daher sükularisieren, v.: (geistliches Gebiet) in weltliches verwandeln, im 17. Jh.(Schuppius 2, 118), nach glbd. frz. séculariser, ital. secolarizzare; Säkularisa- tiön, f.: Weltlichmachung vom Gut, 1791 bei Wieland 41, 169 Grb., nach frz. sécularisation, ital. secolarizzazione f.

Sal, Ableitungssuffix an weibl. u. sächl., im Mhd. u. Ahd. auch männl. Substantiven, mhd.-sal, ahd. isal, ags.-anord.-Sl. Abge- schwächt-Sel. S. Selig.

Salamänder, m.(-s, Pl. wie Sg.): die Molchart salamandra. Mhd. sal(a)mander m. f., nach mittelalterlicher Anschauung Tiere, die im Feuer leben u. kostbare Stoffe weben, aus gr. dat. salamandra f., gr. cokaudvdpo f.«un- geschuppte giftige Eidechse»?, entl. aus pers. samandar, von pers. samand feuerrot. Der studentische S.«ein Hoch mit kreisförmigem

Reiben des Bierglases auf dem Tischy ist in den dreißiger Jahren des 19. Jh. zu Bonn auf- gekommen, vielleicht in Anlehnung an den etwas ältren Schnaps- u. Grog-Salamander zu Halle a. S., der wahrscheinlich aus dem Zech- ritus des 16. 17. Jh. Kurl-Murl-Puff hervor- gegangen ist(s. Schorle-Morle); in Nordame- rika kannte man in der 2. H. des 18. Jh. einen spirituosen Salamander, einen nach Art des Krambambuli angezündeten Likör, der bren- nend getrunken wurde»(Kluge Studentenspr. 54, Bunte Blätter 94). Saläme, Salâmi, m.(-v, Pl.-S u.--i), auch f.: Salamiwurst, Salzwurst. Das ital. saläme m. Pökelfleisch; Schlackwurst». Im 19. Jh. Salär, n.(-Iels, Pl.-e): Lohn, Bezahlung. Aus glbd. frz. salaire m. von lat. salãrium n. Sold, Diäten», eig.«Salzgeld, d. h. die durch Geld abgelöste Ration Salz der Soldaten und Beamten». Im 18. Jh. meist Salariun. Salät, m.(Jels, Pl.-e): mit Salz, Essig, Fett od. Ol und Pfeffer angemachte Speise; Pflanze, die roh so bereitet wird. Spätmhd. salãt m. in der 1. Bed., 1530 bei Peypus salath &Lattich», 1540 bei Alberus dict. ee 3 b Solat- kraut, Il 45b Solat(noch md.). Schlesisch F., schon b. Opitz 2, 318 Salate f., bei Günther 795 Kirmssalat f. Aus ital. salata f.«Salatspeise, eig. insalata, dem subst. F. des Part. Prät. von ital. mlat. salare, insalare(ein)salzeny. Salbader, m.(-S, Pl. wie Sg.): alberner, langweiliger Schwätzer. Schon 1515 in den Epist. obsc. vir. 3, 14 Cicero et alii salbaderi, 1664 bei Duez Salpater neben Salbader m. (ersteres auch in der Bed.«seichte Schwätzerei?, wie schon 1644 bei Harsdörffer Gespr. 1, 189 Salbader m.). Dunklen Ursprungs; weder die Herleitung aus Seelbader befriedigt(von mhd. sélbat n.«Bad, das jemand zum Heil seiner Seele für die Armen eines Ortes gestiftet in einer bestimmten Badstube u. an festgesetzten Tagen), noch die aus Solbader(1390 im Magde- burger Urkundenb. 1, 665 Hertel dat solgat baden ande siden), am wenigsten die aus dem in der Mönchspredigt sich ewig wiederholenden Bibelzitat Salvator dicit; im 17. Jh. wurde das Wort als Saalbader auf einen geschwätzigen Jenenser Bader Hans Kranich bezogen, der um 1620 seine Badstube an der Mühllache, einem Arm der Saale, hatte(1681 bei Adrian Beyer, der 1618 in Jena Student wurde, in seinem Architectus Jenensis 127, ähnlich Schupp. 855). Vgl. H. Schröder Streckform. 178. 4L. Sal- baderéi, f., 1647 b. Rist friedewünsch. Teutschl.