Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
635-636
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63⁵ Sackerlot

Saflor 636

gesteckt ertränken(mhd. im 14. Jh. secken). ZUS. Sackgasse, f.: Straße, die nur einen Ausgang hat, 1719 b. Kramer, dafür älter Sack (1666 bei Calvisius Thesaur. 393», Stieler 1691). Sackpfeife, f.: Pfeife mit einem ledernen Sack als Tonwerkzeug, Dudelsack, im 15. Jh. saclpfeife. Sackträger, m., mhd. sactrager, treger m., berufsmäßig u. zünftig auf Getreide- märkten u. in Seestädten; dann der Esel», bei Luther 1, 550². Sacktuch, n.: Sackleinwand (mhd. sactuoch!); Taschen-, Schnupftuch(bei Campe 1810). Sackuhr, f.: Taschenuhr, obd., 1716 b. Ludwig, Sackährlein 1678 b. Krämer. Sackzehnte, m.: der Zehnte, der von dem ausgedroschnen, in Säcke gefüllten Getreide gezahlt wird; b. H. v. Kleist Zerbr. Krug 5. Auft.

Sackerlot, n.: abgeschwächter Fluch- od. Verwünschungs-, derb beteuernder Verwunde- rungsausruf. Im 17. Jh. als verhüllende Kür- zung u. Nachbildung des frz. Fluches sacré nom de dieu«geheiligter Name Gottes», bei Wieland 12, 14(von 1764) Sackerlot, bei Göckingk 2, 144 Sapperlot, 1692 bei Weise überflüss. Ged. and. Gattung 541 Botz schlapperloth, umgebildet 1778 b. Gotter Jahrmarkt 85 Fickerlot. Vgl. d. f.

Sackerment, n., gleich Sackerlot(s. d.). Aus lat. sacräãmentum n.(s. Sakrament), das

im Mlat. auch bes. den Leib Christi im heil.

Abendmahl, die geweihte Hostie in der katho- lischen Kirche bed.; daß bei dieser beteuert wurde, zeigt bayr. Gottes Leichnam! u. bei Leichem!, ital. corpo di Cristo Aus dieser Bed. entwickelte sich der Fluch- u. Verwund- rungsausruf, schon im 16. Jh.(1582 im Garg. 79 Sacrament, dazu sacramenten«fluchen» 1562 b. Kirchhoff Wendunm. 1, Nr. 142), umgebildet b. Stieler 1691 Botz schlapperment, 1647 b. Rist friedew. Teutschl. 107 beim Schlapperment!, 1654 bei Logau 2, 6, 34, V. 19 beim Schoapper- ment!, ferner kurz nach der Mitte des 17. Jh. Fickrament u. Fickerment. 4BL. Sacker- ménter, m.: fluchwürdiger Mensch; durch- triebner Mensch. Luther(z. B. 3, 454 b J.) nennt Sacramenter seine protestantischen Gegner, die seiner Lehre vom Sakrament des heil. Abend- mahls nicht beipflichteten, auch Sacramen- tierer, woraus allmählich die heutige Bed.

Sadebaum, m.: der Baum Juniperus sa- bina, im 15. Jh. nd. sadenbom u. md. soden- baum(Diefenb. gl. 505(), entstellt aus Saben- baum(s. Sebenbaum).

Sadrach, m.(-S, Pl.-e): Wüterich, bos- hafter Mensch. 1770 im Brem. Wb., b. Schmeller in einem Tiroler Bauernspiel. Im Gedanken

an Satan u. Drache entnommen aus Luthers Bibelübersetzung Dan. 1, 7, wo der chaldäische Name Schadrach so geschrieben ist, den Cha- nanja, einer der Männer im feurigen Ofen, erhielt.

säen, v.(Präs. säst, Prät. sdäte, Part. gesã?): Samen streuen. Bei Luther seen, 1541 b. Franck Sprichw. 1, 12 b sehwen, mhd. sœe)n, auch saien, sæw'en(Prät. säte, sœhe, Part. gesãt, ge- sœt, gescwet), md. séen, s6(g)en, ahd. säan, sähen, säwen(Prät. säta, Part. gisãli)t, gisaãwwit), urspr. sãjan; dazu asächs. sdjan(Prät. säãlda u. stark Séαα), mnd. segen, sei(g)en, ndl. zaien, afrs. Sõd, ags. SGν(Prät. stark Sε⁶S679, Part. säãwen), engl. soν, anord.(Prät. Sãdi u. stark seri, Part. sãıπο), schwed. sd, dän. saa, got. saian(Prät. stark Saisb, Part. saians). Urverw. mit glbd. lat. serére(aus*sisere, Perf. Séwi, Part. Perf. Pass. satus), kymr. heu«säen, hil«Same, Nachkommenschaft), ir. sã² αsamer, lit. séti(Präs. s2ε‿* α), abg. séti(Präs. Sejd). Vgl. Same u. Saat. 43L. Säer, m., mhd. scjer, ahd.(h)ari m. ZUS.(e)mann, m., 1472 séweman(Diefenb. gl. 525 b).(e)tuch, n., mhd. sœhuoch n.

Saffian, m.(Jels, Pl.-e): benarbtes ge- färbtes feines Ziegen-, Bock- od. Schafleder. Bei Amaranthes 1715 u. Ludwig 1716. Aus glbd. poln. safian, szafian, tschech. saftän, russ. saf sjand m., die, wie rumän. saftian, serb. Säx- tijan zeigen, der pers. Benennung sachtjãn nach- gebildet sind. Daß die Lederart zuerst aus der Türkei eingeführt wurde, deuten die Be- nennungen engl. T'urkeyleather, holländ. furksch leer an. Vgl. Maroquin.

1Saflor, m.(-els, Pl.-e); die Färbedistel, carthamus tinctorius, sowie ihre getrocknete Blumenkrone. 1716 bei Ludwig Safflor, dafür 1546 bei Bock 319 b Sarracenischer oder wilder Saffran. Gleich der engl. Benennung safflorer angelehnt an Safran und Flor(engl. flowwer «Blüte») u. umgebildet aus glbd. ital. asfori, asfiori(ebenfalls durch Umdeutung auf fiori Blüte» verständlich gemacht), zu Anfang des 14. Jh. asfrole(Hüllmann Städtewesen des Mittelalters 1, 251), die der arab. Benennung ugfur entstammen, woher auch byzant. odcpoup, 00obp Safflory.

Saflor, m.(-Lels, Pl.-e): gerösteter Speis- kobalt(für Herstellung blauer Farbe). 1710 bei Herttwig Bergbuch 328 Safflor, 1730 bei Minerophilus Bergw.-Lex. 526 Safflor, Saffra, Zapher-Farb, 1734 Zafloer, aber schon mhd. safer n. cblauer Glasfluß aus Kobalty. Aus ital. zaffera f.«Safflor»(woher auch engl. zaffer,