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Sacharin, n.(-Lels): aus Steinkohlenteer gewonnener Zuckerersatz, 1879 von Fahlberg entdeckt. Zu lat. saccharum n.«Zucker»(s. d.).
Sache, f.(Pl.-/): Rechtshandel; Angelegen- heit; Gegenstand der Angelegenheit, der Be- schäftigung; wirkender Gegenstand; Gegen- stand außer der Person; Eigentumsgegenstand. Mhd. sache, ahd. sahha, sacha f.«Rechtshandel, Streitsache, Ursache, Angelegenheit, Gegen- standy; dazu asächs. saca f., auch Streit, Ver- folgung, Schuld, Verbrechens, mndl. saecke, nndl. zaaft, afrs. sace, seʒce f.«Angelegenheit, Gegenstand), ags. sacu f.«Streit, Feindschaft», engl. salte«Ursache», anord. Sö f.«Rechts- sache, Anklage, Streitigkeit, Prozeß, Schuld, Ursache, Veranlassung», schwed. sac, dän. sag, got. sakcjô f.«Streit). Abgeleitet von ahd. sahhan zanken, schelten, rechten, vor Gericht streiten», asächs.-ags. sacan, got. sakan. Vgl. Widersacher. Viell. zu suchen(s. d.) oder zu gr. Péreiv«tadeln?, wroc m. Tadel»(Idg. Forsch. 13, 119). Das Wort stammt aus der Rechtssprache wie Ding. 4L. Sächelchen, n.: kleiner, zierlicher Gegenstand, 1752 bei Les- sing 3, 359. sachlich, adj.: die Sache betref- fend, um 1820 gebildet, dafür noch b. Heinsius 1822 sdächlich. sächlich, adj.: weder männ- lich noch weiblich, 1781 bei Adelung das säch- liche Geschlecht, dafür bei Gottsched das an- gewwisse G., 1641 bei Schottel 250 das unbe- nahmte G.; bei Stieler u. Frisch nur in haupt- sächlich usw. ZUS. sachverständig, adj., 1777 bei Adelung, subst. der Sachverständige. Sachwalter, m.: Bevollmächtigter zur Ver- handlung vor Gericht, Rechtsverteidiger; be- vollmächtigter Geschäftsführer für einen An- dern. In 1. Bed. spätmhd. sachwalter m. u. sach- waltiger m. neben mhd. sachaoalt(e) m., einer Zss. mit mhd. walte, ahd. walto m.«Walter.
Sachse, m.(n, Pl.-n), Volksname. Mhd. Sahse, md. Sachse, ahd. Sahso m.; dazu mnd. Sasse, ags. Seaxa(Pl. Seaxan), anord. Saxi (Pl. Saxar). Sachsen, n.: das von den Sach- sen bewohnte Land, mhd. Sahsen, ndrhein. im 12. Jh. Sassen, urspr. Dat. Pl., aus mhd. ze Sahsen(zu den Sachsen). sächsisch, adj., md. im Sachsenspiegel sechsiss, sechs(aus sech- sisch), 1482 sachßisch, mnd. sessisch, sassesch. Sachsengänger, m., bezeichnet seit etwa 1870 die ländlichen Arbeiter aus dem Osten, die im Frühjahr in die Provinz Sachsen wandern, um dort die Rüben zu bearbeiten. Sachsen- spiegel, m.: das alte Rechtsbuch der Sachsen, um 1230 von Eike v. Repgow verfafßt.
sacht(e), adj.: sanft, leise; langsam. Erst nhd. aufgenommen aus dem nd. Adj. sagt, mnd. u. mndl. sacht, nndl. zacht, ndrhein. im 13. Jh. sachte(mansuetus An. 3, 49), das mit nd.-ndl. cht statt ft u. mit Ausfall des n(wie im asächs. Adv. sd εto u. im ags. Adj. söfte csanfty) dem hd. sanft entspricht. Im 17. Jh. ist das Wort hochd. bereits geläufig. Dazu das Adv. sachte(1562 bei Mathesius Sar. 219 b), sacht(1581 b. Fischart Bienk. 97 a), mnd. sachte, mit Dim.-Endung sachtchen, b. Schiller 13, 418 u. Bürger Ged. 1778 S. 207. 43L. Sacht- heit, f., 1810 bei Campe.
Sachwalter, s. Sache.
Sack, m.(-Lels, Pl. Säcke): aus grobem Zeugstoff od. Leder verfertigtes, an einer Seite offnes Behältnis; grobes umhängendes Gewand (daher noch in S. u. Asche); Tasche im Kleide (vgl. Sacktuch); sackartig unten oder hinten verschloßner Raum. In 1. Bed. mhd. sac m. (Gen. sackes, Pl. secke), ahd. sac(h) m.(Pl. seli, secchi), auch Geldsack, Sacktuch, Kleid aus grobem Stoff, verächtlich vom«Menschen- leib und Menschen»; dazu and. salc m., mnd.- mndl. sack, nndl. zak., ags. sacc, sœæcc m., engl. sack, anord. selchr m.«Sack», schwed. sack, dän. Säk, got. salkus m.«grobhärenes Trauer-, Bußgewand». Aus lat. saccus m. Sack», im 4. Jh.«grobes Mönchs- und Pilgerkleid», gr. cdxxoc m.«grobhärenes Zeug od. Kleid, Sack, aus hebr. sag m.«härenes Zeug, Sack, Trauer- kleidy). RA. die Katze im S. kaufen unge- sehen kaufen»(1575 im Garg. 302 kein Kalz im S. verkauffen), erweitert aus mhd. in dem sacke koufen. 4B L. Säckel, m.(-v, Pl. wie Sg.): Beutel, mhd. seckel, ahd. sekkil m.«Geld- säckchen, Lederbehälters, eine Diminutivbil- dung, die zugleich dem lat. saccellus m.«Geld- säckchen» entspricht. Davon Säckler, m.: Schatzmeister, Kassierer(mhd. seckler, ahd. sekilari), Beutelmacher, Beutler(1429 bei Die- fenbach gl. 85 2 sekler); Sückelmeister, m.: Verwalter der Kasse, im 15. Jh. bei Diefenbach gl. 385 a. sacken, v.: in einen Sack tun, ihn füllen(1557 bei Waldis 4, 50, 37, clev. 1477 sacken), refl. sich sackartig füllen od. bauschen (1741 bei Frisch); in der Bed.«jem. Sack schimpfen» schon 1517 bei Keisersberg Evang. 147². Nd. u. md. ist sacken asinken, sich setzem (z. B. von Hefe, Mehl), refl. csich senkens(1716 bei Ludwig), undl. zakken, eig.«zusammen- fallen wie die in einen Sack gepackten Sachen. säcken, v.: in einen Sack stecken(im 15. Jh. bei Diefenbach gl. 506 a secken), in einen Sack


