Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
631-632
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631 Rutte

Säbel 632

urspr. Form ruckazzen«auf dem Rücken liegend niedergleiteny. 4L. Rutscher, m.: der Rutschende(im 16. Jh. in der Zimm. Chron.* 2, 619, 1ff.); ältrer Galopp, bei dem man das Fortrutschen der Füße auf dem Tanzboden hört. Rutscherzins, m.: der bei Versäumnis der bestimmten Zahlungsstunde von Tag zu Tag sich verhältnismäßig steigernde(fortrut- schende) Zins, 1657 b. Speidel Speculum 1087.

Rutte, f.(Pl.-/): Aalraupe(s. d.). Mhd. rutte f.

rütteln, v.: in schnellen kurz aufeinander folgenden Schwingungen hin- u. herbewegen. Mhd. rutlen, ruteln, rütteln, im 15. Jh. rotteln. Iterativ von rütten, v., spätmhd. rtten, md. im 14. Jh. ruften«in Erschütterung setzen, zer- rütten, zerzausen», im 18. Jh. nur noch in auf rütten(Voß Virgils Landbau 1, 494) u. zer- rütten(mhd. zerrütten«in Unordnung bringen od. zu Grunde richtens⸗, urspr. durch sich schnell wiederholendes Hinundherbewegen). Viell. zu

roden. reuten od. zu lat. vertere«drehen, wendeny.

S

sa! Interj. zuerst zum Locken der(Jagd-) Hunde, dann des lebhaften Anregens zur Ge- schwindigkeit, zur Freude. Mhd. als weid- männischer Lockruf für Jagdhunde, md. im 13. u. 14. Jh. SG als Interj. des Aufforderns, An- regens. Aus frz. ça chier(her), wohlan! munter! lustig b, prov. sa, von Jat. ecce hãcasieh hierhery.

Saal, m.(-Lels, Pl. Säle): übergroßes Zim- mer. Bei Luther Saal, mhd. sal m. n.«großes nur für éin Zimmer eingerichtetes einzelnes Gebäude, großes Vorzimmery», ahd. sal n. auch «Söller»; dazu asächs. seli m. und selihts n. Haus, großes Gebäude», ndl. 2aal, ags. Sele m., n., salor n.«großes Gebäude, Palast», anord. salr m.«großes Wohngebäude, übergroßes Zimmery, auch Boden», schwed.-dän. sal, im Got. nur saljan«Herberge haben, wohnen» u. Saliουο f. pl.«Wohnung, Herberge»(entspre- chend ahd. salida, selida, mhd. selde, asächs. selida f.«Wohnung, Haus, Herberge»). Ur- verw. mit abg. selitva f.«Wohnung», fraglich ist, ob auch abg. Selo n.«Hof, Dorf, lat. solum n. Grund und Boden, Grund eines Hauses» dazu gehört. Vgl. Walde u. Idg. Forsch. 18, 241. Aus dem Germ. entl. ital.-span.-port. sala, frz. salle f. Saaly. Vgl. Salon.

Saat, f.(Pl.-en): das Aussäen; das auf- gegangne Ausgesäte. Bei Luther Saat, mhd. u. ahd. sãt f.(Pl. mhd. scœte, ahd. säti); dazu asächs. sãd n., mnd. sdãt n., mndl. saed, nndl. zaad, afrs. Séd, ags. Scd n., engl. seed, anord. Scdi n. u. sãd f., schwed.-dän. sãd, got. sohs f.(in manaséps«Menschensaat, Menschheit, Welt»). Zu sen(s. d.). ZUS. Saatfeld, n., mhd. säãt- velt. Saatkorn, n., bei Frisch 1741. Saat- krähe, f.: der Ruch, Gorrus frugilegus, 1777 bei Adelung.

Sabbat, bayr- öst. auch Sabbath, m.(-S,

Pl.-e): Ruhe-, Feiertag, der Sonnabend als gottesdienstlicher Tag der Juden. Bei Luther Sabbath, mhd. säbdot, md. Saãbot m., got. sab- batõ m. Entl. aus gr. cdßßorov n., lat. sabbatun n., von hebr. schabbäth«wöchentlicher Feier- tag, Woche», zu hebr. schäbäth«aufhören etwas zu tun, ruhen, feierny. Vgl. Schabbes, Samstag. 4BL. Sabbater, m.(-s, Pl. wie Sg.): nächster Tag nach dem Sabhat; vom Sabbat an gezäühlter Wochentag. Bei Luther. ZUS. Sabbater- weg, m.: Weg von etwa ½ Stunde, soweit der Jude am Sabbat von seinem Orte aus gehen durfte(Apostelgesch. 1, 12).

Sabbel, Sabber, m.(-s): ausfließender Speichel. Nad. u. md. Von sabbeln, sabbern, v.: den Speichel ausfließen lassen, geifern. Nd. u. md., 1741 bei Frisch, mnd. severen u. sabben; dazu schwed. mundartl. sabha. Viell. zur Wz. von Saft. S. Seifer.

Säbel, m.(-s, Pl. wie Sg.): gebognes, urspr. sichelförmiges Seitengewehr. 1517 bei Pinicia- nus H 3⁴ die ungerischen Sebel, 1562 bei Ma- thesius Sar. 111 b die Türckischen Sebel, im 15. Jh. zübel(Schmeller? 2, 206), kurz nach 1450 sabel, szabel(Beheim Wien. 251, 3 ff. u. Ged. 9, 698), im 16. Jh. auch Seibel(H. Sachs), Saibel(1529 b. Liliencr. 3, 590 a als Waffe der Türken). Aus dem Osten entl. ungar. szãblya, poln. szabla, russ. u. serb. sablja f., woher auch ital. sciabla, sciabola f., span. sable, frz. sabre m. 4.BL. säbeln, v.: mit dem Säbel niederhauen, 1581 bei Fischart Bienk. 214 b Seheln, jetzt«mit stumpfem Messer schneiden». ZUS. Säbel- bein, n.: am Knie aus- od. eingebognes Bein, 1775 bei Hölty Kenner 177. Säbelbohne, f.: Stangenbohne mit sichelförmiger Schote, 1777 bei Adelung. Säbelregiment, n., demokra- tischer Kraftausdruck von 1848. Vgl. Ladend.