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Mundröhre bei Insekten(1720 bei Frisch In- sectenbeschr. 1, 32). In der 1. Bed. mhd. rüezel, rüzzel, md. 1329 russel(in sürussel Baur hess. Urk. 1, 294, 414); dazu ostfrs. wrote, wröte, frõte u. ags. rõt«Rüssel des Schweins», abgel. von ahd. ruozzan die Erde aufwühlen, mnd. wroten, nnd. u. ostfrs. wröten, mndl. wroeten, ags. wyrôtan, engl. root, anord. rota, schwed. rota, dn. rode«xwühlen, nicht verw. mit lat. rodére cnagens, eher zu lat. rãdiæ f.«Wurzelꝰ, s. d. Nach seiner Abl. bezeichnete Rüssel zuerst die Nase des wühlenden Schweines. 4L. rüsselicht, adj.: rüsselähnlich, bei Voß Ovid 2, 78; rüsselig, adj.: mit einem Rüssel ver- sehen, 1691 bei Stieler.
Rüste, f.: Ruhe. Spätmhd. rust f., noch schwäb. Rüst f. cRuhe, Ordnung», hochd. nur in der RA. die Sonne geht zu(r) Rüste(1566 bei Mathesius Luther 325, 20 Ndr.). Urspr. ndd., mnd. ruste, roste, nnd. rust, rüst, mndl. ruste, nndl. rustf. cRuhe, Rasty, zu mnd. resten, rosten, nnd. rusten, rüsten, mndl.-nndl. nasten«ruhen, schlafens. Entsprechend dem hochd. Rast(s. d.).
rüsten, v.: zurichten, zubereiten; mit Waffen u. Wehr versehen. Mhd. rüsten, ru- sten, ahd.(h)rusten«zurecht, bereit machen, schmücken»(noch schweiz. cfestlich kleiden), dann wozu Anstalt treffen, im Mhd. intr. auch cein Gerüst machen,, refl.«sich waffnen, zum Krieg bereit machen»; dazu mnd. selten torusten«zurüsten?, mndl. rusten causrüsten, ags. Wrstan«schmücken. Abgel. von ahd. (h)rust f.«Rüstung», ags. hyrst f. Schmuck, Zierat, Rüstung», verw. mit ags. hrõodan(Part. Pass. hroden)«schmücken», anord. hrjõda ein Schiff ausladen, leer machen, säubern». Viell. zu gr. xopòcco«xwappnes(Stamm xopuo-). 4BL. rüstig, adj.: an Kraft frisch(bei Luther), mhd. rüstec, rüstic«gerüstetꝰ, ahd. hrustie«ge- schmückt», noch tirol. rüstig«geputzt, schön gekleidet»; dazu mnd. rustich egerüstet, bereits, mndl. rustigh cgerüstet, geschmückt». Rüstig- keit, f., 1678 b. Krämer. Rüstung, f.: Hand- lung des Rüstens(1497 bei Janssen 2, 627 Tu- stung); Kriegs-, Kriegergerät(ahd. rustunga f. Werkzeug», bei Luther Rüstung f.«Kriegs- geräts, 1475 bei Liliencron 2,622 Belagerungs- werkzeug», 1561 bei Maaler«Panzer*). Z0S. Rüstkammer, f.: Kammer zur Aufbewah- rung der Waffen u. Rüstungen, dann Zeughaus, 1575 im Garg. 205. Rüsttag, m.: Tag der Zurichtung od. Bereitung zu einem Sabbat od. Feste, bei Luther. Rüstwagen, m.: Fracht-, Troßwagen, 1595 im Froschm. 2,6, 4 Rustabagen.
Rüstzeug, n.: Werkzeug, 1537 b. Dasypodius, bildl. b. Luther, älternhd. auch M.(Günther 411).
Rüster, f.(Pl.-/): der Baum ulmus cam- pestris, die Ulme. Ahd. rugbaum(Graff 3, 866), Anfang des 14. Jh. râst(ahd. gl. 3, 41, 1), 1482 rußpaum(Voc. theut. bb 5 ²), 1521 b. Diefenb. gl. 625* Rusthaum, 1537 bei Dasypodius 472 Rustbaum(1547 Rüstbaum), 1546 b. Bock 2, 56 b Räster-, Rüstholtz, Feldryster, Rysterbaum, 1561 bei Cordus Rüster neben Rostern, 1636 bei Dietr. v. d. Werder ras. Roland 24, 44 Rüst f., 1678 bei Krämer Rastbaum u. Rüstern. Ob verw. mit air. räaim betula alnus»? 4BL. rüstern, adj., 1741 bei Frisch, dafür 1594 bei Frischlin nom. c. 20 rlςtbãνmin.[s. rüsten
rüstig, Rüstkammer, Rüstung usw.,
Rute, f.(Pl.-n): dünner schwanker Holz- schoß; Meßstange(z. B. in Preußen ein Längen- maß von 12 Fuß rheinländ. od. 3,77 Meter) Schwanzdes Wolfes u. a.(Döbel Jägerpr. 1, 36 b), auch Geschlechtsglied(spätmhd.). Mhd. ruote, md. rüte, rüde, früh rõte, rõöde, ahd. ruota f. «Gerte, Stange, Meßstange»; dazu andfrk. ruoda f. Gerte, Meßstange(Juleruoda), asächs.-and. rõôda, ruodaa f.«Galgen, Kreuz(Kreuzespfahl), mnd. rodef. Gerte, Stab, Mühlenflügel, Brunnen- schwengel», afrs. rode f.«Galgen», ags. 7d⁴ f. Kreuzy, engl. rod«Rute, Stange, Stab, Meß- ruten, rood Rute(Maß), Kreuzo. Viell. urverw. mit lat. radius m.«Stab» od. mit ratis m. « Floß(KZ. 40, 422). RA. sich selbst eine R. binden: sich selbst etwas unangenehmes be- reiten. Der Leibeigne mußte sich selbst die R. binden, mit der er geschlagen wurde. Vgl.
Borchardt-Wustmann.
Rutsche, f.(Pl.-n): das Fort-, Nieder- gleiten; durch od. wie durch einen Bergsturz entstandner steiler Abhang; Abhang zum Nie- dergleiten. Md. im 14. Jh. rutsche f.«steiler Felsenhang, mhd. rütsche, steinrütsche, Neben- formen von mhd. steinrutze u. md. steinruzze f., schon spätahd. ruhcsche, gevelle, praerupta bei Schmeller* 2, 80(s. rutschen); durch Vermen- gung mit glbd. mhd. rosche f.«gäüher Bergab- hangs bilden sich die Mischformen mhd. rotsche, rusche f. Dazu mnd. rotse, rodie, rode, stẽn- rudse,-rusche,-ruse, mndl. roetse, rotse, rootse f.«Felsabhang, gäher Fels». Von rutschen, v.: sich gleitend bewegen, spätmhd. Tutzen, rutschen, rütschen, rütsen(aus rütschen ent- stand das im 16./17. Jh. gebräuchliche u. noch mundartl. ritschen); dazu nd. rufskcen(1768 im Brem. Wb.), mndl. rutsen, rotsen. Nach oben erwähntem ahd. ruhcsche vermutet man als
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