Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
627-628
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627 Runzel

Rüssel 628

runs f. u. runsa f.«das Rinnen, Fließen, Quell,

Flufßbett, Rinnsal⸗, got. runs m.«Lauf, Erguß, in runs blõpis«Blutfluß*). Von rinnen(s. d.). Vgl. blatrünstig.

Runzel, f.(Pl.-n): Hautfalte. Mhd. unzel, ahd. runzila f., dim. vom ahd. runza, mhd. unze (auch runsche) f.«Runzel⸗; dazu mndl. runtse, runtsele f. Gleichen Stammes wie die glbd. mhd. runke f., ags. wrincle, engl. wrinkle, anord. hrukka f., dän. rynke«Runzel». Es stehen die Wurzeln zbrenk u. hrenkc im Germ. nebenein- ander. Vgl. Btr. 29, 500. 4B L. runzeln, v., mhd. runzeln, stammverw. mit glbd. mndl. runken, schwed. rynka, dän. rynke«runzeln), ags. gewrinclod«gerunzelt». runz(e)lig, adj.: faltig, mhd. runzeleht, runzelot, ahd. runziloht, bei Luther runtzalicht, im 15. Jh. runtzelich (Diefenb. gl. 503 b).

Rüpel, m.(-, Pl. wie Sg.): ungeschliffner grober Mensch(im 16. Jh. bei Montanus Titus u. Gisippus E 2 Rüppel m., schles. 1652 bei Scherffer Ged. 111 Röpel m.); ungeschliffner lustiger Mensch(Lessing 12, 418); schwarz aus- sehender Mensch(bei Campe 1809); der Kater (1777 bei Adelung Riepel m.). Das Wort ist der ahd. Personenname Rhpilo, Rüpo, Kose- form von ahd. Euodpreht«Ruprecht»(s. d.), noch im 16. Jh. als Eigenname Ripel 1572 b. Fisch- art Pract. Großm. 19, Rupel b. Ayrer Dramen 2706, 26 u. heute als Familienname Ri(p)pel. Die appellative Bed. entwickelte sich nach der bäuerlichen Gestalt des Knecht Ruprecht(s. d.).

rupfen, v.: fassend empfindlich reißen; anfassend geschwind zum Aus-, Abgehenreißen; die Federn ausreißend nackt machen. Mhd. rupfen, rüpfen in der 1. Bed., ropfen in der 2. u. md. im 15. Jh. ropfen in der 3. Bed.; dazu mnd. roppen, nnd. ruppen, roppen, ndl. 1598 ruppen, engl. rip. Intensivbild. zu raufen(s. d.).

Rupie, f.(Pl.-n): indische Münze, jetzt auch in Deutsch-Ostafrika geprägt. Von aind. rüpjam n.«Münzey.

ruppig, adj.: lumpig, armselig, filzig. 1783 bei Weibe Lustsp. 1, 108 ruppich, neben rupficht(kom. Opern 2, 38), 1777 b. Adelung ruppig. Von nd. ruppen«rupfenꝰ»(s. d.). Dazu Ruppsack, m., Schimpfwort. Preuf. u. nordd.

Ruprecht, Mannsname, s. Robert. Der Knecht Ruprecht, die als Begleiter des Christ- kindes beim Bescheren zu Weihnachten den Kindern erscheinende Schreckgestalt mit der Rute, 1673 bei Weise Erzn. 183 der Ruppert, als Eigenname schon 1524 bei Schade Sat. 3, 196 ff. Knecht Ruprecht.

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Rusch, m.(-es, Pl.-e): die Binse. Nordd. mundartl. Mhd. rusch(e) f.; dazu mnd. rusch Binse, Schilfrohr», nnd. rus. Entl. mit Uber- tragung auf die Binse aus lat. ruscus m.«der Mäusedorn⸗, woher landschaftlich Raske f. Mäusedorn?(1777 bei Adelung), s. Risch.

Rüsche, f.(Pl.-en): dichtgefältelter auf- rechtstehender Besatz, Halskrause aus Tüll od. Mull. Im 19. Jh. aus glbd. frz. ruche f., eig.«Bienenkorby.

Ruschel, m. u. f.: hastige, unachtsame Person(Tieck 2, 338). Von ruscheln, v.: übereilt unachtsam handeln, unordentlich ar- beiten, 1809 bei Campe, Frequentativ von bayr. rueschen«mehr als billig eilen, übereilt unbe- sonnen handeln». Dazu Ruscheléi, f., bei Lessing 12, 232, u. ruschlig, adj.: übereilig, unachtsam eilig, bei Adelung 1777 u. Goethe 12, 43 ruschlich.

ruschen, v.: sich mit Geräusch bewegen (Goethe 17, 51 u. Faust 4016). Dazu das glbd. ruscheln, v., 1776 bei Hermes Soph. Reise 4, 91. Im Ablaut zu rascheln(s. d.).

Ruf, m.(-es): schwarzer od. schwarzbrauner Anflug bei Verbrennung durch Feuer. Mhd.- ahd. ruo;, md. riz m.; dazu mnd. rt, rãt, mndl. roet«Ruß. Mit angetretnem t mhd. im 14. Jh. ruost(Voc. opt. 7, 42), noch in md. Ma.; auch ahd. rou, noch obpfälz. rous, wetterau. roußt. Lautlich entspr. genau got. hrôt n. Dach», anord. hrõt«Dach, Dachraumꝰ(über dieses vgl. Bezz. Btr. 30, 155), u. die Bedd. lassen sich auch wohl vereinigen. 4BL. rußig, adj., mhd. ruozec, ruozic, ahd. ruozag.

Russe, m.(-n, Pl.-n): Angehöriger des russ. Volkes; der kleinreschwarze Küchenkäfer, in Rußland häufig, zum Unterschied von der größern braunen Küchenschabe oder Schababe (Russe als jüngst eingewandertes Insekt bei Schmeeller? 2, 154 vom J. 1835). Als Volks- name mhd. Felg, Riuze m.(s. Reuße), md. Rãge, ahd. ERazo), mlat. Ruaens, Russus, Rulhus, byzant. Pocm., anord. Pl. Ruzzar. Das Wort taucht zuerst im 9. Jh. als Name einer in Est- land, Ingermanland u. Olonez wohnenden skan- dinavischen Völkerschaft auf u. übertrug sich auf die von den stammverw. Warägern 862 in Nowgorod u. kurz darauf in Kiew gegründeten Reiche; Raotsiisbnoch jetzt der finnische Name der Schweden. 4L. russisch, adj., md. im 14. Jh. rãzisch, mhd. riugesch. Rußland, md. im 14. Jh. Raüzen lant, anord. Fuzzaland.

Rüssel, m.(-*s, Pl. wie Sg.): lang vorragende bewegliche Nase eines Säugetiers; vorragende