Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
623-624
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623 Rummel

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chen West-Indischen Zuckerinsulen» destilliert werde). Viell. aber eine Umgestaltung des malay. brum«Branntwein».

1Rummel, m.(es, Pl. wie Sg.): die Zahl der gleichfarbigen Karten im Pikettspiel. 1691 bei Stieler, eine Umbildung aus der ehemaligen franz. Benennung dieses Spieles ronfle f.(1664 bei Duez Ronfelspiel n.), eig. das Schnarchen, tiefer Schlafy, von frz. ronfler«schnarchenꝰ, im Kartenspiel«trumpfeny. RA. er versteht den Rummel«kennt seine Karte, kennt die Kniffe, weiß wie es gemacht wird»(Lessing Minna 3, 2).

²Rummel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Masse von Gutem u. Schlechtem untereinander ohne Unter- schied u. Zahl. Bes. in den Wendungen im E. kaufen, den R. Kaufen. 1777 bei Adelung, aus nd. rummel m.«ungeordneter Haufe⸗, nament- lich von verschiedenartigem alten Geräte. Zum gleich. Zeitwort wie ¹eummel(s. d.), genau wie Gerümpel u. Gerumpel sich zu rumpeln stellen.

sRummel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Lärm, Kriegslärm, Lärm machender Vorfall, Auf- lauf. 1748 im Westphäl. Robinson 233, im 16. Jh. Rumel m.«geschlechtliche Vermischung» (Zimm. Chr. ²2 3, 468, 15). Von rummeln, v.: hohl u. dumpf schallen. 1482 im Voc. theut. gg 5 b rumeln, spätmhd. rumelen clärmen, pol- tern», köln. im 15. Jh. romeln«Getöse machep», ndl. 1598 ronmelen«Getöse machen od. hören lassen, untereinander mischen», nndl. rommelzoo f.«Mischmaschy. Verw. mit anord. rνmja(Prät. rumda)«lärmen» u. lat. rümor, s. u.

Rumör, m.(-s): Gerücht; Lärm, Aufruhr, Getümmel. In der seltnen 1. Bed. 1748 bei Gropp Wirtzburg. Chron. 1, 477; in der 2. Bed. spätmhd. rumõr m. f. n., daneben romöõr, ramôr, rumure, rumgyre; dazu mnd. rumor, romer n., aus lat. rümor m.«Gerücht», im Mlat. auch Lärm, Tumult, Wortstreit, Zetergeschreiv. 4BL. rumõren, v.: lärmen, poltern, spätmhd. im 15. Jh. ZUs. Rumörmeister, m., in den Söldnerheeren d. 16.18. Jh. der Polizeiauf- seher über Lärm u. Auflauf, 1602 bei Kirch- hoff mil. disc. 54.

rumpeln, v.: sich mit lautem Ungestüm bewegen; geräuschvoll fallen; ein dumpfes Geräusch machen, poltern. In diesen Bedd. mhd. rumpeln; dazu mnd. rumpelen«poltern?, engl. rumble. Rumpelkammer, f.: Kammer für altes Gerät, bei Goethe Faust 582(Urfaust 229). Rumpelkasten, m., 1777 b. Adelung.

Rumpf, m.(-els, Pl. Rimpfe): der mensch- liche u. Tierkörper im Gegensatz zu Kopf u. Gliedmaßen; längliches Gefäß aus Baumrinde

oder Bast; das bloße hohle Schiffsgebäude; ärmelloses umschließendes Leibgewand. In der 1. Bed. md. im 13. Jh. rumpf, rumph m. (der mhd. Ausdruck war botech, ahd. Dotah m. Leib», s. Bottich); in der 2. Bed. Anfang des 15. Jh. rumpf bei Diefenb. nov. gl. 339 b(1482 im Voc. theut. aa 42 rampff darein man erper list, d. h. Erdbeeren liest), noch schweiz. In der 3. u. 4. Bed. 1777 bei Adelung, nd. 1768 im Brem. Wb. rump. Dazu mnd. rump m.«Leib, längliches bauchiges Gefäß, mndl. rompe«Leib, Rindengefäß, ärmelloses Leibchen», engl. runp «Rumpf, Steiß», isländ. rumpr m. Steiß der Tiere, Bürzel, Rückenteil ums Steißbein», dän. rumpe Steiß, Schwanz», schwed. runpa f. Schwanz». Nach Weigand von rümpfen(s. d.), mit der Bedeutungsentwicklung«Runzel, runz- liges Rindengefäß, Leib, vgl. 1505 in der Straß- burger Gemma y 2 ein rumpf«Runzel, spät- mhd. rumpf m.«altes runzlichtes Weib», mnd. rumpe(neben rimpe f.), mndl. rompe«Runzelꝰ. Vgl. Btr. 29, 493, KZ. 40, 559. rümpfen, v.: runzlig machen. Mhd. selten rümphen, rumpfen(auch runzlig werden), abge- leitet vom starken mhd. rimphen(Prät. ramph, Part. gerumphen, md. gerumpen), ahd. rimphan &zu Falten od. Runzeln zusammenziehen?; dazu mnd. rimpen, clev. 1477 rympen(neben wrym- pen)«runzeln, falten», ndl. rinpelen«runzelny, rimpel«Runzelꝰ, ags. gerumpen«gekrümmt» (neben gehrumpen runzligy), engl. rimple, rumple«Runzel, Faltey. Viell. verw. mit gr. bdqoc n. der krumme Schnabel der Raub- vögel», pauqh f.«krummer Dolch», 5(ußecoor «sich im Kreise herumbewegen» od. mit lit. rumbas«Narbes, lett. ruobs«Kerbe, Falz»(Zu- pitza 27). Vgl. noch Btr. 29, 490. Rumpsteak(spr.-Sték), n.(-s, Pl.-s): gebratnes Rückenstück; Rindschnitzel». Aus glbd. engl. rumpsteak in neurer Zeit. rund, adj.: kreisförmig; in sich abge- schlossen, fertig, vollkommen(bei Luther); abgerundet(von Zahlen, 1777 bei Adelung): ohne alle Abschweifung, deutlich, offen, ganz bestimmt(von Wort u. Rede, bei Luther). In der 1. Bed. mhd. noch selt. runt, substantivisch daz runde; dazu nd. im 15. Jh. ront, clev. ront, runt; entl. aus glbd. frz. rond(zunächst mhd. runttavele, runtafel f.«Tafelrunde» aus fra. table ronde), von lat. rotundus rad-, kreis- förmigy, zu lat. rota f. Rady. Der ahd. Aus- druck war sinawwel, mhd. sin(e) wel(s. Sinngrün), u. noch im 15. u. 16. Jh. ist sinzbel neben dem überwiegend üblich gewordnen rund geläufig,