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Rum 622
tel 532, techn. b. Adelung 1777. Ruhestand, m.: Zustand d. Ruhe(1716 bei Ludwig); har- monisches Gleichgewicht(1677 bei Butschky Pathmos 2). Ruhestätte, f., mhd. ruorwestatf.
Ruhm, m.(Jels): weitverbreiteter Ruf. Bei Luther Rhum, bei Hulsius 1605 u. Henisch 1616 Ruhm, mhd. ruom, Tuon, md. rüm, ahd. (h)ruom m.; dazu asächs. hröm m., mnd. rm m., mndl. roem m. cRuhmꝰ, ags. hréam m. Ge- schrei». Wohl zu rufen, vgl. ZfdA. 42, 67. 4L. rühmen, v.: preisen, mhd. rüemen, ruomen, md. rũmen, ahd.(h)ruõman; dazu asãchs. hröm- jan(auch«sich rühmen»), mnd. rômen, mndl. roemen clobpreisen⸗, ags. hryman, hréman aschreien, rufeny. Aus dem Germ. entl. ital. romire«lärmen, brausen». rühmlich, adj., mhd. rüem(e)lich, md. rümlich«löblich», aber auch aprahlerischs, ahd. im Adv. hrömlihho «ruhmredig, prahlhaft». ZUS. mit Ruhm: ruhmlos, adj., 1641 b. Schottel 358 aus Gold- ast(† 1635). ruhmredig, adj.: prahlerisch, 1642 b. Duez u. 1643 b. Harsdörffer Gespr. 3, 167, eine Umdeutung des ältern Wortes ruom- reitic«sich Ruhm zubereitend»(nur in mhd%. ruomreiticheit f.«Prahlerei» und ruomeréden «sich rühmens), bei Luther rhumrettig, bei H. Sachs rumretig, im 17. Jh. ruhmrä(h)tig, bei Fischart Laus 672 ruhmrädig u. Pract. Großm. 1607 H3 rhumratig, noch 1722 b. Freyer ruhm- räthig. ruhmsüchtig, adj., 1641 b. Schottel 369. ruhmvoll, adj., md. rãmvol. ruhm- würdig, adj., 1537 bei Dasypodius rämoirdig.
Ruhr, f.(Pl.-en): heftiger Durchfall als Krankheit. Mhd. ruor(e), md. im 15. Jh. rür(e) f. ceilige heftige Bewegung, Hatz der Hunde auf Wild, Hundekoppel, Meute, dann«Bauch- fluß, Ruhrs, auch ruor, rüre m.(s. Aufruhr), ahd. ruora, rhra f.«Bewegung, Tonspiel»; dazu asächs. hrora f.«Bewegung», mnd. rôre f. Be- wegung, Ruhxrꝰ, 1477 clev. roere f.«Bauchflußs. Zu rühren, v.: in Bewegung setzen; durch unmittelbares Darankommen leise bewegen machen; Musikinstrumente zum Tönen bringen (schon ahd. das Saitenspiel); das Gemüt zu teil- nehmendem Gefühle bewegen(ahd. bei Ot- frid); wovon ausgehen, herrühren(bei Opitz 1, 22, im 14. Jh. von Lehen gesagt); einen Brachacker zum vorletzten, d. h. zweiten Male pflügen(mhd. im 13. Jh., noch wetterau.). Mhd. rüeren, ruoren, md. räãren, roren, ahd. hrörjan, (h)ruo(r)an cin Bewegung setzen, antreiben, sowie an-, berühren?; dazu asächs. hronjan«be- wegen», mnd. roren, rüren, ndl. roeren, afrs. hréera, ags. hréran, anord. hrãra cin Bewegung
setzen». Entweder zu aw. xramhajeiti cer- schütterts(KZ. 40, 454, ZfdW. 7, 171) oder zu gr. xepdvvuut«mische»(Btr. 23, 294). Das Part. Präs. rührend als Adj. zu Mitgefühl bewegend’o, bei Gellert 5, 276 u. Lessing 4, 109, nach Dornblüth(1755) 72 sächsisch; dagegen rührende Reime, bei denen gleichlaut. Wörter reimen(z. B. das Zeitwort meinen u. das Pos- sessivpronomen meinen) als technischer Aus- druck schon bei den Meistersingern(1571 bei Puschman 21), zu mhd. rüeren«bart berühren, feindlich treffenꝰ. 4BL. rührig, adj.: beweg- lich, in eig. Bed. spätmhd. im 15. Jh., übertr. cregsam, eifrig» 1741 bei Frisch, mhd. gerüeric cmunters, ahd. in ungaruoric unbeweglich); Rührigkeit, f., bei Campe 1809. Rührung, f.: mild stimmende Bewegung des Gemüts, bei Lessing 12, 59, mhd. rüerunge f. Berührung», md. rarunge f.«Bewegung»(Diefenb.-Wülcker 826). ZUS. Rührei, n.: Speise aus gerührten Eiern, 1773 bei Amaranthes, nd. rörei 1768 im Brem. Wb. Rührstück, n.: ein auf Rührung berechnetes Theaterstück. In neurer LZeit.
Rufn, m.(-s, ohne Pl.): Verfall, Zerfall, Zerrüttung, Untergang, 1669 im Simpl. 443 u. 1691 bei Stieler als M., sonst im 17. Jh. F. (Opel-Cohn 30 jähr. Krieg 315, 25, Moscherosch Cura 138, Schuppius 302, Weise kl. Leute 126), aus glbd. lat. ru*na f., von lat. ruére cfallen, ein-, verfalleny. Ruine, f.(Pl.-/): Getrümmer, verfallnes Bauwerk, 1716 bei Ludwig, ebenfalls aus lat. ruina f., in gleicher Bed. im 18. Jh. auch Ruin m.(z. B. Wieland Oberon 8, 51, Schiller 3, 531). ruinieren, v.: zerstören, verwüsten, zugrunde richten. 1617 im Teut- schen Michel 40 u. bei Wallhausen Corp. mil. 222, nach glbd. mlat. ruinare(auch«ein-, ver- fallen»), frz. ruiner.
Rülp(so bayr.), Rülps, m.(-es, Pl.-e): laut aufstoßende Magenblähung;(solche nicht verhaltender) ungesitteter bäurischer Mensch. In der 1. Bed. 1664 b. Duez Rülp, Rülps, Rültz m., in der 2. Bed. 1628 bei Opel-Cohn 30 jähr. Krieg 413, 6, 2 Rülp, bei Stieler 1691 Rülps, dafür schon mhd. rülz m.«roher bäurischer Gesell), oft älternhd. Rültz(Pl. Rültzen). Da- von rülpsen, v., 1664 b. Duez rülpsen, rültzen, dies auch 1663 b. Schottel. Wohl lautmalend.
Rum, m.((„, Pl.-s u.-e): Zuckerrohrbrannt- wein, Zuckerbranntwein. Anfang des 18. Jhs. aus glbd. engl. rum, das aus Westindien stammt, woher auch jener Branntwein kommt(Ludwig Engl.-Teutsch-Franz. Lex. 1706 S. 587 gibt aus- drücklich an, daß er in«Barbados u. derglei-


