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halt, m.: Unterstützung im Rücken(1521 bei Luther W. 8, 178 Rackhallt, 1777 bei Adelung Rückenhalt); Zurückhaltung(1760 b. Heilmann Thucydides 194). rückhalten, v., Nebenform von zurückhalten, bei Goethe 10, 153. Rück- kehr, f., 1716 bei Ludwig. Rückkunft, f., ebd. rückläufig, adj., 1716 bei Wolff mathe- mat. Lex. 1211. Rücklehne, f.: Sitz zum Widerlehnen des Rückens, 1417 rugge lene (Diefenbach nov. gl. 141*). rücklings, adv., mhd. rücklinges u. rückelingen, 1482 ruckling, ahd. ruchilingun. Rucksack, m., mit obd. Lautgebung. In neurer Zeit. Rückschritt, m., 1691 bei Stieler. Rückseite, f., 1777 bei Adelung. Rücksicht, f.: Rückblick auf Ver- hältnisse, die für eine Handlung od. ein Urteil den Ausschlag geben(1759 von Ramler u. Lessing in die Auswahl aus Logau Bch. 5, 27 eingefügt, s. Lessing 5, 168); Ehrerbietung, Achtung, Nachsicht(1777 bei Adelung als obd.); dazu rücksichtlich, adv., 1809 bei Campe; rücksichtslos, adj., bei Goethe 49, 125(l. H.) neben rücksichtlos 49, 82(l. H.); Rücksichtslosigkeit, f., 1809 bei Campe Rücksichtlosigkeit. Rücksitz, m.: im Wagen Sitz, auf dem man rückwäurts sitzt, 1777 bei Adelung. Rücksprache, f., 1498 bei Haltaus 1562, mnd. ruggesprae f. Rückstand, m.: Rest, 1663 b. Schottel 454; rückständig, adj., 1691 b. Stieler. Rücktritt, m., 1663 b. Schot- tel 476. rückwärts, adv., 1641 rüchwerts bei Schottel 381 aus Opitz, dafür md. im 14. Jh. zu- rucke wart. Rückweg, m., 1716 bei Ludwig. Rückzug, m., 1634 bei P. Fleming L. 1, 135. Rüde, m.(-n, Pl.-x): der große starke Hetz- hund;(weidmännisch) Männchen vom Hunde-, Fuchs- u. Wolfsgeschlecht(1580 b. Sebiz Feld- bau 578 Ried m. und Rüdlin n.). Mhd. rüde, rude, ahd. rudo m.«großer Hetzhund, md. um 1500 im Alsfelder Passionsspiel 48 b. 51 b rudde, ridde; bei Luther 6, 162 b Rüdde; dazu mnd. ro(d)de, nnd. rõde, rõe, mndl. rode, reude, undl. reu, ags. rydda m. und rodhund m. Rüdey. Entl. abg. chrätä m., apreuß. curtis, lit. Kurtas m., lett. kurts«Windhund⸗. Herkunft dunkel. rüd(e), adj.: roh, völlig ungebildet, unge- schliffen. Im 17. Jh. aus glbd. frz. rude, von lat. rudis«roh, unbearbeitet, ungebildet. Rudel, n., bayr. auch m.(-s, Pl. wie Sg.): Haufe miteinander gehenden Wildes, dann auch auf Menschen usw. angewandt. Weidmännisch 1682 bei Täntzer Jagdgeheimniß 39, 1719 bei Fleming t. Jäger 98 2 Fudel Sauen, als weit- verbreiteter Jägerausdruck auch Rotte Sauen
(z. B. 1779 b. Heppe 305), wie Rotte Wölfe 1746 bei Döbel Jäger-Pract. 1, 35. Demnach wahr- scheinlich Diminutivbildung zu Rotte(s. d.), das eine mhd. Nebenform rode f.«Gemeinde» (Weist. 1, 190 aus dem 14. Jh.) aufweist. Ver- einzelt bei Voß Virgil 2, 18 F.
Ruder, n.(-s, Pl. wie Sg.): unten breites Werkzeug zum Fortbewegen u. Lenken des Wasserfahrzeugs. Mhd. ruoder, ruodel n., md. raãder, rõder und rüdel, rödel, ahd. ruodar n. Ruder, Steuer»; dazu mnd. roder n.«Steuer- rudery, afrs. ro(d)er, ndl. roer, ags. rõder n., engl. rudder, anord. mit andrer Endung /&ë⁴di n. cRuder(röch m. bed. das Rudern), dän. ror, schwed. roder n. Steuer, Ruder. Abgeleitet von mh. rüejen, ruo(ge)n, md. rü(g)en, mnd. ro(j)en, ndl. roeien, ags. rôwan, engl. rooο, anord. rοα, dän. roe, schwed. ro rudern». Ur- verw. mit lat. rémus m.«Ruder?(s. 2Riemen), gr. éperuév n.«Ruder», épérnc m.«Ruderer», épécceiv ruderny, rpipnc f.«Dreiruderer», âuoνπꝙ αͥoppelrudrig», air. rãme«Rudery, lit. Irti«rudern, WVTlas m.«Ruder am Hand- kahn», aind. arätras m.«Ruder, aritram n. «Steuerrudern. Reste einer andern wurzelhaft verw. Bildung sind anord. dr f., dän. aare, schwed. dra f., ags. dr f., engl. our«Ruderꝰ. 4BL. rudern, v., mhd. ruodern u. ruodeln, 1482 im Voc. theut. bb 42 ruderen, ahd. ruo- derõn; davon Ruderer, m., mhd. ruodercære, 1476 ruodeler(Diefenbach nov. gl. 316 ³), aber mnd. roier, ags. rõdra m. ZUS. Ruderbank, f., 1482 im Voc. theut. bb 4* ruderpanck.
Rudi, Vorname, Koseform zu Rudol;(s. d.).
Rudimént, n.(-Lels, Pl.-e): erster An- fang der Entwicklung;(Pl.) Anfangsgründe. Das lat. rudmentum n.«Anfang, Anfangsunter- richty(zu rudis, s. rüde). 1727 bei Sperander Rudimente. Dazu rudimentär, adj.
Rudolf, Mannsname, ahd.(H)ruodolf, Rn- dolr,(H)rõdulf, Rödolf, ags. Hrõöchoulf, zg8. aus ahd. hruod-, anord. hrõdr m. Ruhmꝰ(s. Robert) und ahd. wolf m.«Wolfo.
Ruf, m.(-els, Pl.-e): lauter Schall der Menschenstimme, dann übertr. auf Tiere u. In- strumente; Berufung(2. Timoth. 1, 9); Leu- mund, Nachrede; Wertschätzung. In 1. Bed. mhd. u. ahd. ru⁵*, md. rüf m.; dazu mnd. röp, ndl. roep, ags. hröp, got. hröps m.«Ruf, Ge- schrei», anord. hröp n.«Schmähungy, dän. raab u. schwed. rop n. ͥdas Rufen, Geschrei, guter Ruf». Als Nebenform mhd. 7uoft f.«Ruf, Schall, Leumunds», ahd.(h)ruoft f.«Geschrein. Von rufen, v.(Prät. rief, Konj. riefe, Part.


