Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
609-610
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609 Roß

rot 610

theuser(Diefenb. gl. 346°), 1537 b. Dasypodius

Roßteüscher. Zu tauschen(s. d.), das sich schon früh mit fäuschen(s. d.) berübrt.

2Roß(mit 5), n.(Gen. Roßes, Pl. Roße), auch Roße, f.(Pl.-n): der gesamte Zellen- bau im Bienenstocke, die Zellenscheibe der Bienen, Honigwabe. 1440%, mhd. räz n., räze f. Honigwabey, 1540 bei Alberus dict. XX 12 ruß f., 1616 bei Henisch Roßhonig; dazu andfrk. rãta f., mnd. honnichrote f., clev. 1477 honichrait, mndl. honichrate f., nndl. honig- raat f. Die urspr. Bed. ist«Gewebe, Ge- flechte, wie in mhd. rãz n.«Scheiterhaufen). Aus andfrk. rãta f. entl. afrz. ree, raie f.«Honig- wabe», nfrz. ragon de miel, entsprechend mlat. frata f.«Honigwabe(Reichenauer Glossen). Urgerm. Grdf.* hrétã.

Rösselsprung, rossen usw., s. Roß.

1Rost, m. Jels, Pl.-e): eine des Luftzuges wegen durchbrochne Unterlage für Feuer; Holz-, Stabgitterwerk, bes. liegendes; auf ein- gerammten Grundpfählen liegende Balken als Unterlage(1405 im Frankfurter Baumeister- buch). Mit urspr. ö, wie noch obd. u. durch Schreibungen wie 1605 bei Hulsius Roost, ahd. roost, rohost bezeugt wird. Mhd. röst(auch rõsch, roz) m. u. rõste, raste f., ahd. röst m. u. rõsta f. in der 1. Bed., dann«Scheiterhaufen, Glut, Feuersbrunst⸗, im Mhd. auch ceiserne Stangen in Rostform vor den Türen der Kirch- höfe zur Fernhaltung des Viehes»; dazu and. rõst m. ccraticula, mnd. roste, ruste f.«Feuer- rosty, auch«Sperrgitter». Man stellt es zu Rohr(s. d.), eig.«Flechtwerk aus dünnen Eisen- stäben), was sehr unsicher ist. Aus dem Germ. entl. ital. rosta f.«Röststätte, Gitter, Sperrung, Fächer, Wedels. F. ist verschieden von asächs. hrôst m.«Dachsparrenwerk», ags. hrst«Spar- renwerk, Fachwerk eines Baues», engl. rο⁰s:t. ZS. Rostbraten, m., 1678 bei Krämer.

2Rost, m.(Jels, ohne Pl.): zerfressender Ansatz an Metall, Blättern, Ahren usw. Mhd. rost, rust m., ahd. rost m.; dazu asächs. rost, mnd. Tust, ndl. 1598 roest, ags. rust, engl. rust, anord. aus gleichem Stamme n. u. r,dν m. (entsprechend mhd. rot n. m.«Rost»), dafür got. ein andres Wort nidewa f.«Rost. Verw. mit ahd. rosamo, ros(o)mo m. Rost, Sommer- fleckꝰ, mhd. roseme, rosen m.«Sommersprosse, Fleck». Dazu lett. rüsa«Rostꝰ, lit. ràsvas rot- braunꝰ, radsuvas«rot», die zu rot gehören. Vgl. Idg. Forsch. 6, 103. 4 BL. rosten, v.: rostig werden, mhd. rosten, ahd. rostên, mnd. rosten. rostig, adj., mhd. rostec, rostic, ahd. rostag.

Weigand, Deutsches Wörterbuch.

5. Aufl. II. Bd.

rösten(mit 5), v.: auf einem Roste dem Feuer aussetzen. Von 1Rost. Mhd. ræslen, auch rœæschen, ahd. rõstan, md. u. mnd. rõsten. 4BL. 1Röste, f.(Pl.-n): Handlung des Röstens; Vorrichtung, Platz, darauf zu rösten; Rost fürs Feuer. Bergmännisch«Röstofen für Erze, 1693 bei Schönberg Berginformat. 2, 128. ZUS. Röstpfanne, f., mhd. œςst-, rõstpfanne, ahd. röstphanna f.

2rösten, v.:(vom Flachs, Hanf) die Stengel zur Ablösung des Bastes mürbe machen. Mit angetretnem t durch Einfluß von rösten aus mhd. rzen, retzen«mürbe machen, faulen macheny, älternhd. rötzen, 1664 bei Duez rösen neben rõsten, noch bayr. rõßen, schwäͤb. raischen; dazu mnd. roten Flachs rösten, in Fäulnis übergehen lassen», nnd. rõten. Zu mhd. rœen, rõzen, rozzen«welk, bleich, faul werden», vom schweiz. Adj. ro6, schwäb. résch«mürbe»(s. 3rotten). 4 BL. Röste, f.(Pl.-n): das Mürbe- machen der Flachs-, Hanfstengel, dann Platæ, Wasserbehälter od. Grube dazu. Spätmhd. im 15. Jh. ræze f., noch bayr.-öst. R6) f., hess. Ro 6e, schweiz. 61 f., 1687 b. Hohberg 2, 545 Röste neben Rötze f. 2, 60; dazu mnd. rote, rate, nnd. rõte f.

rot, adj.(Komp. röter, Sup. rötest, auch [nicht bayr.] ohne Umlaut roter), mhd.-ahd. rõt; dazu asächs. rôd, mndl. r0d, afrs. rãd, ags. réad, réod, engl. red u. rud, anord. raud- und vjõdr, got. raups«roty(sowie gariuds cehrbary, eig.«leicht errötend», gariu⸗ f. «Schamhaftigkeit?). Urverw. mit lit. radas braunrot), raudà f.«rote Farbey, raudönas crotꝰ, abg. rüdräü rot», rüdéti«sich röteny, air. rüad rotꝰ?, lat. rutilas«rötlich», ruber «roty, räüfus«rötlichy, gr. épuépc roty, épeu- 9oc n. Rötey, épeteetrv rötem, aw. raoiclita, aind. rõhita«rötlich, rudhiräs roty. S. das verw. 2Rost. Als Farbe im Kartenspiel 1575 im Theatrum diabolorum 438 b Roht(von 1561). 4BL. Röte, f., mhd. rœæte u. rœten, rœtin (1482 im Voc. theut. bb 3 b rotin), ahd. rõti f. Rötel, m.(*, Pl. wieSg.): mit Ton verbundner roter Eisenkalk zum Schreiben, Zeichnen u. Färben, spätmhd. im 15. Jh. rötel, rœtel m., gekürzt aus rötel-, rætelstein(15. Jh.), ahd. (h)rõtilestein neben rõtstein, dazu engl. ruddle Rötel». Röteln, Pl.: Kinderkrankheit mit hochroten Hautflecken. 1546 bei Bock 2, 23³ die Rõtel, 1588 bei Tabernämontanus 489 die Rötelen, 1699 bei v. Mährn Haus- und Land- bibliothek 2, 132 die Röthlein, schles. 1734 bei Steinbach die Rütteln. röteln, v.: rötlich

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