Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
607-608
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607 rosinfarb

Roß 608

1. Chron. 13, 40) Eosin als indeklinabel, wie ndl. 1598 b. Kilian rasijn, rosijn«uvae passae?, ebenso rosein Städtechron. 1, 102, 18 um 1400, rusin Fasnachtsp. des 15. Jh. 478, 11 u. Resein 1572 bei Hellbach Grobianus 140 b; aber im 15. Jh. uva passa, resine(mit Pl. resinen), rosine, rasin, rosin(Diefenb. gl. 606 e, 632 ²), im Voc. theut. 1482 rusyn, 1414 das Dim. resinekin, 1327 md. osinekin n., 1561 b. Maaler Resinle f. Wie mlat. rosina f. u. engl. raisin aus afrz. u. pikard. rosin m. neb. frz. raisin m.«Weintraubes, von lat. racémus m.«Weintraube, beere». rosinfarb, rosinfarben, adj.: scharlach- rot. Bei Luther rosinfarb neben rosinrot (2. Mos. 25, 4), 1776 bei Leisewitz Julius von Tarent 27 rosinfarben. Der Ton liegt auf der ersten Silbe(vgl. Opitz 13 Tittm., Bürger Ged. 1776 S. 136), denn das Wort ist zgs. aus mhd. rõsin«rosenrot(von mhd. rse f.«Rose») u. farb, mhd.-ar(Gen.-wes), um 1400 b. Rothe Ritterspiegel 161 rosinvar, aber schon früh- zeitig auf Rosine(s. d.²) bezogen, um 1570 bei Uhland Volksl. 109 rosinenrot, 1598 b. Kilian rasijnrood Sax. coccus, bis tinctus», 1649 pei Zesen Helikon 2, 3, 19 rosienlichtes Bluht, auch Frisch 1741 war in Zweifel über die Etymo- logie des Lutherschen Wortes. Rosinfarbe, f.: Scharlachfarbe, bei Luther Jes. 1, 18. Rosmarin, m.(-Lels, Pl.-e): der würzige Strauch rosmarinus mit dunkelgrünen Blaättern. 1482 im Voc. theut. bb 3 ²2 rmarin, 1485 rosen- marin(Diefenb. gl. 500 b); dazu ndl. rozemarijn, engl. rosemary; aus glbd. lat. ros marinus m., eig.«Meertauy, weil die Pflanze in den Küsten- gegenden des Mittelländischen Meeres wächst. 1Rof, n.(Gen.-Sses, Pl.-sse): edler Aus- druck für das Pferd. Mhd. ros(selten rus) u. ors n., insbes.«Streitroß u.«Wagenpferd), ahd.(h)ros n.«Roß zum Ziehen u. Reiten»; dazu asächs. hros, and. hers, mnd. ors(selten urs, 7⁰6) n.«Streitroß? u. horse f.«Stute, mudl. os, afrs. hors, hars, hers, ags. hors, engl. horse, anord. hross n. Pferd», schwed.-dän. hors. Der Pl. lautet mhd. rο u. rösser, wie bei Luther Ross u. Rösser. Man stellt das Wort 2u lat. currére«laufen»(aus*cursere) od. zu aind. kürd«springen»(dazu anord."ress «Schnell), vgl. Btr. 7, 176, Bezz. Btr. 25, 254. Beides erklärt das neutrale Geschlecht nicht. Aus dem Germ. entl. ital. rozza, prov. rossa, frz. rosse f.«Mähre». Got. dafür aiwa, nur in der Zss. aõbatundi f.«Dornstrauch», eig.«Pferde- zahn⸗; dazu ags. eh n., eoh m., Streitroß, asächs. ehu(in ehuscalc«Pferdeknecht»), anord.

Jôr m.«Pferd, Roß, urverw. mit glbd. air. ech, lat. equus m., equa f., gr. ixxoc, innoc m., lit. asvâ f., awest. aspa- m., aspã f., aind. ãsvas m., ãsν f. 4B L. Rößchen, Rößlein u. obd. Rössel, n., mhd. rössel(in) n.; dazu Rössel- sprung, n.: Zug des Springers(Rößleins) im Schachspiel, bei Campe 1809; danach im 19. Jh. ein Rätselspiel, wobei ein Schachbrett voll durcheinandergewürfelter Silben nach dem Prinzip des Springerzugszu ordnenist. rossen, v.:(Vvon der Stute) nach dem Hengste verlangen, 1658 bei Walther Pferdezucht 10. rossig, adj.:(Vvon der Stute) brünstig, 1678 b. Krämer. ZUS. Roßameise, f.: größte Waldameise, 1691 bei Stieler; der Name scheint sich aus dem Gebrauche des Waldameisensaftes als Pferde- arznei zu erklären. Roßapfel, m.: Auswurf der Pferde, 1777 b. Adelung. Roßarzt, m., im 15. Jh. bei Mynsinger 61 roartzat m. Roß- haar, n., mhd. os(se)häör n. Roßkäfer, m.: scarabaeus stercorarius, um 1480 im Voc. inc. teut. aa 82 rοerer, benannt vom Aufenthalt im Pferdemist. Roßkamm, m.: Pferdehänd- ler, im 16. Jh. Roßkxam bei Kirchhoff Wendun- mut 1, 214 u. 1572 bei Fischart Pract. Großm. 14 der Pl. Roßkamme; dazu mndl. roskam, mnd. roskammer m.(eig. Roßkämmer»). Urspr. wohl Spottname für den die Pferde zum Ver- kaufe herausputzenden Pferdehändler(nicht zu lat. cambire«wechseln, tauschen»), denn ahd. roscamp m.«Kamm zum Putzen der Pferde», wie im 15. Jh. roskam, roßkamp, mnd.-mndl. roskam m.«Pferdestriegel». Roßkastänie, f.: der wilde Kastanienbaum, aesculus hippo- castanum, u. seine Frucht, 1777 bei Adelung Pferde-od. Roßlcastanie. Dieser in Tibet u. Nord- indien heimische Baum, der zuerst von Clusius 1588 von Konstantinopel nach Wien gebracht wurde, trägt seinen Namen daher, daß in der Türkei die unter das Futter gemengte zer- stoßne Frucht gegen Husten u. schweren Atem der Pferde gebraucht wird. Roßminze, f.: die Pflanze mentha silvestris, spätmhd. 7ο(se)- minze, ahd. rosses minza, rosseminza f., mlat. eguimenta f., wie es scheint, von ihrer Verwen- dung als Pferdeheilmittel benannt. Roß- mühle, f.: von Pferden getriebne Mühle, spätmhd. im 15. Jh. rosmül, rosmul, md. roſmol (Diefenbach gl. 365²). Roßtäuscher, m.: Pferdehändler, mhd. rostaschœr, rostüscher. Anfang des 15. Jh. rostauscher(Diefenb. gl. 346°), ebenso 1468 in Kellers voc. rerum, 1518 bei Pinicianus C1 u. 1555 bei Wickram Rollw. 51, 20 Roßtauscher, daneben im 15. Jh. ro5-