597 Robber
roden 598
kalb(s. d.) u. mhd. Sele(h), ahd. selah m., noch älternhd. Se(h)lhund; dazu mnd. SéI, sale, nnd. Saalhund, ags. seolh, engl. seal, anord. selr m., dän. säl, schwed. Sſäl m.
Robber, m.(-s, Pl. wie Sg.): gewonnene Doppelpartie im Whistspiel. 1820 b. Heinsius. Aus glbd. engl. rubber, eig.«Wettstreit⸗ von engl. rub reiben.
Robe, f.(Pl.-n): Schleppkleid, Kleid. 1728 bei Sperander«Talar, Schlafrockꝰ, aus frz. robe f. Talar, Schleppes, ital. roba, prov. rauba f. Kleid, die aus dem Germ. entl. sind. Vgl. Idg. Forsch. 14, 402.
Robert, Rupert, Ruprecht, Manns- name, ahd.(H)ruodper(a)kt, Ruodpert, mit Ausstoßung des d Euopreht, Ruopert, Röbert, 2gs. mit ahd. hruod-, anord. hrodr m., ags. hréd m.«Ruhm, Lob»(got. in hröpeigs«rühmlich, siegreich») u. ahd. beraht«glänzend. Vgl. ERüpel, Roland.
Roböt, f.(Pl.-en), so öst., Roböt, m. (Jels, Pl.-e), so bayr.: Frondienst. Spätmhd. im 15. Jh. robät(e) f., 1540 Robot, im 14. Jh. robolt, rowolt f.(noch bei Krämer 1678, Rädlein 1711 u. öst. Robolt m.). Entl. aus tschech.-Poln. robota f.«Fronarbeit, Zwangsdienst?.
robust, adj.: stark, stämmig. Im 18. Jh. (beim j. Goethe 3, 264), aus glbd. lat. rO ‧bustus adj., eig. aus Steineichenholz, von lat. rõbur n.«Steineichen.
1Roche, m.(-nſs], Pl.-n), öst. Rochen: der plattleibige Meerfisch raja. 1540 b. Alberus dict. q 4 b Roch, 1517 b. Trochus J 1 b Rochen m. Aus mnd. roche, ruche; dazu clev. 1477 u. mndl. roch, nndl. roch, rog f., ags. reohhe f., engl. roach neben ray;(aus lat. raja),(entl.) dän. rokke, schwed. rocka f. Viell. zu rauh. Uber Verwandtsch. mit glbd. lat. rãja s. Walde.
2Roche, m.(-/, Pl.-n): der Turm im Schach- spiel. Mit schwacher Biegung 1616 b. Selenus, aber starkflekt. mhd. roch n. u. m.; dazu mnd. roch, mndl. roc m., isl. hrökr m. Mit dem Schachspiel überkommen aus glbd. afrz. roc m., ital. rocco, span. port. roque m., von pers. rokh mit Bogenschützen besetzter Elefant». rochieren, v.: den König mit dem Turme wechseln, aus glbd. frz. roguer, von ital. roccare.
röcheln, v.: mit Rasseln in der Luftröhre atmen. 1540 bei Alberus rocheln, in der Zimm. Chron. ² 3, 298, 22 röchlen, im 15. Jh. rucheln, rücheln, mhd. rühelen, ruhelen, im 12. Jh. ruο- helen«wiehern, brüllen, röcheln»(noch bayr. röheln, rüheln cröcheln, grunzen, wieherns, schweiz. rüchelen, röchelen, rochelen«grunzen,
wiehern, laut auflachenꝰ, b. Voß Ged. 2, 284 das Röcheln der Frösche). Abgel. von ahd. rohôn u. ruhen, mhd. rohen, ruhen u. rluvwen«brüllen?, wahrscheinl. urverw. mit abg. rynqti«brüllem, ir. rucht«Gebrüll», lat. rugire cbrüllen?, gr. 6puruc m. Gebrüll».
Rock, m.(-Lels, Pl. Röcke): Oberkleid der Männer; unteres Kleidungsstück der Weiber (im Mittelalter ihr von den Schultern bis zu den Füßen reichendes Obergewand). Mhd. roc m.(Pl. röcke u. rocke), ahd.(h)roc(h) m.; dazu and. hroc, mnd. rock, roch, mndl. rock, afrs. (h)rok, ags. rocc, anord. rokkr m. Aus dem Germ. frühmlat.(h)roccus m. Rock“, frz. rochet, ital. rocchetto m.«Chorhemd. Es stehen Formen mit u. ohne anlaut. R nebeneinander, vgl. Frackc. Urverw. mit den Formen ohne 7 ist wohl ir. rucht«tunica», rogait«Spinn- rocken. Vgl. Idg. Forsch. 18, 508.
Rockelor, m.(-Lels, Pl.-e): Reise-, Regen- mantel, Mantelrock. 1788 bei Haas teutsch. u. frz. Wb. 2, 768, mit Anlehnung an Rock aus glbd. frz. roguelaure f., benannt nach Antoine Gaston Jean Baptiste Herzog von Roquelaure († 1738), der jenen Mantel einführte.
Rocken, m.(-S, Pl. wie Sg.): Stock, an den der Flachs-, Hanf-, Wollenflausch zum Ab- spinnen angelegt wird; dieser Flausch selbst. Mbd. rocke, ahd. ro(c)cho, rocko, im 12. Jh. auch roche m.; dazu mndl. rock, nndl. rok, (entl.) engl. rock, anord. roklr m., dän. rok, schwed. rock. Aus dem Germ. entl. ital. rocca f.«Spinnrocken». Viell. wurzelverw. mit Rock s. d. Ndd. Wockeen ist unverw., falls nicht im Idg. ein r verloren gegangen ist.
1Rodel, m.(-s, Pl. wie Sg.) u. f.(Pl.-n): Rolle, Register, Verzeichnis, dann Urkunde. Noch in Osterreich als F., in der Schweiz als M. Mhd. rodel m. f., aus lat. rotula f., rotulus m., Rädchen», im Mlat. zusammengerolltesSchrift- stück, Dim. von lat. rota f.«Radv. Vgl. Rolle.
²Rodel, m.(-s, Pl. wie Sg.), f.(Pl.-n): Sportschlitten. Bayr. 1836 b. Schmeller. Viell. aus lad. rodella«Rad, Scheibe; Rädchen an Stühlens»; ir a rodellas chinunterkollern»(von lat. rota f.«Rad»). Vgl. ZADSpr. 24, 94. 4 BL. rodeln, v., in neuster Zeit in die Sehrift- sprache aufgenommen.
roden, v.: arbeitend mit den Wurzeln aus der Erde tilgen, urbar machen. Md. im 13. Jh. roden, Nebenform des obd. reuten(s. d.), mnd. roden, raden, 1477 elev. raden, ndl. 1598 ro(e)den, afrs. rotha, engl. rode. Dazu Rod, n.(Pl. im 16. Jh. Röder, im 14. Jh. roder): angerodetes
38*


