Riste wist«Handgelenk», anord. rist f. cSpann des Fußesy, dän.-schwed. vrist m.«Fußspann». Nebenformen sind Rißs m., 1691 bei Stieler, schon im 15. Jh. bei Diefenbach gl. 420 2; Rite m. b. Albr. Dürer, Reiß m. 1795 b. Nemnich, Riest m. bei Adelung 1777, bei Frisch 1741 Riester m.«der Fußrücken». Viell. gleichen Stammes wie glbd. Reihen m.(s. 2Reihen) aus orihstis. Andre denken an Verwandtschaft mit ahd. ridan, ags. wridan«drehen-(. Reiste und Reitel).
Riste, s. Reiste.
Ritt, m.(-els, Pl.-e): Fortbewegung zu Pferde. 1482 im Voc. theut. bbl bygtte, reytung, 1541 bei Frisius 320 b Ritt in der Bed.«Reit- wesenv». Zu reiten(s. d.). 4BL. rittlings, adv.: wie beim Ritt, 1678 bei Krämer neben reutlings(s. reitlings), bei H. Sachs gritling (mit vorgesetztem ge-). ZUS. Rittmeister, m.: Hauptmann der Reiterei. 1552 bei Lilien- cron 4, 554 b. Zu Ritt in der Bed.«equitatus, der raisig Zeug» 1618 bei Schönsleder, mnd. rét n.«Reitergeschwader, ndl. 1598 vrit e) «turmae equitatum». Mnd. ride-, ritméster m. cder Führer des reisigen Heeres».
Ritten, m.(-s, Pl. wie Sg.): Fieber. Bei Luther zu Matth. 8, 14 Ritten auff Deudsch, Fiber ist Latinisch, im 17. Jh. veraltend, aber noch 1802 b. Klamer Schmidt kom. Dicht. 125. Mhd. rit(!)e, im 15. Jh. auch ritt, riet, ahd. ril(t)o m.; dazu and. rido m., mnd. rede, rit, mndl. redde, ridde, ags. hrid m.«Fieber». Zu
mhd. riden, ahd. ridõn zittern, bebenꝰ, rido m.
«das Zittern», ags. hridian«im Fieber sein), hrid f.«Sturmy. Urverw. mit air. crith«das ZLitterny. Weitres s. Walde unter erinis.
Ritter, m.(-s, Pl. wie Sg.): adliger Streiter zu Pferd, im Mittelalter mit Waffen- und in Ehrenrecht; Mitglied eines Ehrenordens. Mhd. rit(?)er m., als Frauenschützer Parz. 78, 19. Das Wort kommt mit dem Ritterwesen aus dem Ndl., vgl. AfdA. 28, 158, ZfdW. 2, 76. Weitres s. unter Reiter. Als Gebäck arme Ritter«Semmelschnitten, mit Ei übergossen und in Fett gebacken», schon Mitte des 14. Jh. im Buch v. guter Speise 18. RA. an jem. zum Ritter werden, eig.«als Gegner im Turnier», bei Luther 5, 3072. 4BL. ritterlich, adj., mhd. ritter-, riter-, riterlich«einem Ritter ge- ziemends. Ritterschaft, f., mhd. ritter-, riter-, riterschaft f. Rittertum, n., neures Wort, erst 1809 bei Campe. ZUS. Ritter- gut, n.: Landgut, dessen Besitzer urspr. dem Lehnsherrn Kriegsdienste zu Pferd zu leisten
Robbe 596
hatte, 1641 bei Schottel 390. Ritterschlag, m.: Schlag mit flachem Schwert auf Rücken od. Schulter, durch den der Knappe feierlich zum Ritter geschlagen wurde, mhd. im 14. Jh. ritterslag(Suchenwirt 4, 421). Rittersporn, m.: die Pflanze delphinium consolida, um 1480 im Voc. inc. teut. aa 7², dafür mnd. ridder- blome. Rittersmann, m., 1493 bei Lilien- cron 2, 327 5b riddersman.
rittlings, Rittmeister, s. Ritt.
Rituäl, n.(Lels, Pl.-e): Inbegriff der feier- lichen Formeln, Gebräuche beim Gottesdienst usw. Aus lat. itudle, dem Ntr. von rituãlis den religiösen Brauch betreffend», von ritus m.«religiöser Brauchy». 1787 bei Kramer in deutscher Form. rituéll, adj.: zum religiösen (bes. dem jüdischen) Gebrauch gehörig. 1813 b. Campe. Aus glbd. frz. rituel von lat. rεtuis (§. o.). Ritus, m.(Gen. ebenso, Pl.-fen u. wie Sg.): Feier-, Kirchengebrauch. 1694 bei Nehring. Das lat. rilus m., s. o.
Ritz, m.(-es, Pl.-e) u. Ritze, f.(Pl. n): Spalt, Schlitz, kleinre Offnung. Mhd., bes. md. riz m., im 15. Jh. ritze f.(Diefenb. nov. gl. 319²) u. rizze, risse f.; dazu mnd. risse, ritze f. u. rite, rete f.«Ritze, Spalte». ritz, interj. zur Bezeichnung des Auf- od. Zerreißens sowie der Schnelligkeit(Gleim 3, 200), dann schall- malend mit Ablaut ritz ratz(Weiße Opern 3, 96), ebenso ritsch(Wieland 10, 347) u. ritsch ratsch(1768 im Brem. Wb.). Von ritzen, v:: mit der Spitze leicht einschneiden. Mhd. ritzen, ahd. rizzan u. rizzön«leicht verletzen, ver- wunden, stecheny. Zu reißen(s. d.). ZUS. ritz(e)rot, adj.: grell rot, brennend rot, spät- mhd. am Rhein riterôt, ebenso 1540 bei Alberus dict. E3³½ u. FF 32 aus der Wetterau, noch schwäb.-frk.-hess. Gew. als«blutrot⸗, d. h. als Zss. mit Ritz im Gedanken an blutige Haut- ritze erklärt, Schmeller aber verweist auf ahd. rezza, reiza f.«purpurtuch».
Riväl(e), m.(1s u.-en, Pl.-e u.-en): Neben- buhler. 1703 bei Wächtler. Aus lat. ĩuνlis m. Nebenbuhlery.
Roastbeef(spr. röstbtJ†), n.(-s, Pl.-s): Art Rostbraten. Aus glbd. engl. roast beef, eig. «geröstetes Rindy. Im 18. Jh.(Zfd W. 8, 92).
Robbe, f.(Pl.-/): der Seehund. 1741 bei Frisch, 1777 b. Adelung u. noch bei Heinsius M. Aus nd. ruhhe m.(1768 im Brem. Wb.), im 17. Jh. See Robbe, ndl. ro(be) m.«Seehund» (1598 b. Kilian robbelken]«Kaninchen); nicht verw. mit glbd. dän.-norweg. kobbe, isländ. kohbi m. Altre Namen für das Tier sind Meer-


