Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
593-594
Einzelbild herunterladen

593 Rippe

Rist 594

Rippe, f.(Pl.-n): einer der schmalen ge- krümmten platten, den Brustkorb bildenden Knochen; Stengelfortsatz im Pflanzenblatte (1731 bei Zincke öcon. Lex., mndl. ribbeken) usw. In der 1. Bed. mhd. rippe f., auch ribhe, ribe, riebe(daher bei Luther Riebe f.) und ripp(e) n., ahd. rippa, ribba f. u. rip(p)i, ribbi n. (noch bayr. Ripp n.); dazu and. Dat. ribbun, mnd. ribbe, rebbe n. m., mndl. ribbe, afrs. rib, reb n., ags. ribb n., engl. rib, anord. rif n.«Rippeꝰ. Entl. schwed. ribba, dän. ribbe Querleistey. Gleichen Stammes wie Rebe(s. d.). Urverw. mit abg. rebro n. Rippe». 4 BL. rippen, v.: mit Rippen versehen, bes. im Part. gerippt, 1537 b. Dasypodius, clev. 1477 gerybt. rippig, adj.: gerippt, 1590 bei Fischart Garg. 87, sonst im 16. Jh. rippelch)t. ZUS. Rippenfell, n.: die Haut, mit der die Brusthöhle ausgekleidet ist, im 16. Jh. bei Ryff Anatomie 30 b das Dim. Ripfällin n. Rippenstoß, m., 1524 bei Schade Satiren 3, 148, 34 Ripstol. Rippe(n)speer, älter auch Ribbespeer, n.: gebratne Schweins- rippchen, hohl zusammengenäht u. mit Apfeln gefüllt; Schweinsstück vom Rücken. Aus glbd. mnd.(15. Jh.) ribbesper n., eig. wohl«Rippen- sparrwerk», von mnd. Sper n.«Gespärre, Sparr- werk od. mit mnd. sper«Speer» 2gs., dann«Rip- pen am Spieß. Ins Dän. entl. als ribbe(n)spär.

rippeln, v. refl.: sich etwas rühren, regen (Weiße Jagd 1, 5); sich gegen einen Stärkern auflehnen(1718 bei Melissus Salinde 178). In Mitteldtschld., dafür nd. rüppeln. Im Ablaut zu rappeln u. henneberg. ruppeln stehend, gleichen Stammes wie mnd. reppen«rühren, bewegen», refl.«sich fortmachenꝰ, afrs. reppa«bewegen», ags. hrepian, hreppan«an-, berühren», anord. hreppa. In manchen Ma. statt ribbeln(s. d.).

Rips, m.(-es, Pl.-e): gerippter Stoff. In der 1. H. des 19. Jh. aus glbd. engl. ribs, eig. Pl. von Tib Rippes.

ripsraps! interj.: in aller Eile, größter Ge- schwindigkeit, mit dem Nebenbegriff unordent- licher Flüchtigkeit. 1520 b. Luther 1, 269 b rips raps, 1512 b. Murner Narr. 21, 30 rips und raps. Zu rapsen(s. d.), in ablautender Verdopplung wie klifclaff, klippklapp, ritschratsch, Schnich- schnach usw. Vgl. 2Raps, Rapuse.

Risch, m.(-es, Pl.-e): die Sumpfbinse scirpus palustris. In Norddtschld. Hannöve- risch Rische f., mnd. risch, risk u. rusch, 1420 rusche f., dazu ndl. rusch n., ags. risc, rics m., engl. rush, aus lat. ruscus m.«der binsenähnlich zum Binden dienende Mäusedorn»(s. Brüsch), dessen Namen der Deutsche entlehnend mhd.

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

in rusche f., im 15. Jh. in rische(Diefenbach gl. 504 b) wandelte. S. Rusch. risch, adj.: sehr lebhaft, schnell. Md. schon im 13. Jh. risch, Nebenform zu rasch(s. d.). Im Ablaut bildete Bürger wild. Jäg. 3 das Adv. rischrasch aus risch und rasch, wie 1596 bei Fronsperger Kriegsb. 2, 151 b risch und rasch. Rise, f.(Pl.-n): Schleier. Mhd. rise, ahd. risa f.«Art Schleier; dazu and. T1sil«Art Schleier». Wohl zu mhd. risen, s. rieseln. Risiko, n.(-s, Pl.-s): Gefahr, Wagnis. Im 17. Jh. aus ital. risico, risco(1728 bei Spe- rander auch Risco) m.(frz. risgque m.) Ge- fahr». Unsichrer Herkunft. riskänt, adj.: gefährlich, gewagt. 1801 bei Campe. ris- kieren, v.: Gefahr laufen, wagen, aufs Spiel setzen, 1694 bei Nehring risigiren, risquiren, aus glbd. frz. risquer, ital. rischiare. Rispe, f.(Pl.-n/): vielverästelte Khre. 1604 b. Colerus Hausb. 3, 141 büschelartige Ahre», mhd. rispe f.«Gezweig, Gesträuch, Büschel», wozu ahd. hrispahi n.«Gesträuch», bayr. Rei- spel m. Reiserbüschelchen», Reispen f. das Abgezupfte, Abgebrochne» u. frk. Rispel m. Gehänge von Zwiebeln od. Obsty, nach Wei- gand von mhd. respen, ahd. hrespan crupfen, raffen, einlesen u. zusammenbinden». Viell. besser zu lat. crispus ckraus», vgl. Walde. rispeln, v.: ein leises, schnell vorüber- gehendes Geräusch machen. Ofter bei Droste- Hülshoff. Nordd. Wohl lautnachahmend. Riß, m.(Gen.-sses, Pl. Sse): Trennung durch Reißen, Spalt; Zeichnung bloß in Linien. Spätmhd. riz m.«Ritzy u. riz m.«Umriß, Um- kreis», ahd. riz m.(Pl. 3zi)«Furche, Strich, Buchstabe»; dazu ags. writ n.«Schrifto, ebenso engl. zwrit, anord. rit n.«Schreiben, Schrift⸗, got. writs m.«Strich in der Schrift, Punkt. Aus der Bed.«gezeichnete Linien(1561 bei Maaler Risß m.) entwickelte sich die Bed.«Um- rißzeichnung, gezeichnete Abbildungs(1566 im Titel der«Figuren über alle Fabeln Esopi durch Vergil. Solis», Frankf. a. M.). Zu reißen(s. d.). Vgl. Ritz. 4B L. rissig, adj.: Spalten habend, 1691 bei Stieler riig, 1664 bei Duez rissicht. Rist, m.,(bayr. auch) n.(Jes, Pl.-e): Hand- od. Fußwurzelgelenk, Hand- od. Fußrücken; Halsgelenk an der Schulter des Pferdes. In diesen Bedd. mhd. rist m., riste f. u. rist(e) n.; dazu mnd. arist«Handwurzel», nnd. zwrist f. «Arm u. Fuß rings um das Arm- u. Fußgelenks, afrs. hondriust, handoirst, fotwerst f. Hand-, Fußgelenk», ags. Wwrist, handayrst f.«Faust- gelenb, enõourste f. Pl.«Kniegelenkes, engl. 38