Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
587-588
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587 Riemen

Riffel 588

Riem, mhd. rieme, md. auch rime, ahd. riumo,

riomo, riemo m.; dazu asächs. riomo, mnd. réme, mndl, riem, ags. réoma m., engl. rean; in der 2. Bed. 1398 in Basler Rechtsquellen 1, 37. Viell. zu gr. bOuo n. Zugseil», von gr. épeiv«zieheny. RA. Riemen schneiden aus anderer Leute Le- der auf andrer Leute Kosten sich einen Vor- teil verschaffeny, mhd. ander liuten leder riemen snãden. 4BL. Riemer, m.(*s, Pl. wie Sg.): Lederzeugverfertiger, 1429 bei Diefenb. nov. gl. 114 b riemer. ZUS. Riemenstecher, m.: cbetrügerische Landläuffer auf den Jahr- märckten, so einen Riemen mit gemachten Krümmen zusammenrollen, man mag darein stechen wie man will, so können sie machen, daß der Stich neben dem Riemen hingeht», Frisch 1741; schon mhd. riemenstecher m. u. als Glücksspiel(1279) riemstechen n. Vgl. Durchstecherei.

²Riemen, m.(d, Pl. wie Sg.): Ruder, Ruder- stange. Am Rhein u. an der Seeküste. Mhd. rieme, ahd. riemo m.; dazu mnd. reme, rém m. n., mndl. rien. Entl. aus lat. rmus m.«Ruder.

Ries, n.(-és, Pl.-e u. wie Sg. nach Zahlen): früher 20 Buch Papier, seit 1875 1000 Bogen. Mhd. im 14. Jh. ri3(3), rist f. u. rise m.(Akk. risen), im 15. Jh. riıs m. n.(Pl. rissen) u. ries, rieß, im 16. u. 17. Jh. auch Reiß n.; dazu mnd. resemeè f.,(aus dem Deutschen) schwed.-dän. ris n. Aus glbd. mlat. risma f., rismaus m., ital. risma f. Aus span.-port. resma f. stammt afrz. raime(frz. rame) f., woraus ndl. riem, engl. ream. Alle aus arab. rizma«Pack, Bün- del, Papierstoß.

1Riese, m.(Pl.-n): übergroßer Mensch. Mhd. rise, md. riese, ndrhein. im 14. Jh. reise, ahd. riso m.(Pl. risen) u. ris(i) m.(Gen. rises); dazu andfrk. wrisil m.«Riesey u. asächs. Wrisi- lik Adj.«von Riesen herrührendy, mnd. rese, mndl. rese, reuse, nndl. reus, anord. risi m., schwed. rese, dän. rise. Kaum zu aind. vyd, da dies eig.«männlich» bedeutet. Eher zu gr. biov n.«Bergspitze, Vorgebirge»(aus iorison). Vgl. noch Bezz. Btr. 1, 166. 4BL riesenhaft, adj., 1691 bei Stieler. riesig, adj., bei Campe 1809, früher riesicht(Stieler 1691), dafür mhd. riseneht u. risenisch. Riesin, f., 1642 bei Duez. ZS. Riesengebirge, n., 1691 bei Stieler. Riesenschlange, f.: die größte u. stärkste Schlange, Boa constrictor, 1793 bei Nemnich.

*Riese, f.(Pl.-n): natürliche od. künstliche Holzrutschbahn an einem Bergabhang. Noch in obd. Ma. Mhd. rise f., wohl mit J. Zu dem unter Reise behandelten ahd. risan fallen».

Riesel, m.(-s): Frieselausschlag, Masern. Noch in Osterreich; luxemb. riselen pl.«Schar- lachfiebery. Im 15. Jh. ryßeln, ryseln(Diefen- bach gl. 324 ²), in Luthers Tischr. 433 b Rieseln Hautflecken», wohl bildl. nach mhd. risel m. cdas vom Himmel Herabfallende wie Regen, Tau, Hagelkörner»(s. rieseln).

rieseln, v.: tröpfchen-, körnchenweise nie- derfallen. Mhd. riselen«in kleinen Tröpfchen regnens, wie mhd. risel m.(s. Riesel) abgel. von mhd. risen, ahd. risan cfallen, tröpfeln, regnen»(s. Reise). ZUS. Rieselfeld, n.

Riesling, m.(-s, Pl.-e): eine Art mittel- großer, dichter Weintrauben mit gelblichen süßen würzigen Beeren. funf virteil wingart ist Rußlinge hinden kirßgarten Urk. d. d. Worms 20. 3. 1490; ein Nußling awingart Urk. d. d. Worms 12.5. 1494(s. Quartalblätter d. hist. Vereins f. d. Grofh. Hessen 1879 S. 2628), 1565 Rißling, 1587 b. Lonicerus Kräuterb. 34° Rüßling. Dunkler Herkunft.

1Riester, m. n.(*H) u. f.: Pflugsterze; Streich- brett am Pfluge. In den Ma. weit verbreitet, bayr.-schweiz. als F., thür.-luxemb. als M., mrhein. als Ntr. Mhd. riester f. n., im 12. Jh. riestere f., ahd.-and. riostra f., riostar n.«Pflug- sterzey, auch«Sech», md. 7Tister f., daneben spätmhd. rist m. n.«Pflugsterze», ags. réost n. u. engl. rest«das Holz, in dem das Pflugeisen steckty. Wahrscheinlich gleichen Stammes wie Reute f. Hacke zum Reuten»(s. d.), mit Suffix -tro gebildet.

*Riester, m.(-s, Pl. wie Sg.): Flickfleck auf zerrißnes Oberleder des Schuhwerks. In Franken u. Thüringen Rister m., schweiz.-els. Riester m., mrhein. Reister, Riester m. n., nd. Reister, Reuster, Reester. Viell. gleicher Her- kunft wie Altreis, mhd. altriuze, 1363 reuzze, 1482 rewohe m. Schuhflickerv.

Riet, s. Ried.

Riff, n.(-Lels, Pl.-e): schmale Sandbank, Klippenbank im Meere. 1617 b. Hulsius Schiff. 15, 21 Riffe, 1647 bei Olearius pers. Reise- beschr. 214 Sandreff m. Aus dem Nd., mnd. ref n.(Dat. reue), und. rif, dazu ndl. rif n. Sandbank), dän. rev, schwed. ref n.«Sand-, Klippenbank in der See⸗, anord. rif n.«Sand- bank im Meere, Landzungen. Mehrfache An- knüpfung ist möglich. Kaum zu anord. rif n., d. Rippe. Eher zu lat. ripa f. der steile Rand, das Ufer eines Gewässers», gr. épinvn f.«Ab- sturz, Abgrund» oder zu lat. rũpés f.«steile Felswand, Klippe, Felsenklufto, falls aus*νοπν.

Riffel, f.(Pl.-n): Reffkamm zum Durch-