Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
583-584
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583 Rhetorik

Richte 584

derwalluf bei Mainz bis Lorch, mhd. R'ngou, ahd. Rinahgoꝛwi, Ringowe n. Rheingraf, m., als Titel einer reichsgräflichen Familie mit der Stammburg Rheingrafenstein(Wild- u. Rhein- graf), im 16. Jh. Reingraf(Zimm. Chron. ² 3, 448, 13). Rheinwein, m., im 16. Jh. Reinzwein (Zimm. Chron. ² 3, 572, 4).

Rhétorik, f.: Redekunst. 1478 bei Wyle 350, 1 rhetorick, aus gr.-Jat. rhetorice, rhetorica f., gr. bnropixi f., dem(mit Ergänzung von réxvn f.«Kunst) subst. F. des Adj. pnropixòc, gr. lat. rhétoricus«rednerisch», von gr. ffro m. cRedner». rhetõrisch, adj.:(schön)redne- risch, 1663 bei Schupp. 31, nach gr. lat. rhétorieus.

rheumätisch, adj.: mit Rheumatismus behaftet. Bei Goethe 33, 204, aber an Zelter 2, 252 rhevmatisch. Gebildet nach glbd. gr.- lat. rheumaticus, gr. 5euuœrixéc. Rheumatis- mus, m.(Pl.-men): Gliederreißen durch Er- kältung. Das gr.-lat. rheumalismus, gr. peuno- ricuòc m., von gr. lat. rheuma, gr. pεd n.«im Leibe herumziehender Krankheitsstoff, Fluß, Katarrho, von gr. péeiv«fließen». Nach Reuch- linischer Aussprache md. u. obd. im Volksmund Ehevma gesprochen.

Rhinzeros, n.(Gen. wie Nom. u.-osses), Pl.-sse): Nashorn. Mhd. rinôceros n., 1563 in Forers Fischb. 90 b FEhinocer, Rhenocer, aus gr. Jat. rhinoceros, gr. bivôxepuc m., von gr. bic f.(Gen. pivôc)«Nase u. képac n.«Horn.

Rhododéndron, n.(s, Pl.-dren): Pflanzen- gattung, zu der die Alpenrose gehört. Das gr. odödevdpov n., eig.«Rosenbaum»(bödov' n. Rosen, devdpov Baum).

Rhombus, m.(Pl.-ben): Raute, das gleich- seitige schiefwinklige Parallelogramm. 1716 b. Wolff. Das gr. Héuoc m. von pélεᷣeiv dreher.

Rhythmus, m.(Pl.-men): gleichförmige abgemeßne Bewegung; Zeit- u. Tonmaf, Vers- takt. In der 1. Bed. schon ahd. der Dat. Pl. ritmusen. Aus gr. lat. rhythmus, gr. buouòc m. cZeitmaß, Takt, Tonfall der Rede». rhyth- misch, adj., bei Goethe 14, 13, gebildet nach spätlat. rhythmicus, gr. puεμναεε taktmäßig.

ribben, v. reibend schaben, z. B. den Flachs. Häufiger die Abl. ribbeln, 1540 bei Alberus dict. C ich reib, ribel. Zu reiben.

Ribisel, f.(Pl.-/), auch n.(*I, Pl. wie Sg.): Johannisbeere. Ost. 1664 bei Duez Ribesel f., 1687 bei Hohberg 1, 669 Rihes-Beer. Aus spät- lat. ribesium, dem arab. Tibäs.

rich, in Männernamen(Dietrich, Fried- rich, Heinrich, Ulrich), mhd.-räch u.-rich, ahd.-räh, ags.-ric, anord. reler, stammt aus

dem Kelt.(s. Reich n.). Etwas ganz andres ist -rich in Tiernamen(Gänserich, Täuberich) u., eine vorherrschende Eigentümlichkeit anzei- gend, in Pflanzennamen wie Knôterich, Wege- rich, Weiderich.

Richard, Mannsname. Ahd. Richart, 2gs. aus ahd. rih(s.-rich) u. hart chartz. Der lange Vokal des ersten Wortteils im Familiennamen Reichart, Reichardt. Durch rom.-engl. Einfluß mhd. Ritschart(Parz. 665, Nibel. 2218, 1), bei Arnold chr. Slav. 7, 15 Riczhardus(Löwenherz).

Richte, f.: gerade Richtung, Richtweg, mhd. riht(e) f.(auch angerichtete Speise»), ahd. riht f. cgeradlinige Richtung, Richtschnur, Lenkung, Ordnung, Rechtswaltungs», and. rihti Regel, Richtschnur». Von recht. rich- ten, v.: das Wohin eines Dinges bestimmen; als recht, d. h. zu Recht erkennen; wie recht entscheiden; wie recht, d. h. nach Recht ver- urteilen; nach Verurteilung vom Leben zum Tode bringen. Mhd. rihten, ahd. rihtan«recht machen⸗, d. h.«in die gerade Linie kommen machen», dann«wohinaus bestimmen, lenken, ordnen, nach Recht(wie recht) od. gerichtlich urteilen, bereitenꝰ(ahd. disſc rihten«den Tisch, die Speise zur Schüssel ordnen, auftragen); dazu asächs. rihtjan caufrichten, beherrschen?, and. rihtian«richten, lenken?, afrs. riuchta crechtlich entscheiden», ags. rihtan cauf-, ein-, zurichteny, got. raihtjan in garashtjan«richten, rechtfertigeny». Abgeleitet von recht(s. d.) u. in manchen Bedd. von dem damit aufs engste verbundnen Recht(s. d.). 4 L. Richter, m. (, Pl. wie Sg.): Recht-, Urteilsprecher, mhd. rihtœre, rinter, ahd. rihtari m.(zuerst«Lenker, Ordner»), mnd. richtere, mndl. rechter, afrs. riuchter(e), ags. rihtere, anord. réttari m.; dazu richterlich, adj., 1532 in der Carolina Art. 196. Richtung, f.: das Geraderichten, die Hinwen- dung nach einer bestimmten Seite(erst nhd., vgl. Zfd W. 3, 153), mhd. rihtunge f.«Gericht, Urteil, Beilegung eines Streites, Austrag», ahd. rihtenga f.«Lenkung, Anordnung, Ge- richt, Urteil» usw., ags. rihting, rihtung, anord. rẽtting f. Z0S. Richtbeil, n.: Beil des Scharf- richters zum Hinrichten, 1680 bei Lohenstein Soph. 11, 332. Richtblei, n.: Senkblei, Richt- schnur, b. Luther Jes. 34, 11. Richtplatz, m.: Hinrichtungsstätte, 1678 bei Krämer; Richts- platz«Platz der Gerichtssitzungs bei Luther Apostelg. 17,19. Richtscheit, n. mdâ. im 13. Jh. richteschit n. Richtschmaus, m.: Schmaus für die Arbeiter, nachdem das Haus gerichtet (im Rohbau vollendet) ist. Auch Richt e)l-