Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
581-582
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581 Revolver

Rhein 582

aus glbd. frz. révolte f.(woher auch ndl. im 16. Jh. revolte), von révolter«sich erheben»(aus glbd. ital. rivoltare«aufrührerisch machen»). Davon revoltieren, v.: einen Aufruhr er- regen, 1703 bei Wächtler. Revolutiön, f. (Pl.-en): Umwälzung, bes. Staatsumwälzung. Im allgemeinen 1703 b. Wächtler, von der Um- drehung der Himmelskörper 1575 im Garg. 114, im politischen u. sozialen Sinne 1778 bei Möser patr. Phant. 1, 350 u. 355. Aus spätlat. revo- lätio f.«Umwälzung, Umlaufy, von lat. revol- vére«zurick-, umwälzens(re-«zurück, volvére wälzen»). Revolutiondr, m., aus frz.- volutionnaire m., 1801 bei Campe.

Revölver, m.(-s, Pl. wie Sg.): Pistole mit mehreren drehbaren Ladungskammern. Aus engl. revolver«Drehpistole», eig.«Umdreher', vom Amerikaner Colt 1828 erfunden. Zu engl. revolve«sich umdrehenꝰ», lat. revolvére um- wälzen». ZUS. Revölverpresse, f.: von skandal- u. erpressungssüchtigen Journalisten geleitete Presse. Als Schlagwort etwa seit 1873, vgl. Ladendorf.

Revüe, besser Revü, f.(Pl.-n): Musterung, Heerschau(1710 b. Nehring Revüef.); Zeitschrift. Aus glbd. frz. revue f., von frz. révoir enachseheny.

Rezensént, m.(-en, Pl.-en): Beurteiler einer Schrift usw. Im 18. Jh.(bei Goethe, Schiller), aus recensens, dem Part. Präs. von lat. recensére«wiederholt, sorgfältig prüfen u. beurteilen». rezensieren, v.: beurteilend anzeigen, 1694 bei Nehring«erzählen?, 1728 bei Sperander«mustern?, aus lat. recensére. Rezensiön, f.(Pl.-en): beurteilende Anzeige (bei Goethe 28, 165, Herder z. Theol. 15, 270), die Durchsicht eines Schriftwerkes zum Zweck der Textberichtigung u. Herausgabe, aus lat. recensio f.«Musterungy.

Rezepisse, n.(-els, Pl. 1s]): Empfangs- schein. Der lat. Inf. Perf. recépisse cempfangen zu haben(bescheinigt)» von recipere«emp- fangen». 1703 bei Wächtler.

Rezépt, n.(-s, Pl.-e): Vorschrift zur Zu- bereitung. Spätmhd. im 15. Jh. recept n., aus lat. receptum, dem Ntr. des Part. Perf. Pass. receptus, von recipèére«zurück, annehmen); nach dem Anfangswort recipe«nimmy bei Grimmelshausen 4, 56 Kz. ein padr Recipe.

Rezéß, m.(esses, Pl.-esse): Vergleich, Ver- trag; Geldrückstand. In der 1. Bed. 1562 b. Ma- thesius Sar. 30 b, aus lat. recessus m.«Rücktritt, Rückgang, Heimkehr», im Mlat. auch«Abschied, Schluß, Vergleich», von lat. recédére«zurück- weichen»(re-«zurück», cédére«weichen»).

Rezidiv, n.(-Lels, Pl.-e), öst. auch Re- zidive, f.(Pl.-n): Rückfall bei einer Krank- heit. 1703 bei Wächtler. Von lat. recidivus adj.«rückfälligꝰ zu lat. recidere«zurückfallen⸗ (lat. re-«zurück» u. cadere æfallen»).

reziprõk, adj.: wechselseitig; rückdeutend, zurückbezüglich. Im 18. Jh.(1712 bei Hübner das lat. Adv. reciproce) aus lat. reciprocus«auf derselben Bahn zurückgehend, dann zurück- wirkend, wechselseitig».

Rezitatiön, f.(Pl.-en): Vortrag(eines Gedichtes u. a.), 1728 bei Sperander. Das glbd. fr⁊. récitation f., lat. recitãtio f. Rezitativ, n.: Deklamation in gesungnen Tönen, 1712 bei Hübner, aus glbd. ital. recitativo m., von lat. recitare. rezitieren, v.: hersagen, vortragen. 1540 bei Alberus dict. Yy, aus glbd. lat. recitare(re-«zurück, entgegen», citãre æin Bewegung setzen, immer hören lassen»).

Rhabärber, m.(s, Pl. wie Sg.): die Arznei- pflanze rheum; das Heilmittel daraus. 1678 bei Krämer Rabarber f., 1556 bei Frisius Rhabar- baree f. Aus mlat. rha barbarum n., d. h. die, wie Ammianus Marcellinus 22, 8 berichtet, an den Ufern des Rha(Wolga) wachsende u. mit die- sem Plusse gleichnamige Wurzel(gr. 5§ n.), mit dem Zusatz«ausländisch»(lat. barbarus). Die ursprüngliche Heimat der echten Wurzel aber sind die Gebirgsgegenden von China u. Tibet.

Rhachitis, s. Rachätis.

Rhapöntika, f.(Pl.s): eine als Stärkungs- mittel und zum Salat dienende Rhabarberart. 1546 bei Bock 52² Ehapontic, 1561 bei Maaler Rhapontica f. Aus mlat. rha ponticum n.«das aus den Pontusländern(ponticus«pontisch) stammende Rhas, s. Rhebarher.

Rhapsöde, m.(-n/, Pl.-n): Sänger, Vor- träger epischer Gedichte. In der 2. H. des 19. Jhs. aus glbd. gr. bναινο᷑¶œꝙοm. Rhapsodie, f.(Pl.-n): episches Gedicht(von Rhapsoden vorgetragen). Im 18. Jh. aus gr. Howodid f.

Rhede, s. Reede.

Rhein, m.(-s): der westdeutsche Fluß. Mhd. Ein, ahd.(H)rin m., wie lat. Rhénas, gr. Pfvoc m., wahrscheinlich aus der Sprache der in ältester Zeit am Rhein wohnenden Kelten (vgl. den Fluß Reno, lat. Rhénus, im ehemals keltischen Oberitalien). 4BL. rheinisch, adj., mhd. rin(i)sch. ZUS. Rheinanke, m. (n, Pl. n): die Lachsforelle, weil ihr Fang bes. im Rhein ergiebig war, denn es gibt auch IIl- u. Innanten. Mhd. rinanche, gekürzt renke m., heute Renkx(e)(s. d.). Rheingau, m. n.: das Weinland am rechten Rheinufer von Nie-

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