579 reüssieren
des Vogtes von Plauen u. Weida Heinrich,
der im 13. Jh. lange in Rußland lebte u. mit der Enkelin einer russischen Fürstin vermählt war(Henricus dictus Ruaze), übertrug sich auf seine Nachkommen u. sein Land(Reuß). Nach dem Volksnamen wie Wallach Reuß m.«ka- striertes Pferd⸗, 1691 bei Stieler, dazu reußen «wallachen, kastriereny bei H. Sachs.
reüssieren, öst.-bayr. reussieren, v.: gelingen, Erfolg haben. 1703 bei Wächtler. Aus glbd. frz. réussir u. dies von ital. riuscire, eig.«wieder herausgeheny.
Reute, f.(Pl.-n): ausgereutetes Stück Land; Hacke zum Reuten, Pflugstab zum Be- seitigen der sich anhängenden Erde. In der 1. Bed. mhd. riute f. neben riute n., ahd. riuti n. (noch bayr. Reut n.); in der 2. Bed. mhd. riute f. neben riutel, md. rötel f.«Pflugstaby. Von reuten, v.: urbar machen. Mhd. riuten, md. rãten, ahd. riutan; dazu anord.(h)rycha, engl. rode urbar machen». Urverw. mit aw. raoi)dja-«reutbar»(vgl. Idg. Forsch. 18, 243). Vgl. Riedl, roden, rotten.
Reuter, m.(-s, Pl. wie Sg.): Reiter. Noch mundartl., z. B. wetterau. 1482 im Voc. theut. aa 8 reoter«Befehlshaber über eine kleine Abteilung reitender Krieger, clev. 1477 ruter «satelles, satrapa, decurio», im mrhein. Voc. ex quo 1469 ruyther u. mnd. ruten m.«Krieger zu Pferd», doch bei Keisersberg u. bei Brant Narr. 79, 1 ff. rüter m. auch noch in der ur- sprünglichen Bed.«Wegelagrer», ebenso 1417 bei Diefenb. nov. gl. 300 b predo, rouer, rüter, wie spätmhd. räütri triben«zu Pferd auf Raub ausgehen⸗(Teufels Netz 8168, vgl. Hecken- reiter). Das Wort ist vom Rheine her ein- gedrungen aus mudl. ruiter, ruyter m.«Wege- lagrer, Straßenräuber, Räuber, Plündrers, u. diese Leute waren häufig zu Pferd, woher im 16. Jh. die Bed.«Krieger zu Pferd», mndl. ruyter te peerde, mnd. ruter, äãlternhd. seit dem 15. Jh. Reuter(s. Reiter). Jenes mndl. ruiter aber ist gebildet aus mlat. rut h)erus, rutarius, rotarius m.«Räubery, dann Kriegerv, ur- sprünglicher ruptarius(11. Jh.), von mlat. pata, rupta f.(S. Rotte), wie mndl.-nndl. ruiten, mnd. ruten«rauben, plündern» aus dem von rufta abgeleiteten mlat. rutare«hin-, zu Boden, nie- derwerfen». Dazu mudl.(15. Jh.) raterye f. «Kriegswesen», im 16. Jh. ruiterije, ruyterije u. nndl. rueri f.«Kriegsmannschaft zu Pferds, älternhd. Reuterei(s. Reiterei).
Revänche(spr.-odse), f.(Pl.-n): Ver- geltung, Rache, 1703 bei Wächtler. Das glbd.
Revolte 580
frz. revaneche f. von revanche, v., woraus re- vanchieren, v. refl.: Wiedervergeltung üben. 1643 im Sprachverderber 41 revengiern. Zu- grunde liegt lat. vindicare«rächen». Im 18. Jh. vielfach mit g geschrieben.
Revéille(spr. dwelje), f.(Pl.-n): das Wecken beim Heere. 1716 b. Ludwig. Früher in volkstümlicher Form Rebelle. Eig. Imp. des frz. réveiller«wecken).
Revenüe, besser, aber nicht amtlich Re- venũ, f.(Pl.-"): Einkommen, Einkünfte. 1703 b. Wüchtler. Das glbd. frz. revenz m., Part. Pass. von revenir«wiederkommen»(lat. reven?re).
Reverénz, f.(Pl.-en): Ehrerbietungsbe- zeigung; Verbeugung. Spätmhd. im 15. Jh. reverenz f., vom 16. bis Ende des 18. Jh. auch M. Wie mndl. reverencie f. aus lat. reverentia f. «Ehrerbietung», im Mlat.«Verbeugung», von reverens«ehrerbietigy, eig. Part. Präs. von lat. reveréri«Ehrfurcht, Ehrerbietung, Hochach- tung hegem(re-«wiedery, veréri csich scheueno).
Revérs, m.(-es, Pl.-e): Kehrseite einer Münze usw.; Umschlag am Rock; Verpflich- tungsschein. In 1. Bed. 1703 bei Wächtler aus glbd. fra. revers m.; in der 3. Bed. 1491 revers n., 1472 refers n. aus dem jenem frz. Worte zugrunde liegenden mlat. rebersun n. «Antwort», dem subst. Ntr. des Part. Perf. Pass. von lat. revertére«umkehren»(re-«u- rücky, vertére«kehren).
revidieren, v.: durchsehen. Bei Th. Platter 90 B. zum J. 1534, aus lat. revidére«wieder- sehen», im Mlat.«prüfend ein- u. durchsehen» (re-«wiederꝰ, vidére«sehen?). S. Revision.
Revier, n.(-els, Pl.-e): Bezirk. Alternhd. Refier, Revier auch F.(noch bei Schiller 2, 119 u. bayr.). Mhd. rivier(e) f. n., im 13. Jh. am Niederrhein rivér(e), revyrn. Gegend, Bezirko, neben mhd. rivier f. n.«Wasserlauf, Bach», mnd. riveᷣr«Flußy. Aus fra. rivière f.«Fluß, Uferꝰ, ital. ribiera f.«Ufery, eig.«fergegend» von rive f.«Ufery aus glbd. lat. ripa f. 4 B L. revieren, v.: in einem Jagdbezirke hin u. her suchen, von Jagdhunden 1777 bei Adelung, von Raubvögeln 1741 bei Frisch, bei H. Sachs refiren«im Revier umhergehenn.
Revisiön, f.(Pl.-en): wiederholte Durch- sicht, Prüfung. 1604 Revision(Germ. 29, 392), aus mlat. revĩsi f.«prüfende Wiederbesehung, von lat. reuidére(s. reviciieren). Revisor, m. (, Pl.-en): Nach-, Durchprüfer usw., 1679 bei Weise Marggraf v. Ancre 90, ein nlat. Gebilde von lat. revidére.
Revölte, f.(Pl.-n): Aufruhr. Im 17. Jh.


