Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
573-574
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573 Replik

Reservat 574

Replik, f.(Pl.-en): Entgegnung, 1571 bei Rot Replica neben Replication, wie 1500 in Reichsordn. 45 b Replication, aus lat. replicã- tio f. replizieren, v.: antworten, entgegnen, 1500 in Reichsordn. 45 b, 1486 in Thüring. Rechtsdenkm. 411, aus glbd. lat. replicãre, eig.«zurückfalten, rollen).

Repört, m.(-Lels, Pl.-e): Bericht; Sechie- bung(sgeschäft) an der Börse. Das glbd. frz. report m. von reporter(s. u.). Repõrter, m. (Ss, Pl. wie Sg.): Berichterstatter. Aus glbd. engl. reporter von report«berichten», u. dies aus frz. reporter(zgs. aus re- u. porter von lat. portãre«tragen).

Repositörium, n.(-s, Pl.-rien): Bretter- gestell, Bücher-, Aktenschrank. Das lat. repo- sitôrium n.«Tafelaufsatz in mehrern Etagen⸗- zu lat. reponere«xablegeny. 1703 bei Wächtler.

Repräsentänt, m.(en, Pl.-en): Vertreter, Abgeordneter. Im 18. Jh.(1791 bei Roth). Nach glbd. frz. représentant m., dem Part. Präs. von représenter(s. u.). Die Schreibung unter Einfluß des Lat. Repräsentatiön, f.: Vertre- tung. Nach lat. repraesentãtio f.«Abbildung, Vorstellung. 1728 bei Sperander. repräsen- tieren, v.: vergegenwärtigen, etwas vor- stellen, die Stelle vertreten. 1571 bei Rot. Aus glbd. lat. repraesentãre, von lat. prae- sens gegenwürtigs.

Repressälie, f.(Pl.-n): selbstgenommne Entschädigung, Gewaltmaßregelals Wiederver- geltung einersolchen. 1509 b. Brant Layenspie- gel O4b. Aus nlat. repressalia f., mlat. repren- saliae Pl., eig.«Lurücknahme des Genomm- nenꝰ, von lat. repre(he)ndére czurücknehmeny.

Reps, s. Raps.

Reptil, n.(s, Pl.-e u. ien): Kriechtier, Amphibie; Zeitungsschreiber im Solde der Regierung. In derl. Bed. in der 1. H. des 19. Jh. aus dem Ntr. des lat. reptilis c«kriechend; wo- her auch frz. reptile m.«Kriechtier»; in der 2. Bed. seit Bismarcks Reichstagsrede 30. 1.1869 (C. Ladendorf) Schlagwort, aber schon 1729 bei Hagedorn Versuch 58 Reptilis, ein Poet, in den der Schmiersucht Geist, Ein frostges Wortspiel Saltz, und Reimen dichten heißt. Die 2. Bed. führte dann zu Zss. wie Rep- tilienfonds, Reptilienpresse.

Republik, f.(Pl.-en): Freistaat. Im 17. u. 18. Jh.«Gemeinwesen, Staat überhaupt» (1673 bei Weise Erzn. 50 u. 1678 bei Krämer, auch«die Monarchie» bei Gottsched Weltw. 1, 601), im engern Sinne«Freistaaty 1777 bei Adelung. Aus glbd. frz. république, ital. repu-

blica f., von lat. respublica f.«Gemein-, Staats- wesen, Staaty,(res f. Sache, Wesenꝰ, publi- cus cöffentlich, zum Volke, Staate gehörigy. Republikäner, m., 1728 bei Sperander, u. republikänisch, adj.(Goethe 22, 23), nach frz. rεublicain, ital. republicano.

Reputatiön, f.: guter Ruf, Ansehen, 1514 bei Janssen 2, 899. Aus lat. reputãtio f. Be- rechnung, Erwägungo, fra. réputation f.«guter Rufs. reputierlich, adj.: ehrbar, anständig, einen guten Namen habend, 1678 bei Krämer. Von reputieren«bedenken, betrachten(bei Krämer), lat. reputãre.

Requiem, n.(*s, Pl.-s): Toten-,Seelenmesse (der kath. Kirche); ein für diese komponiertes Musikstück. Der Akk. vonlat. requiés f. Ruhes, nach den Anfangsworten reguiem aeternam doma eis«ewige Ruhe gib ihnen». Im 18. Jh.

requirieren, v.: wieder suchen, um etwas nachsuchen, um Beihilfe ersuchen; zurück- fordern, auskundschaften, Lieferungen fordern, beitreibeny. In der 1. Bed. Ende des 15. Jh. bei Liliencron 2, 195 b. Von lat. regusrère«for- dern, nachforschen». Requisft, n.(Lels,-en [preuf.-bayr. nur 8o],-e): Erfordernis, bes. zur Aufführung eines Bühnenstücks. 1791 b. Roth, 1728 b. Sperander requisita«Zubehör». Auch schonim 17. Jh. Requisiten. Das Part. Perf. Pass. vonlat. requireres. o. Requisitin, f.(Pl.-en): Nachforschung, Aufforderung, Ausschreibung von Lieferungen, Beitreibung. In der l. Bed. 1571 bei Rot. Aus lat. requlsitio f.«Untersuchungy.

Reséda(öst. nur so), Reséde, f.(Pl.-n u.-das): die wohlriechende Pflanze reseda odo- ratau. luteola(s. Wau). 1731 b. Zincke öcon. Lex. Reéseden-Kraut. Der Name ist imperativisch, aus dem Anfange der lat. Zauberformel reséda morbõös reséda«stille wieder die Krankheiten, stille wiedery(reséèdare«wieder stillen od. heilen?) entstanden, die bei Anwendung der um Rimini bekannten Pflanze zur Zerteilung aller Geschwülste u. Entzündungen dreimal gesprochen wurde(s. Plinius hist. nat. 27, 106).

Reservät, n.(-els, Pl.-e): Vorbehalt. 1791 bei Roth. Früher Reservatam, das Part. Perf. Pass. von reseryäãre(s. u.). Damit 2gs. Reservätrechte, 1791 b. Roth. Resérve, f. (Pl.-n): Vorbehalt, Rückhalt; Heer zur Not- hilſe. Im 17. Jh., aus frz. réserve f., von mlat. reservum n.«einschränkende Bedingung, ver- borgner Rückhalt⸗, zu lat. reservãre«zurück- behalten, versparen, vorbehaltens(re-czurück, servãre«erhalten»), woraus reservieren, v, 1571 bei Rot. Davon das Part. reserviert,