569 Remedur
Renne 570
aus glbd. mlat. religuie, Pl. von lat. reliquia f. «Uberresto, abgeleitet von lat. reliquus zu- rückgelassen, übrig, von relinquere«zurück-, hinterlassen⸗. Dafürälternhd. Heiltum, Heilig- lum, mhd. heiltuom, heilectuom n.
Remedür, f.: Abhilfe, Heilung, Verbeß- rung. 1791 bei Roth«ein gewöhnlicher ju- ristischer Ausdruck». Aus mlat. remedara f., von lat. remedidri, woher 1703 bei Wächtler remeciren«abhelfen, heilen». Von lat. reme- dium n.«Heilmittel», schon mhd. remedlie n.
Reminiszénz, f.(Pl.-en): Wiedererinne- rung, Anklang. Bei Goethe Br. 2, 15. Aus lat. reminiscentia f., von lat. reminisci«sich ins Gedächtnis zurückrufen?.
Remise, f. Pl.-n): Wagenschuppen, Schup- pen; ein Strich Feldgebüsch für Rebhühner od. Wild. In der 1. Bed. 1798 bei Adelung, in der 2. Bed. 1746 b. Döbel Jäger-Prac. 1, 125. Aus frz. remise f. Ort des Hinstellens, der Ruhey, dem subst. F. des frz. remis«wieder an seinen Platz gelegt», von lat. remissus, Part. Perf. Pass. von remittére«zurückschicken, zurückgehen lasseny, im Mlat. auch chinstelleny, wovon re- mittieren, v.: zurückschicken, 1571 bei Rot.
Remo(u)lädensauce, f.:(kalte) Sauce, namentñ. aus Eiern, Ol u. Senf bestehend. Aus glbd. frz. rémo(u)lade u. dies von ital. remo- lata f.«Heilsalbe für Pferde.
Remönte, f.(Pl.-n): Ergänzung, Ersatz, bes. des Abgangs ausgedienter Pferde bei der Reiterei u. Artillerie. 1728 bei Sperander. Aus glbd. frz. remonte f., von frz. remonter «wieder besteigen, wieder beritten machenꝰ.
rempeln, v.: drängen u. stoßen. In der Stu- dentenspr.(1825), aus glbd. nd. rempeln, rampeln. Viell. von rammen(s. d.). 4L. Rempeléi, f.
Rem(p)ter, m.(-s, Pl. wie Sg.): Speise- saal der Mönche. Alternhd. Rembter, mhd. revent(er), revental m. n. mit zahlreichen Nebenformen, mnd. ren(e)ter n., viell. um- gedeutet aus glbd. mlat. refectorium n., von lat. reficère«wiederherstellen, erfrischen, erholenꝰ.
Remuneratiön, f.(Pl.-en): Vergeltung, Belohnung für geleistete Dienste, 1703 bei Wächtler, aus lat. remänerãtio f. romune- rieren, v.: Geleistetes vergüten, belohnen, 1663 bei Schupp 801, aus lat. remtnerdre.
Renaissänce(spr. renässéꝛ), f.:(eig.) Wiedergeburt, dann bes. das Wiederaufleben der Künste u. Wissenschaften im Mittelalter u. zur Reformationszeit. Das glbd. frz. renais- sance f., von renaltre, lat. renasci«wieder (re) geboren werden».
Rencöntre, s. Renkontre.
Rendänt, m.(-en, Pl.-en): angestellter Rechnungsführer. Im 19. Jh.(1813 bei Campe) aus frz. rendant m.«Rechnungsablegender», eig. Part. Präs. von frz. rendre«zurückgeben, zahlen, Rechnung ablegen», von glbd. lat. reddèére. Dazu auch frz. rendement m., wovon Rendement, n.(Pl. s): Ertrag, Ausbeute. Wohl erst in der 2. H. des 19. Jh.
Rendezvous(spr. r&deroa), n.: Stelldichein (von Campe), verabredete Zusammenkunft. Im 17. Jh.«Versammlung der Soldaten im Kriege» (1616 bei Wallhausen Kriegsmanual 138ff., 1648 bei Kemnitz schwed. Krieg 1, 305 ²), im 18. Jh. von Liebespaaren. Aus glbd. frz. rendez-vous m., Imp. von se rendre«sich wohin begeben».
Renegdät, m.(-en, Pl.-en): Glaubensab- trünniger. 1601 bei Albertinus Kriegsleut Weckuhr 71, urspr.«ein Christ der ein Türck geworden ist»(Ludwig 1716), aus mlat. rene- gatus m., von mlat. renegare«verleugnen⸗ (lat. re-wieder, negãre«verneinen). Alterital. rinegato m.«Treu-, Bundbrücbigers.
Renétte, f.(Pl.-n): edle Apfelart. Im 18. Jh. aus frz. reinette f.«Königinapfel», von frz. reine f.«Königin»(lat. régina f.).
renitént, adj.: widerspenstig. Das glbd. frz. réniteni, lat. renãtens, Part. Präs. von reniti «sich entgegenstemmen». Im 18. Jh.(1791 bei Roth). Reniténz, f.: Widerspenstigkeit. Das glbd. frz. rénitence f., 1728 bei Sperander.
Renk, m.(-Lels,-en, Pl.-e[n]), bayr. nur Renke, f.(Pl.-n): am Bodensee der Blau- u. Weißfelchen im 4. Jahr. Aus mhd. rinanche Anke des Rheins»; Anke istunklarer Herkunft.
renken, v.: drehend, biegend, dehnend bewegen od. hin u. her bewegen. Fast nur in aus-, ein-, verrenken. Alternhd. rencken, mhd. renken, ahd. renkan(in birenkan)«drehend hin- u. herzerren; dazu ags. Wrencan, engl. Wwrench«drehen»(s. Ränke). Danebenälternhd. u. noch oberd. ranken refl.«sich dehnen u. strecken». Gleichen Stammes wie ringen(8. d.). Urverw. mit gr. béußerv cdrehen», böußoc m. cKreisely. Aus dem Germ. entl. ital. ranco ckreuzlahmy, dirancare causrenken?, prov. rancs«verrenkt», afrz. ranc, span. ranco «kreuzlahmy, arrancar causrenken?.
Renköntre, Rencöntre(spr. rekotr), n. (Ss, Pl. 5): Begegnung, Zusammenstoß. Das glbd. frz. rencontre f. von rencontrer«treffenꝰ, 788. aus re- u. encontrer(lat. in«iny u. contra cgegen»). Im 17. Jh.
Renne, s. Rinne.


