567 rekognoszieren mieren, v.: zurückfordern, in Anspruch nehmen(1712 bei Hübner); Einspruch tun (bei Rot 1571). Aus lat. reclãmäãre cdagegen- rufen, laut widersprechen, einwendeno. rekognoszieren, v. besichtigen, mustern; auskundschaften. In der 1. Bed. bei Rot 1571 recognoscirn«ein ding wider ubersehen und bessern? u. 1535 bei Hedio Josephus Vorr. 5 b, in der2. Bed. 1617 bei Wallhausen Corp. mil. 220. Aus lat. recognoscère«wieder u. wisder prüfend durchsehen, besichtigen.
rekommandieren, v.: empfehlen. 1617 im Teutschen Michel 40. Aus glbd. frz. recons- mander, von lat. re-«urück, wieder u. com- mendäre«empfehlen», zgs. mit lat. mandäre cauftragen, anvertrauen». Das Part. rekom- mandiert:(bei der Post) eingeschrieben.
Rekonvaleszént, m.(en, Pl.-en): ein Genesender. Im 18. Jh. aus nlat. reconvalescens, dem Part. Präs. von nlat. reconvalescére, 298. aus lat. re-«urück, wieder? u. convalescèére «völlig sich erholeny». Dazu Rekonvales- 2z62, f.: Genesung, 1703 bei Wächtler.
Rekörd, m.(-s, Pl.-s, bayr.-é):(im Sport- wesen) beste Leistung. In neurer Zeit aus engl. record«die auf einer öffentlichen Renn-
bahn bewiesne urkundliche Leistung eines Trabrennpferdesy, dann chöchste Leistung überhaupt», urspr.«Protokoll, Verzeichnis, Urkundey. Dies aus afrz. record von frz. re- corder«erinnern», lat. recordãre«wieder(re) ins Herz(cor), Gedächtnis bringen.
Rekrüt, m.(-en, Pl.-en): neugeworbner Soldat. 1617 im Teutschen Michel 36 Recrutten, 1664 bei Duez Rekräte f. die neugeworbne Mannschafty. Aus frz. recrue, älter recreue, recreute f.«Nachwuchs an Truppen, Ersatz- mannschaft», eig. Part. Prät. von frz. recrobtre (aus lat. recrescére)«wieder-, nachwachsen. Dazu rekrutieren, v., 1694 bei Nehring, recrutiren, aus frz. recruter«Mannschaft zu Soldaten aushebeny.
Rektor, m.(-S, Pl.-en): Schulvorsteher, Hochschulvorsteher. In letzter Bed. bei Luther 8, 8° J., aus lat. reckor m.«Lenker, Leiter, Erzieher», im Mlat. auch«Hochschulvorsteher» usw., von lat. regére(s. regieren). Rektoräat, n.(F, Pl.-e): Amt, Würde, Wohnung des Rekctors, 1678 b. Krämer, aus mlat. rectoratus m.
Reldis(spr. reld), n.(Pl. wie Sg., spr. läs): Vorspann, Pferdewechsel. Das frz. relais m. Eig. ein Post- u. Jagdausdruck. 1709 b. Hübner.
Relatiön, f.(Pl.-en): Berichterstattung, Bericht. 1495 in Reichsordn. 174. Aus lat.
Reliquie 568 relãtio f. das Zurücktragen, Berichterstattungo. relativ, adj.: sich beziehend, bezüglich, im 18. Jh.(bei Lessing 8, 211 relativ, 5, 60 rela- tivisch) aus glbd. spätlat. relãtzvus, von relãtus, dem Part. Perf. Pass. von refenre«zurücktragen, zurückführen, worauf beziehen, vor jemand zur Beurteilung bringen, vortragen». Relativ, n.(Lels, Pl.-e), auch Relativum(°s, Pl.-va): bezügliches Fürwort, erst im 19. Jh., aus dem Ntr. des lat. Adj. relãtruus.
Relegatiön, f.(Pl.-en): Verweisung von der Hochschule, 1509 in Brants Layenspiegel V6à, aus lat. relégäãtio f.«Verweisung, Ver- pannungy. relegieren, v.: von der Hoch- schule, einer höhern Schule verweisen, 1571 bei Rot, aus lat. relégãre«fortschicken, verbannenꝰ, von lat. re-«zurück» u. légäre uabsenden.
Reliéf, n.(-s, Pl.-S, bayr. auch-e): aus der Fläche hervortretendes Bild, Hochbild, erhabne Arbeit. 1712 bei Hübner. Aus glbd. frz. relief m., von lat. relevãyre«in die Höhe heben», zgs. aus lat. re-«wieder? u. levdre c«leicht machen», von lat. levis«leichty.
Religiön, f.(Pl.-en): Gottesverehrung, erkenntnis usw. 1517 in der Straßburger politischen Correspondenz, aus Humanisten- kreisen stammend, selten bei Luther, volks- tümlich gekürzt 1537 in den Basler Chroniken 1, 151 pelion. Aus lat. religio f.«gewissen- hafte Berücksichtigung, Gewissenhaftigkeit, Scheu des Gewissens, fromme Scheu u. Denk- weise, Gottesverehrungy. Über die Herkunft vgl. Walde. Von Lactantius von religare«ver- bindenv apgeleitet, was ahd. zu der Ubersetzung éhafti«Haftung durch Gesetz» führt, mhd. ë, s. Ehe. religiös, adj.: gottesfürchtig, fromm, 1571 bei Rot religios(noch bei Goethe neben religiõs), mhd.-mnd. religiôse m.«(durch Ge- lübde gebundner) Ordensgeistlichery. Aus lat. religiõsus«gewissenhaft, gottesfürchtig»; nach frz. religieuæ im 18. Jh. religiôs, anfangs in französ. Schreibung(Goethe). Religiosität, f.(bei Goethe, Schiller), aus lat. religiositas f.
Relikten, Pl.: Hinterbliebne. Das lat. relicti, Part. Perf. Pass. von relinquere«zurück- lasseny». Aus der Rechtssprache. 1728 bei Sperander relicta«eine Wittib».
Reling,(bayr. nur) m.(els, Pl.-e), üb- licher f.(Pl.-en): Geländer, bes. das um den Bord eines Schiffes. Ndd. Schifferausdruck, aus regeling von nd. r'egel«Riegel, Stange, Lattey. 1794 bei Röding.
Reliquie, f.(Pl.-n): Überbleibsel von einem Heiligen. Mhd.(um 1200) reliquie Pl.,


