565 Reiter
Reklame 566
cum etwas herumreiten», mnd. riden(auch creisen, sich wohin begebeny, dann(bildl. von Schiffen)«vor Anker liegen»), nnd. riden, rien, ndl. rijden, rijen(auch fahren, Schlittschuh- laufen), ags. ridan, engl. ride(nebst ags. räd f. Zug, Fahrt», engl. road«Straßen), anord. rida (auch reisen, schweben, schwingen, nebst reid f. Wagen»), schwed. rida, dän. ride. Die Bed. cauf einem sich fortbewegenden Tiere(zu Pferde) sitzen» istdemnach vonder allgemeinen asich fortbewegen», dann aufsitzend sich fort- bewegen» ausgegangen. Urverw. mit altir. riad«Fahren, Reitenꝰ, altgall. réda«Wagen), air. riadaim«reite, fahrey. 4 L. Reiter, m. (*N, Pl. wie Sg.), zu Anfang des 15. Jh. reitter, mhd. riter u. ritter, spätahd. ritäre, ritär m. cberittner Bewaffneter, Krieger zu Pferd, ad- liger Streiter zu Roß, durch Schlag mit flachem Schwert zur Ritterwürde Erhobner»; dazu and. (11. Jh.) riddere, andrhein.-afrs. ridder,(entl.) ags. riddere, anord. riddari m. cadliger Streiter zu Pferdy, schwed. riddare, dän. ridde. Während NRitter letztre Bed. behielt, ging Reiter im 15. Jh. in die Bed.«zu Pferde dienender Krieger» u. überhaupt Reitender» über, daneben erscheint in demselben Jahrh. Reuter m.(s. d.) in der Bed. zu Pferde dienender Kriegero, ein seinem Urspr. nach grundverschiednes Wort, das bis tief ins 17. Jh., in dem es auch die weitre Bed. Reitendery» hat, festgehalten wird u. erst um die Mitte des 18. Jh. verschwindet. Dazu Reiteréi, f., 1515 reiterey f.«das Reitens, 1474 rewwtferey* f.«Kriegsdienst zu Pferd, bei Maaler 1561 u. Fischart Nachtrab 861 Reuterey u. 1664 b. Duez Reiterey f.«Soldaten zu Pferd. reitlings, adv.: rittlings, bei Luther 6, 141 b reitlinges. ZUS. Reitbahn, f., 1742 b. Trichter Reit-Lexicon. Reitknecht, m., 1664 b. Duez. Reitpferd, n., 1678 bei Krämer. Reit- schule, f., 1669 im Simpl. 238.
Reiter, f.(Pl.-n): gröbstes Getreidesieb. Obd. u. auch md. Mhd. riter, ahd. rit(e)ra f.; dazu ags. hridder n., engl. riddle«Siebs. Urverw. mit air. eriathar aSieb», lat. cribrum n.«Siebs. Vgl. Rätter. 48L. reitern, v.: sieben,- (noch obd.), mhd. rötern, ahd. hritarn, riterõn; dazu mnd. redderen, redern, ags. hridrian.
Reitersalbe, f.: Salbe zur Heilung der Räüude od. Krätze, umgedeutet aus glbd. ndl. ruiteæalve, ruitsalf f., von ndl. ruit n.«Räude».
Reiz, m.(-es, Pl.-e): Empfindung, bes. wohlgefällige Anregung, dann sinnlicher Vor- zug. 1734 bei Steinbach Reitz, aber nur der Ableitungen wegen angeführt, älter die Zss.
Liebreia(s. d.), Anreiz(1494 bei Brant Narr. 46, 80). Von reizen, v.: verletzend, empfind- lich aufregen u. antreiben; durch starken wohl- gefälligen Eindruck auf die Sinne an- u. zu sich hinziehen. Mhd. reizen u.(seit dem 12. bis 13. Jh.) reitzen, ahd. reizen«aufregen, mit Verlangen anziehen, locken, verlocken⸗; dazu anord. reita«in Aufregung bringen». Man faßt r. als Faktitiv von reißen(s. d.), also urspr. creißen machen», was aber bedenklich ist. Das Part. Präs. reizend als Adj.: verführerisch, anziehend, anmutig, 1678 bei Krämer(mhd. raizunde frauzur Sünde verführende»). 4 L. von reizen: reizbar, adj.: leicht dem Reize zugünglich, leicht erregbar, 1777 bei Adelung; Reizbarkeit, f., ebd. Reizung, f., mhd. reizunge, im 14. Jh. raiczung, im 18. Jh. der Pl. Reizungen häufig für Reize(Gellert 3, 217, Schiller M. Stuart 3, 4).
Reizker, m.(-s, Pl. wie Sg.): der eßbare Pilz agaricus deliciosus. Im 16. Jh. bei Tabernä- montanus reisken. Wie norw. riske, schwed. riska entl. aus dem Slaw., glbd. russ. riskova, eig.«der rötlichey, poln. r„de, rydzek.
rekapitulieren, v.: zusammenfassen, wiederholen. Das lat. recapitulãre, 2g8. aus re «Wiedery u. einer Abl. von capitulum«Haupt- punkty, eine Ubers. des gr. dvokeqokléeitv. 1703 bei Wächtler. Dazu Rekapitulatiön, f. (Pl.-en), aus lat. recapitulãtio f. Im 17. Jh.
Rekel, m.(-s, Pl. wie Sg.): unfein u. faul sich dehnender u. bewegender Mensch. 1631 bei Zincgref Apophth. 2, 60 Reckel, 1663 bei Schottel 1385 rekel. Meist mit offnem e ge- sprochen und daher früher auch Rälkel ge- schrieben. Aus nd. rekel, räkel m. cetwas in die Länge od. Höhe Gerecktes u. Gedehntes», dann cunfein u. faul auf der Bank od. dem Tisch sich dehnender Mensch, Faulpelz, Flegels, (entl. dän. schwed. räkel), mnd.-mndl. reel m. «großer Bauernhund». Daher bei Neukirch 2, 238 die Kleinen Reckel(Hunde). Wohl zu recken. rekeln, v., bei Goethe Faust 6468 rãkeln; Rekeléi, f.
Rekläme, f.(Pl.-n): lobpreisende Anzeige, Empfehlung durch Anzeigen, im 19. Jh.(etwa seit 1842, vgl. Ladendorf) aus glbd. frz. réclamef., das seinen Sinn im 19. Jh. unter Einfluß des amerikanischen to reclaim die Aufmerksam- keit anrufen» erbalten hat. 1712 b. Hübner Re- clame f.«zurückforderung gekaperter Schiffe, ausnlat. reclamaf. Reklamatiön, f.(Pl.-en): Zurückforderung; Einspruch(bei Rot 1571). Aus lat. reclãmãtio f.«Gegengeschrei⸗. rekla-
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