Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
561-562
Einzelbild herunterladen

561 Reim

Gl. 3, 266, 27); dazu mnd. réger m., mndl. reygher, nndl. reiger m., ags. lrägra m. Daneben in gleicher Bed. mhd. heiger, ahd. heigir, heigero m., mndl. heygher, anord. hegri m., dün. heire, schwed. hägen m.«Reihers. Wohl mit dissimila- torischem Schwund des, vgl. aber Idg. Forsch. 8,284. Entl. die glbd. finn. haikara, ital. aghirone, provenz. aigrons, afrz. hairon, nfrz. héron m., aigrette f.(Silberreiher), span. airön, catalon. agrõ m.«Reiher». Das Wort gehört wohl zu abg. Krikäü m. Schrei», gr. xpizeiv«knarreny.

Reim, m.(dlels, Pl.-e): Gleichlaut von Wörtern od. Silben im Verse. Mhd. m. «Vers, gereimte Verszeile, Reim», im ältern Nhd. auch schwachflekt. Formen, 1561 bei Maaler u. 1587 im Faustbuch 21 der Nom. Sg. Reymen; dazu mnd. riπ m.«Reim, Reimspruch, Dich- tung, afrs. rim, mndl.(), undl. rijm n. Nach Einbürgerung des Reimes im 9. Jh. aus der mlat. Kirchenpoesie u. unter Einfluß des mlat. rythmus m.«akzentuierender, dann ge- reimter Vers» entwickelte sich die Bed. durch Gleichlaut mit einem andern verbundnes Vers- glied» aus ahd. rim m. Zahl, Reihe, Reihen- folgey(ähnlich wie lat. numerus m. Zahl» in die Bed.«Versglied» überging); dazu asächs. rim(in unrim n.«Unzahl»), ags. rim n.«Zahl, Menge», anord. νm n.«Berechnungy, bes.«Ka- lender», im 14. Jh.«Reimvers, Endreim, ge- reimtes Gedichty, rima f.(Pl. rεᷣννα) Seit Ende des 14. Jh.«gereimtes erzühlendes, bes. zum Tanze gesungnes Lied, Ballade». Vgl. Gött. Gel. Anz. 1882, 483. Aus ahd. rim entl. ital. rima f.«Reim), rimare reimen?, frz. rime f. Reim, rimer reimen?, arrimer «schichten»,(in Berry) enrimer«symmetrisch ordnenꝰ, span. rima f.«Reim, Reihey, arrimar (altspan. adrimar)«zusammenstellens; ausafrz. rime stammt mengl. rime«xReimgedichts, engl. rhymeé(an lat. rhythmus angelehnt). Ahd. rim ist urverw. mit ir. dorfmu«enumeroy, kymr. rhif«numerus», gr. àpitu αᷣz ahlo, vi-prroc cohne Zahl». Die ältere Bed.«Vers, Verszeile» zeigt sich noch in Kehrreim(s. d.), die Bed. ckleine Erzühlung» in nd. rimel n., Pl. rimels. 4BL. reimen, v., mhdâ. rinen«in Verse od. Reime bringen,(bildl.) vereinigen», refl. cin Einklang sein, passen⸗, mnd. imen creimen, passeny, aber ahd. an u. ags. riman«zühlen. ZUS. Reimbold, m.:«schlechter Reimer» (Voß 1, 262). Reimschmied, m., früher Reimenschmied, vgl. Zfd W. 6, 263.

rein, adj.: schmutz-, fleckenlos; unver- mischt usw.; sittlich untadelnaft. Mhd. reine,

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

Reis 562

ahd.(h)reini; dazu asächs. hrén(i), mnd. rein, mndl. reyn, reen, afrs. rône, anord. hreinn, got. hrains. Mit Hinsicht auf die rheinfrk.-schweiz. Bed.«fein gemahlen, gesiebty wahrscheinlich gleichen Stammes wie Reiter f. Getreidesieb» (s. d.). Vgl. Btr. 8, 525. 4BL. Reine, f.: Reinheit, mhd. reine, ahd.()rein?, got. hrainei f. Reinheit, f., 1620 Reineheit(Gödeke elf Bücher der Dichtung 1, 421 ²); 1668 bei Zesen helikon. Hechel 97 Reinheit. reinigen, v.: rein machen, mhd. reinegen, rein(i)gen, zum mhd. Adj. reinic«rein; daneben mhd. reinen, ahd. Qreinjan u. reinön, asächs. hrénjan u. hrénon, got. hrainjan, älternhd. reinen, im 18. u. 19. Jh. nur noch dichterisch. Reinig- keit, f., mhd. reinec(h)eit, reinikeit, spätahd. reinigheit(in unreinigheit). Reinigung, f., mhd. reinegunge, reinigunge f. reinlich, adj., md. im 13. Jh. reinlich, mnd. renlik: Reinlich- keit, f., 1585 bei Cureus schles. Generalchron. übers. v. Rättel 2, 15. ZUS. Reinkultur, f.: Reinzüchtung von Bazillen. Aus der natur- wissenschaftlichen Sprache in den 80 er Jahren des 19. Jh. vordringend. Vgl. Ladendorf. Reinecläude(spr. Ʒεneklöde), f.(Pl.-n): Edelpflaume. Das glbd. frz. reineclaade f., eig.«Königin Clauden, Gemahlin Franz' I. Reineke(Gen.*s,-ns), der Name des Fuchses in der nach zwei mudl. Dichtungen entstandnen nd. Bearbeitung des Tierepos, dem Reinele Vos; schlauer listenvoller Mensch. 1548 bei Alberus Reynicke. Mnd. Reineke ist Dim. des ahd. Mannsnamens Ragino, Regino, Raino(nhd. noch als Familienname Rein), der Kürzung von Reinhart(s. d.), dem frühmhd. Namen des Fuchses, mit der Bed.«Ratskun- Reinette, s. Renette. ſ[diger, Ratgeber». Reinhard, Mannsname. Mhd. Reinhart, ahd. Ragno-, Ragin-, Regin-, Reinhart, ader Ratskundige?(s. Reineke), ags. regnheard «außerordentlich hart⸗. 2gs. mit got. ragin n. cRat, Beschlußs, wie der Mannsname Rein- hold, bei den alten Franken Ragnouald, Rag- noald, aus ursprünglicherm Raginwald, ahd. Ragin-, Reginald, Ragin-, Reginold, Ragin-, Reginhold, gekürzt Rain-, Reinald, Rain-, Reinold, Reinhold. 1Reis, m.(es, ohne Pl.): die aus Ostindien stammende Getreideart oryza. Mhd. rν8 m. n., aus ital. /iso m.(prov. ris, frz.), mlat. risus m. u. risum n., von gr. öpuza f. u. õpuzov' n. 2Reis, n.(Jes, Pl.-er): dünner Zweig. Mhd. ris, ahd.(h)räs(Pl. hräsir), n.; dazu and.-mnd. ris, mudl. rijs, ags. hris n. ½weig», anord. 36