Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
557-558
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557 Rehe

Reif 558

Rehe, f.: weibliches Reh. Bei Luther Apostelg. 9, 36. 39. Aus ahd. r6öia, s. Reh.

Rehling, m.(-S, Pl.-e): kleiner goldgelber eßbarer Waldschwamm, Pflffferling, den man sich als Lieblingsspeise des Rehes vorstellte. 1594 bei Frischlin Nom. Kap. 26. Khnlich ist der daneben vorkommende Name Hendel- schacamm(1716 bei Hohberg, 1731 bei Zincke öc. Lex.), wahrscheinlich auf Hinde f.«Hirsch- kuh⸗ zu beziehen.

reiben, v.(Praät. rieb, Konj. riebe, Part. gerieben): angedrückt hin- u. herbewegen, dann hin- u. herbewegend oder herumdrehend zer- kleinern. Mhd. riben, ahd. riban(Prät. reip, Part. gariban), urspr. mit awr, dann mnd. u. mndl. zVriven, clev. 1477 u. nndl. wrijven. Un- erklärt. 4BL. Reiber, m.: der Ab- od. Zer- reibende(im 15. Jh. reiber m., spätmhd. riber m. Badeknecht, böser Bube⸗); Fensterwirbel (1777 b. Adelung als obd.). Reibung, f., mhd. ribunge f. ZUS. Reibeisen, n., mhd. ribisen n.

Reich, n.(-Lels, Pl.-e): Herrschaft, Herr- schaftsgebiet. Mhd. rich(e), ahd. richi n.; dazu asächs. riki, mnd.-mudl. rike, afrs. rik*), ags. rice, anord. ritci, schwed. rixce, dän. rige, got. reilci n. Abgeleitet von got. reils m.«Herr- scher», das früh aus kelt.-riæ, air. ·(Gen. rig)«König» entlehnt ist(urverw. mit lat. réx m., Gen. régis, aind. rã,*ã m.«Königy, rasjam n.«Reich»), dazu air. rige«Reichy». Aus dem Germ. wiederum entl. alit. u. apreuß. rikyν⁵ «König, Herry. Vgl. Amt u.-rich. ZUS. Reiehs- gericht, n.: der höchste deutsche Gerichts- hof in Leipzig. Reichskanzler, m.: der höchste Beamte im neuen deutschen Reich (seit 1870); im 17. Jh. für Reichserzkanzler.

Reichskrüppel, m.(scherzhaft für) Invalide,

1851 bei Auerbach. Ges. Schr. 14, 209. Reichs- post, f., 1663 bei Schottel 495 Reichspostamt, 1595 General-Reichspostmeister. Reichs- stadt, f., mhd. rächstat f. Reichstag, m., 1495 in Reichsordn. 262 reichhtag. Reichs- taler, m.: im alten Deutschen Reich ein Taler zu 24 guten Groschen, zum Unterschied von den Orts-(d. h. Viertel-) u. Speziestalern, 1641 bei Schottel 389. reichsunmittelbar, adj.: unmittelbar dem Kaiser u. Reich unterworfen.

reich, adj.: viel besitzend, die Fülle habend usw. Mhd. rich(e), ahd. richi«von hoher Ab- kunft, mächtig, viel besitzend, herrlich»; dazu asächs. riki, ags. rice, anord. rir, schwed. rik, dän. rig, got. reilcs«müchtig, vornehm?. Von got. reiles m.«Herrscher»(s. Reich). Als Lehn- wort aus dem Germ. ital. ricco, span.-port. rico,

frz. riche«reiche. 4L. reichlich, adj.: an Menge usw. mehr als genügend. Mhd. riche- lich, rilich, ahd. richlih, zuerst«königlich, herr- lich, mächtig, gewaltigy, ebenso ags. rAlic, anord. riuligr. Reichtum, m.(s, Pl.-tümer): Besitzfülle usw., mhd. richtaom, md. richtüm, dum, ahd. réchiduam, rihtuom m., zuerst«Herr- schafty; dazu asächs. rikidom m., afrs. riedõm, ags. rĩcedõm n., anord. ridõmr m.«Herrschaft, Macht, Reichtum». Spätmhd. auch ins Ntir. übertretend, daher im 15. Jh. der Pl. reych- tümmer, reychtumer(Diefenb. gl. 188), wäh- rend der Pl. ahd. rhtuoma, mhd. rihtuome lautete. Im 16. u. 17. Jh. erscheint Reichtumb öfter als F. ZUS. reichhaltig, adj., eig. berg- männisch von Erzen, die reich an Metallen sind; übertragen bei Schiller 2, 25.

reichen, v.: sich hinausdehnen, strecken; darbieten; hinreichend sein(nordd.). Mhd. rei- chen(auch«erreichen, erlangen), ahd. reichen «sich erstrecken»; dazu mnd. reken, reiken, mudl. reijcken, afrs. rεᷣů̈a, ags. rꝶcan, engl. reach æsich hinausdehnen, darreichenꝰ. Dazu gehören noch lit. rãiπεειs«sich reckens, réiν s «brüste mich», air. riagaim«streckey, gr. öpr- JTvdouo strecke michy. Eine Nebenwurzel zu der unter recken behandelten.

reichlich, Reichtum, s. reich. Reichs- tag usw., s. Reich.

1 Reif, m.(Lels, Pl.-e): gefrorner Tau. Mhd. rife) m.(daher bei Luther u. noch bayr. Reife m. mit schwacher Flexion), ahd.(h)rifo m.; dazu and. hripo, mnd. ripe, mndl. riſpe, nndl. rijp m. Wahrscheinlich stammverw. mit glbd. ahdmnd. rim, mndl.-ndl. rijm, ags. hrim m., engl. rime, anord.'m n.«Reify, noch in obd. Ma. Reim, Rein m. Unerklärt. Nicht über- zeugend Zupitza 126 zu lit. kriena f. Milch- hauty. Vgl. noch ZfdA. 42, 67; Idg. Forsch. 14, 339. 4L. reifen, v.: Reif ansetzen, spätmhd. rifen, nd. ripen, ndl. rijpen, dazu mndl. rijmen, ags. behriman«bereifen⸗, mhd. rimeln, im 14. Jh. reimeln, noch bayr. öst. reimen, reimeln.

2Reif, m.(-e]ls, Pl.-e), Reifen, m.(-s, Pl. wie Sg.): in Kreislinienform umschließen- des Band, im 19. Jh. insbes. Rei vom«Ringy, Reifen vom Holz-, Faßreifen⸗ gebraucht. Mhd. u. ahd. reif m.«Seil, geschlungnes Seil, Kreis», im Mhd. auch Streifen, Band, Fessel, Ring, Faßreifen»; dazu mnd. rép(e) m. n. u. ndl. reep«Reifen, Seil, afrs. räãp in sälrdp m. «Seilschlinge», ags. rãp m. Riemen, Seil», engl. rope, anord. reip n. Seils, got. skaudaraip- Lederriemen». Schwache Formen sind im