55⁵ Regine
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Dat., Akk. Mhd. regieren, md. regrren, regéren cherrschen, beherrschen», aus glbd. lat. regere. Davon Regierung, f., md. 1460 regérunge f. (Weist. 3, 433); Regferungsrat, m., 1741 bei Frisch. Regimént, n.(*, Pl.-): Herr- schaft, Befehl;(Pl.-er) unter dem Befehl eines Obersten stehende Kriegsschar von mehreren tausend Mann beim Fußvolk, von etwa tausend bei der Reiterei. In der 1. Bed. spätmhd. regi-, regement n., in der 2. Bed. im 16. Jh. bei Fron- sperger Kriegsbuch 1, 12ff., 22 aus einer Be- stallungsurkunde Karls V.; diese Zusammen- fassung der Landsknechtsfähnlein 1558 auch in Frankreich eingeführt. Aus lat.(4. Jh.) regi- mentum n. Leitung, Staatsleitung, Herrschaft, statt regimen n., von lat. regère(s. regieren). Regésten, Pl.: chronologisches Urkunden- material. Aus lat. regesta, s. Register.
Regine, Frauenname, aus lat. régéna f. «Königin.
Regiön, f.(Pl.-en): Gegend, Bezirk. Im 15. Jh. bei Wyle 215, 26. Aus glbd. lat. regio f., zuerst«Richtungy, von lat. regere(s. regieren).
Regisséur(spr. rezissör), m.(*s, Pl.-e): der vom Direktor beauftragte Bühnenleiter, das frz. régisseur von frz. régir, lat. regere (s. regieren). 1801 bei Campe.
Register, n.(*s, Pl. wie Sg.): Verzeichnis, Inhaltsverzeichnis, Inhaltsweiser; Stimmenzug der Orgel(Anfang des 16. Jh. bei Lenz Schwa- benkr. 2²). In der 1. Bed. spätmhd. im 14. Jh. register n., vom Inhaltsverzeichnis eines Buches 1531 bei Hedio Josephus Vorw. 8 u. Titel. Aus mlat. registrum, regestrum n. Verzeich- nisbuch⸗, Nebenform von mlat. regestum n., dafür spätlat.(4. Jh.) regesta f.«Verzeichnisy, von lat. regerére«zurücktragen», dann cein- tragen, schreibens(re-«zurück», geréreatragen»). Die Bed.«Stimmenzug der Orgel» erklürt sich aus mlat. registrum campanae zugseil der Glockes, in welche Bed. registrum durch mlat. «ins Buch eingezogne Schnur als Weiser des abzulesenden Stückesy u. mnd.«Schnur, Seil» übergegangen ist. registrieren, v.: ins Ver- zeichnis eintragen, im 15. Jh. bei Tucher Bau- meisterb. 91, 36, aus mlat. registrare. Dazu Registrätor, m.(s, Pl.-en), 1664 bei Duez. Registratür, f., 1594 b. Frischlin Nom. Kap. 79.
Reglemént(spr. régleme), n.(⁷s, Pl.-s): Dienst-, Geschäfts-ordnung, vorschrift. Das frz. réglement m. von régler«ordneny, spät- lat. regulare(s. regulieren). 1703 b. Wächtler.
regnen, v., das Verbum von Regen(s. d.). Mhd. egenen, gekürzt egen(auch bei Luther),
md%. reinen, ahd. reganõn; dazu mnd. regen(en), ags. rignan, rinan, engl. rain, anord. rigna u. regna(schwed. regna, dän. regne), got. rignjan. Von Regen(s. d.) abgeleitet, wie regnerisch, adj., 1678 bei Krämer, für ältres regnicht, regnig, adj., b. Luther regenicht, mhd. regnic, reinic. S. regenhaft.
Regréß, m.(‧Sses, Pl.-Sse): Rückanspruch; Ersatzanspruch. Das jurist.-lat. regressus m. «Regreß, Rückklagey, von regreddi(re- u- rück», gradi«schreiten?)«Regreß nehmeny. 1703 bei Wächtler.
regsam, s. regen.
regulür, adj.: regelmäßig, 1747 bei Wolff mathemat. Lex., aus glbd. lat. réguläãris, von lat. régula f.(s. Regel!). Regulativ, n.(s, Pl.-): regelnde An- u. Verordnung, 1691 bei Stieler aus nlat. regulativum n., wie das Adj. regulativ(bei Schiller) aus nlat. regulativus regelnd». Regulätor, m.(—s, Pl.-en): Regler, Ordner; Pendeluhr. Nlat. Bildung von lat. réẽguldre, s. u. nach frz. régulateur. Erst 1834 bei Petri, regulieren, v.: regeln(s. d.), mhd. regulieren, aus spätlat. végulãre«einrichten»,
Regung, s. regen.[von lat. régula f.
Reh, n.(-els, Pl.-e): das zum Hirsch- geschlecht gehörige Tier cervus capreolus. Bei Luther Rehe n., mhd. rch, ré(Pl. réher, réch), ahd. réh n.(Pl. réh); daneben für das männliche Reh ahd.-and. r m. u. für das weibliche(mit grammatischem Wechsel) spät- ahd. réia f.(für*régia); dazu ndl. ree, ags. rãhdéor n.(29s. mit déor n.«Tier»), rã, räha m. u. rœꝑge f., engl. roe(auch Hindin), anord.„ f., schwed. rä, dän. rag. Dazu noch Rickee(s. d.). Der Vergleich mit ir. riach«grau, gefleckt, gestreifty spricht wenig an. Aind. gja- m. Bock einer Antilopenarty gehört zu Elch, aind. ricja-(vgl. Idg. Forsch. 2, 52) ist sehr unsicher. 2ZUS. Rehbock, m., mhd. boc, spätahd. rõchboch, anord. räbulcler m. Rehgeif, f., spätmhd. réchgaiz, ahd. réhgeiz f. Rehkalb, n., 1691 bei Stieler. Rehposten, m.: grobes Schrot zum Erlegen von Rehen. S. Posten.
reh, adj.: steif auf den Beinen, in den Ge- lenken. 1664 bei Duez reh(e), mhd. rœhe, ge- kürzt rœh, rœch, md. réch. Gleichen Stammes wie mhd. rac«straff, steif, rach«steif, rauh), sowie 1482 ryech«starr, hart(Voc. theut. bb 1 b), mhd. riech, md. rich scharf, bitter, rauh lautendy. Vgl. noch Zupitza 136. Davon Rehe, f.: krankhafte Steifheit der Beine, mhd. im 14. Jh. rœe f. Gliedersteifheit der Pferde. Noch in der Tierheilkunde.


