Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
553-554
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5⁵³ Regal

Part. von réfugier«flüchten» abgel. von lat. refugium n.«Zufluchty.

1 Regäl, n.(-els, Pl.-e): Bretterfach für Bücher, Waren usw. 1678 bei Krämer(bei Hübner 1712 auch in der Bed.«Lineal»); ge- meinhin Real n. Wie glbd. nd. riõôle, rijöl wahr- scheinlich als Handelswort zurückzuführen auf ital. riga f.«LZeile, Reihe, Streify, ri*o m. Lineal, die auf ahd. riga f.«Linie, Kreis- linie» zurückgehen. S. Rigole.

2Regäl, n.(‧lels, Pl.-e): das Schnarregister der Orgel(Hübner 1712). Im 16. u. 17. Jh. kleine tragbare Orgel mit Schnarrpfeifen(1503 in den Städtechron. 11, 662, 21, noch b. Nehring 1717), wie glbd. frz. régale, ital. regale m. mit anpreisendem Namen abgeleitet von lat. régãlis cköniglichy, im Mlat.«herrlichy, zu lat. reæ m. «König», äühnlich wie im 15. bis 18. Jh. das größte Papierformat Regal hieß(1495 regal n. u. regalpapier), 1717 bei Nehring Royal.

3Regäl, n.(*s) u. Regäle, n.(I, Pl. Jien): landesherrliches Recht, Hoheitsrecht. 1475 im Cod. dipl. Sax. reg. II, 3, Nr. 1183 regalien, aus mlat. regalia, Pl. von mlat. regale n.«Königs- rechty, dem(mit Ergänzung von lat. jas n. cRechts) subst. Ntr. des lat. Adj. régãlis ckönig- lich?, s. o.

regalieren, v.: köstlich, herrlich bewirten. Im 17. Jh.(1663 bei Schuppius 82) aus glbd. frz. régaler, unsichrer Herkunft.

Regätta, f.(Pl.-tten, öst. auch-s): Wett- fahrt mit Gondeln oder Segelbooten. 1728 bei Sperander. Aus ital.(venetian.) rigatta, egatta f.«Gondelwettfahrts, von ital. riga f.«ZLeile, Reihes(s. 1Regal), demnach wohl eig.«die zur Wettfahrt aufgestellte Gondelreihev.

rege, adj.: aufgeregt, lebhaft, urspr. nur rege sein, werden, machen, ersteres bei Luther 3, 1512 J. Dazu das Subst. Rege f.(bei Herder 2. Lit. 8, 427 u. 11, 352), md. im 14. Jh. rege f. cheftige Bewegung». Von regen(s. d.).

Regel, f.(Pl. /): Richtschnur. Bis ins 18. Jh. Regul, mhd. regel(e), ahd. regula, regela f., ags. regol m., anord. regla f.«Regelꝰ, insbes. cdie Ordens-, Klosterregel». Aus lat. regula f. Richtscheit, Richtschnur, Maßstab, Grundsatzn (woher afrz. riule f. u. daraus engl. rule), von lat. regèere(s. Regent). 4B L. regeln, v., 1782 bei Klopstock 2, 67, statt des ältern regulieren (§. d.), aber das Part. geregelt schon im 16. Jh. einmal bei Reuchlin Augenspiegel 3°. Z0S. Regeldetri, bayr. Regel de tri, f.: Rech- nungsweise von drei besondern Sätzen, 1514 in Böschensteyns Rechenbuch C 12 Regel de Tyry,

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Regent

aus mlat. regula de tribus. regellos, adj., 1777 bei Adelung. regelmäßig, adj., 1678 bei Krämer. regelrecht, adj., 1716 bei Ludwig, dann bei Brockes 1, 73, dafür regelrichtig 1678 b. Krämer. regelwidrig, adj., b. Campe 1809.

Regen, m.(-, Pl. wie Sg.): aus den Wolken in Tropfen fallendes Wasser. Mhd. regen, md. rei(ge)n, ahd. regan m.; dazu asächs. regin, regan, ndl. regen, afrs. rein, ags. ren, rén m., engl. rain, anord.-schwed.-dün. regn n., got. rign n. Viell. urverw. mit lat. rigãre«bewässern, be- netzens, aber nicht mit gr. Boexetv«benetzen. Kaum hierher lit. rökti cregnen»(vom Staub- regen). Vgl. Walde. S. regnen. 43L. regen- haft, adj.: regnerisch(s. d.), 1605 bei Hulsius dict., ahd. reganhaft. ZUS. Regenbogen, m., mhd. egenboge, ahd. regan-, reginbogo m., dazu mnd. regenboge, ndl. regenboog, afrs. rein- boga, ags. rõnboga, engl. rainboꝛo, anord. regn- bogi m., schwed. regnbaͤge, dän. regnbue, dafür ndl. auch waterboog. Regenmantel, m.: Schutzmantel gegen Regen, mhd. regenmantel m. Regenpfeifer, m. die Vogelgattung chara- drius, deren Ruf auf Regenwetter gedeutet wird, 1777 bei Adelung. Regenschirm, m., 1711 b. Rädlein. Regenwurm, m., mhd. regen- warm, ahd. reganwarm, ags. regnayrm m., dän. regnorm.

regen, v.: aus der Ruhe, vom Orte kommen machen, in Bewegung bringen. Mhd. mnd. regen, Faktitiv zum starken mhd. regen«sich erheben, emporrageny. Verwandt mit ragen (s. d.). 4B L. regsam, adj.: sich leicht u. viel regend, tätig, zuerst 1778 bei Herder Plastik 88. Davon Regsamkeit, f., bei Herder u. Goethe. Regung, f.(Pl.-en): Bewegung(1621 bei Spangenberg anm. Weißh. Lustg. 112); das Entstehen einer Gemütsbewegung, das sich äußernde Gefühl(1654 bei Logau 2, 2, 45 u. 1664 bei Duez). Davon regungslos, adj., bei Wieland Oberon 3, 17.

Regént, m.(-en, Pl.-en): Herrscher, Reichs-, Regierungsverweser. In der 1. Bed. 1517 bei Keisersberg Emeis 292², regenten der schalen 1480 in Germ. 28, 398. Als Titel für Reichs- räte eingeführt 1500(Reichsordn. 502). Aus lat.(4. Jh.) regens m.«Herrscher, Fürsty, dem subst. Part. Präs. von regére gerade richten, lenken, leiten, beherrschen». Regſe(spr.-rezi), f.: Verwaltung, verantwortliche Leitung, im 18. Jh.(Goethe 22, 246, Campe 1801) aus glbd. frz. régie f. regieren, v.: richten, lenken, herrschen, beherrschen;(gramm. im 18. Jh.) als von sich abhängig fordern, z. B. den Gen.,