Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
551-552
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Reef, s. ³Reff.

reCII, adj.: wesentlich, wirklich; zuverlässig. In der 2. Bed. 1714 bei Wächtler. Aus fra. réel, von mlat. realis(s. real).

Reep, n.(Jels, Pl.-): geteertes Schiffs- seil, Tau. 1741 bei Frisch Repe. Aus dem Ndd., mnd. r(e) m. n. für hd. Reif(s. d.). Davon Reeper oder Reepschläger, m.: Seiler, mnd. réper u. répsleger m.; Reeper- bahn, f.: Drehbahn des Seilers, Seilerbahn, mnd. rõperbane. Norddeutsch.

Refektörium, n.(-s, Pl.-rien): Speise- saal in Klöstern u. Burgen. Aus glbd. kirch.- lat. refectorium zu lat. réficere«erquicken?, eig.«wieder(re) machen, herstellen»(facere). 1572 bei Rot.

Referät, n.(*N, Pl.-e): Bericht, aus lat. referat, 3. Sg. Konj. von referre, s. referieren. Referendär, in Baden Referendär, m.(-s, Pl.-e): Berichterstatter aus den Akten, Titel der Juristen nach der 1. Staatsprüfung, in Baden= Assessor, 1717 bei Nehring, aus mlat. referendarius, auch noch jetzt Referenda- rius im Kanzleistil, von lat. referendum ædas Vorzutragende» von referre, s. u. Referént, m.(-en, Pl.-en): Berichterstatter. Vom lat. Part. Präs. referens von referre, s. u. 1703 bei Wächtler u. im Zeit.-Lex. Referénz, f. (Pl.-en): Auskunft, Empfehlung, Verweisung. Erst im 19. Jh. nach frz. rıférence f. von lat. referre, s. u. referieren, v.: Bericht er- statten, 1571 bei Rot referirn, aus frz. référer, ital. referire, lat. referre, eig.«zurückbringeny.

1Reff, n.(-els, Pl.-e): Stabgestell zum Tragen auf dem Rücken; Gestell über der Sense beim Getreidemäühen(1768 im Brem. Wb.). In der 1. Bed. mhd.-ahd. u. mnd. ref n., dazu mengl.(h)rip, engl. rin«Korb, Fisch- korby, anord. hrip n. chölzernes Traggestell». Viell. zu lat. corbis«Korby, ir. corb«Wageny. Vgl. Walde.

2Reff, n.: Schimpfname für ein altes Weib, namentl. in der Verb. altes Reff, obd. u. nd. weit verbreitet. 1666 bei Comenius Sprachen- thür§ 278. Eig.«Leib, Knochengerüst» wie 1515 im Eulenspiegel 30 u. 75, nd.*«cadaver» (Brem. Wb.). Dazu ahd. href n.«vulvay, afrs. rif, ref n.«Bauch)?, ags. hrif n. Leiby. Ur- verw. mit lat. corpus n.«Körpery, aind. Ky*e- f. Gestalt, Schönheite. Vgl. noch Bezz. Btr. 28,5.

sReff, Reef(nicht bayr. öst.), n.(*s, Pl.-e): Vorrichtung zur Verkürzung eines Segels. 1741

Refugié 552

Segel mittels des Reffes einbinden, einziehen, 1777 bei Adelung, schon Ende des 16. Jh. mit hd. pf repfen, aus nd. reffen, mnd. reppen, ndl. reven, schwed. refba, dän. rebe; dazu anord. rifa zusammenbinden).

reffen, v.: Flachs durch einen großen eisernen oder hölzernen Kamm(Reffkamm) ziehen, um die Knoten abzustreifen. In der Wetterau u. Hessen, 1540 bei Alberus dict., älter raffen, reffeln, mnd. repen, repelen, clev. 1477 u. mndl. repen, aber mhd. reffen neben raffen«rupfeny. Davon 1663 b. Schottel Reffe, Reppe f.«Reffkammꝰ, 1717 bei Kramer Rifye f. mnd.'epe, ripe u. repel, clev. 1477 u. mndl, repe f. S. das davon abgeleitete iffel.

Reflektänt, m.(en, Pl.-en): Kauflustiger. Junge Bildung des 19. Jh. von r'eflektieren in 3. Bed. Noch nicht bei Petri.

reflektieren, v.: Lichtstrahlen zurück- werfen, widerstrahlen; zurück-, nachdenken; etw. in Aussicht nehmen, Ansprüche auf etw. machen(noch nicht bei Petri). Im 17. Jh. (1694 bei Nehring reflectiren), aus lat. reflec- kére«zurückbiegen», im Mlat.(1482)«wider- scheinen». Refléx, m.(res, Pl.-e): Abglanz, Widerschein. 1801 bei Campe. Aus glbd. frz. réflece. Reflexiõn, f.(Pl.-en): Zurück- strahlung, Widerschein; Nachdenken usw. 1663 bei Gryphius Horrib. 5, von lat. reflexio f. Zurückbiegungy, im Mlat. Widerscheinv. reflexiv, adj.: zurückwirkend, zurückbezüg- lich, aus mlat. refleriwes«in das Vordre wie- derkehrend.

Reförm, f.(Pl.-en): Umgestaltung, ver- bessernde Umänderung. Im 18. Jh., aus glbd. frz. rεᷣforme f. reformieren, v.: umgestalten, verbessern, spätmhd. im 15. Jh. reformieren, aus glbd. lat. reformãre. Reformatiön, f.: verbessernde Umgestaltung, im kirchlichen Sinne bei Luther 4, 423 b J. u. vor ihm bei Keisersberg, in der volkstümlichen Form re- formatze f. schon im 15. Jh.; juristisch im 15. u. 16. Jh. reformation f.«verbessertes Ge- setzbuch». Reformãtor, m., im 16. Jh. aus lat. reformãtor m.

Refräin(spr.-*⁶ο), m.(-S, Pl.-s): Kehr- reim, Rundreim. Im 18. Jh.(Goethe an Schiller 2, 264), aus glbd. frz. refrain m., von afrz. re- fraindre«wiederholen», mlat. refrangére«zu- rückbrechen, wiederholt brecheny.

Refugié(spr. refäzié), m.(-s, Pl. s): Flüchtling. 1703 bei Wächtler. 1727 bei Spe-

bei Frisch. Aus nd. ref, ndl. reef f., mndl. rif, rander«die reformierten französischen Flücht-

anord. rif n., schwed. ref, dän. rev. reffen, v.:

linge in Deutschland». Aus gbld. frz. réfugié,