Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
549-550
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549 Reckholder

Reede 550

Reckholder, s. Wacholder.

Redaktéur(spr.-tör), m.(-S, Pl.-e): Schriftleiter, Anordner von Zeitungen, LZeit- schriften. Im 18. Jh.(Schiller 10, 235) aus glbd. frz. rédacteur m. zu lat. rédigere, s. redligieren.

Rede, f.(Pl.-n): Gedankenäußerung in Worten. Mhd. rede, ahd. red(i)a, radia f. u. weitergebildet redina f.«Rechenschaft, Rede u. Antwort, Gebühr, Verstand, Verabredung, Gespräch, Erzäühlung, Art u. Weise, asächs. redia f.«Rechenschaft», mnd. u. mndl. rede f. Rechenschaft, Beredung, Vortrag, Erzählungy, got. rapjõ f.«ZLahl, Rechnung, Rechenschaft; dazu das starkflekt. got. Verb garapjan czühlen? (Part. Prät. garapans). Infolge der auffallen- den Ubereinstimmung mit lat. ratio f.«Rech- nung, Berechnung, Art u. Weise, Vernunft⸗ (einer Ableitung von lat. ratus«berechnet, aus- gerechnet, festbestimmt», dem Part. Perf. von lat. réri cberechnen, urteilen, meinen) hat man got. rapjõ als ein durch den Handelsverkehr vermitteltes Lehnwort aus dem Lateinisch. auf- gefaßt, wie got. Iastj u. kauvtsjõò aus lat. lectio u. cautio f. Indessen kõnnen raπν u. ratio auch, wenngleich weniger wahrscheinlich, urverw. sein. RA. gebundene Rede für«Poesie» stammt aus der Fruchtbringenden Gesellschaft. In Rede stehen, zur Rede stellen u. a. hält sich noch die alte Bed.«Rechenschafty. 4.3L. reden, v., mhd. reden, ahd. red i)ön u. weiter- gebildet redinon, asächs. rediön«sprechen, sageny, afrs. radja, redja, reda creden, urteilens; dazu Redensart, f.: die Art sich auszudrücken (1652 bei Rist Parnaß Vorbericht, dafür bei Adelung 1777 Redeart); Redewendung, Phrase (1643 b. Harsdörffer Gespr. 2, 39 u. 3, 363, dafür 1678 bei Krämer Redart); gehaltlose Phrase (Lessing Minna 3, 2). redlich, adj.: wort⸗, pflichttreu, mhd. red(e)lich«vernünftig, ver- ständig, rechtschaffen, wacker, gebührlich, be- redty, ahd. redolih«verständigy, im Adv. rede- licho cauf vernünftige geziemende Weise; da- von Redlichkeit, f.: Rechtschaffenheit(bei Luther 2. Chron. 9, 8), mhd. redelcheit f.«Ge- setz-, Rechtmäßigkeit, Vernunft, Fähigkeit zu reden, Beredsamkeity. Redner, m.(ss, Pl. wie Sg.), mhd. redenœre, ahd. redinari m., abgel. von den erweiterten ahd. Formen redlina f. u. redinòn(s. Redle, reden); davon rednerisch, adj., 1624 bei Opitz Poeterey 10. ZUS. mit Rede: Redekunst, f., 1616 b. Henisch Red- kunst. Redeteil, m., 1691 b. Stieler. red- selig, adj.: allzu gesprächig, im 15. Jh. bei Diefenbach gl. 15 b reddeselig, clev. 1477 rede-

selich. redsprächig, adj.: gern und viel sprechend, beredt, im mrhein. Voc. ex quo 1469 redspréchig, daneben md. im 15. Jh. redspréch (Schmeller? 2, 55), z9s. mit ahd.-Sprähhi, -Sprãhig«sprechend, gesprächigy.

redigieren, v.: die Schriftleitung, das Ge- schäft eines Redakteurs besorgen, im 18. Jh. aus glbd. frz. rédiger, bereits 1571 bei Rot recligirn, an einen hauffen zusamen bringen, lat. redligère.

Redöute(spr.-däte), f.(Pl.-n): Feld- schanze; Maskenball. In der 1. Bed. 1617 im teutschen Michel 36 Retutten, 1664 bei Duez Redut f.; in der 2. Bed. 1717 b. Nehring Redoate, bei Carnevalen der Ort, wo die masgvirte Per- sonen zum Spielen, Tantzen u. dgl. 2usammen kommen, nach ital. ridotto m. abgesondertes Zimmer, Tanz- u. Spielhauss. Aus frz. redoute f., von mlat. reductus m. Ort der Zurückziehung, geheimer Orty, auch«Winkelwerk als Befesti- gungy, von lat. redücére«zurückziehen, zu- rückführen,(ein Bauwerk) weiter zurück an- legeny. Aus der frz. Nebenform reduit m. ckleine Schanzen 1617 bei Wallhausen Corp. mil. 116 Reduiten.

Reduplikatiön, f.(Pl.-en): Verdoppe- lung, Lautdoppelung, Wiederholung des An- lautes des Wortes vor diesem mit Zwischen- treten eines Vokals. Aus nlat. reduplicatio von spätlat. réduplicäre«verdoppeln), wovon reduplizieren, v.

reduzieren, v.: zurückführen; vermindern; einschränken. In der 1. Bed. 1571 b. Rot(1558 bei Rivius Büxenmeisterey 3, 1, 413«auf das richtige Maß zurückführen»), in der 2. u. 3. im 17. Jh. Aus lat. rédacére«zurückführen.

Reede, bayr.-öst. auch noch Rhede, f.(Pl. =n): sichrer Ankerplatz zu Ausrüstung, zu Be- frachtung u. Entladung. 1606 b. Hulsius Schiff. 9, 15 Räde, 1663 bei Schottel Reede, 1664 bei Duez Ree, Rede, 1695 bei Stieler Rhede, 1647 b. Olearius Reisebeschr. 53 u. 1648 b. Kemnitz schwed. Krieg 1, 53 5ff. Reide, ebenso Simpl. 3, 204, 7 Kz. Aus dem Nd., mnd. re(i)de, rey f.; dazu mndl. reede, ndl. ree, mengl. rade (daher frz. rade, ital. rada f.), engl. road; aus dem Ndd. auch schwed. redd m., dän. rhed. Von mnd. réden, mhd. reiten«ausrüsten, fertig- machenꝰ», nhd. bereiten(s. bereit), dazu anord. reidi m.«Ausrüstung eines Schiffes, Pferde- geschirry, ahd. reita f.«Wagen». 4BL. Ree- der, m.(-s, Pl. wie Sg.): Schiffsherr, 1663 bei Schottel Rehder, mnd.(15. Jh.) u. mndl. reeder m. Reederéi, f., 1741 bei Prisch.

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