Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
547-548
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rationsrechte. Rechtshandel, m., 1537 bei Dasypodius. Rechtskraft, f., 1741 b. Frisch; rechtskräftig, adj., 1734 bei Steinbach. Rechtsmittel, n., 1663 bei Schuppius 306. Rechtsnachfolge, f., im Bürg. Gesetzbuch für Sukzession. Rechtsstaat, m., zuerst aus dem Jahre 1826 nachgewiesen. Vgl. Ladendorf. Rechtsstreit, m., im Bürg. Gesetzbuch für Prozeß. Rechtswissenschaft, f., 1777 bei Adelung.

recht, adj.: schnurgerade(z. B. in rechter Winkel«durch senkrechte Linien gebildeters); gerade u. ganz wie es sein soll beschaffen; ganz dem Gesetze gemäß; als Gegensatz von linkk. Mhd.-ahd. reht, md. recht, richt; dazu asächs. reht, mndl. recht, undl. regt, afrs. riucht, ags. riht, engl. right, anord. réttr, schwed. rütt, dän. ret, got. raihts(gerade, gerecht). Die obige letzte Bed.(wahrscheinlich von der Schwert- und Schwurhand als der zielgeraden ausge- gangen) kommt erst im Mhd. u. zwar nicht häufig vor, auch im Mnd. u. Mndl.; der übliche mhd. Ausdruck war zese(flektiert zesezwer, zeser), ahd. 2so(flekt. 2csauνεν), got. falhszwa, urverw. mit glbd. lat. dexter, gr. deriöc, bei den Dichtern auch Komp. dekirepöc, air. dess, abg. desini, aw. dasina-, aind. däkginas(auch südlich). Das Adj. recht aber, urspr. eine Parti- zipialbildung mit der Endung to-, stimmt mit lat. rectus«geradegerichtet, gerade, richtig, rechtlich, sittlich, guts, dem zum Adj. ge- wordnen Part. Perf. Pass. von lat. regere«ge- raderichten, lenken, beherrscheny, gr. ôpexröc caufrechty, ir. recht«Gesetzy. RA. es ist recht, mir ist, geschieht, kommt recht, mhd. ez ist reht, mir ist reht, mir geschiht reht neben mir isl rehte; einem recht thun, mhd. rehte tuon. Subst. Rechte, f.: die rechte Hand, bei Luther; Rechte, n.: das Recht, mhd. rehte n.(Gen. rehten), noch obd., aber hochd. nur im Gen. Rechtens(z. B. der Weg Rechtens, Schuppius 770), spätmhd. im 15. Jh. rechtens. Der Gen. des Adj. recht rechts, adv., Gegensatz von linkes, 1522 bei Keisersberg Postill 3, 40, in voller Form 1637 b. Opitz 1, Vorr. A 8b rechtes, aber mhd. rehtes crichtig». ZUS. Rechteck, n.: rechtwinkliges Viereck, 1757 in Eggers Kriegslex., nach mlat. rectangulum n. gekürzt aus rechtinlcliges Viereck(1747 im math. Lex.). rechtfertigen, v.: durch genügende Gründe usw. als recht, zuständig, entschuldigt dartun, mhd. rehtvertigen«rechtmäßig machen, in guten Stand setzen, ausfertigen, zur Verantwortung, vor Gericht ziehen, gerichtlich behandeln, ge-

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richtlich bestrafen, entsühnen, von Schuld be- freien, entschuldigen»(auch refl.), von mhd. rehtvertic, mnd. rechtverdich crechtschaffen, rechtmäbßig, gerechts; dazu Rechtfertigung, f., im 15. Jh. rechtschaffen, adj.: nach Be- schaffenheit recht, tüchtig, wirklich; pflicht- getreu. Bei Luther, daneben im 16. Jh. recht- geschaffen. Das Gegenteil ist spätmhd. wän- schaffen, mnd. wãnschapen«mißgestaltet, häß- lich, in leiblicher wie geistiger Hinsicht», 2gs. mit mhd. n m.«Schein»(s. Wahn); Schaffen ist Part. Pass. von schaffen. Rechtschrei- bung, f.: die rechte Schreibung der Wörter in ihren Buchstaben. Ubersetzung von gr. lat. orthographia f.(S. Orthographie). 1571 b. Rot Orthographei, Recht schreibung, 1607 b. Sattler Phraseologey 10 Rechtschreibung; aber schon spätahd. rehtscribari m.«der die Rechtschrei- bung versteht»(orthographus).

Reck, n.(-Tels, Pl.-e): Turngestell, Ge- rüst mit Querstange. 1816 von Jahn deutsche Turnkunst eingeführt, aus nd. rex, rik n. m. «Stange, Querstange zum Aufhängen von Wäsche oder nassem Garn, Geflügelstange, Meßstangey, mnd. rickc, reck n., md. seit dem 13. Jh. ric m.«Stange, wagrechtes Gestell zum Aufhängen», mndl.(14. Jh.) rec n.«Stanges. Von recken(s. d.).

Recke, m.(-n, Pl.-n): riesenhafter starker Held, bes. der Vorzeit. Lange im Nhd%. veraltet u. außer Gebrauch, aber in der Bed.«Rieses, in der es vom 15. bis ins 17.Jh. erscheint, durch Wieland(z. B. Oberon 3, 47) wieder erneuert. Mhd. recke, älter reche m.«Krieger, Held, urspr.«Fremdling, umherziehender Krieger, Abenteurer», ahd. recheo, racheo, reccho, reclgjo, asächs. wrekl.jo m.«Fremder», ags. recca m. «Verbannter, Flüchtling, Unglücklicher, Elen- dery(daher engl. wretch«unglücklich. Mensch, Lump, Schuft»), anord. stark rekkr m.«Heldy. Nebst dem ahd. Adj. wreh«verbannt» zu got. ꝛwwrikan«verfolgen»(s. rächen).

recken, v.: ausdehnen, ausstrecken. Mhd. rechen(Prät. reckete, racle, rahte, Part. ge- recket, geract, geraht), ahd. recchen(Prät. reh- hita, rahta); dazu mnd. re(c)ken, ndl. rekken, engl. rack, got. ufralijan«in die Höhe recken, ausstrecken», rahton«darreichen». Aus dem Germ. entl. ital. recare«arreichen». Urverw. mit lat. regére«richteny, porrigére«streckend, gr. péfew«recken», air. rigim«ich strecke ausy, lit. rqGενʒνiS«sich recken», aw. rdzaajeiti «er ordnet», aind. irajjati«er richtet»,ν Jäki, Mjati«er streckt sichy.