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ahd. rum m.(daneben rümi, rümin f.); dazu asächs. räm m., ndl. ruim, ags. rüm m., engl. room, anord. rũm n.(auch Lagerstätte, Sitz- platz), schwed.-dän. rum, got. rüms m. Dazu das Adj. ahd. rami, mhd. rum(e), afrs. rüm, ags. rüm, anord. rümr, got. rüms«geräumig» (vgl. geraum). Wohl urverw. mit abg. ravina eben», lat. rus n.«Lands, air. rο, rôi αEbene?, aw. ravah-«freier Raum, Freiheit». 43L. räumen, v., mhd. rümen, roumen, md. im 15. Jh. reumen, ahd. rümman, rüman cRaum schaffen, säubern, verlassen, fortgehen»; dazu asächs. rümian, afrs. réma, ags. riman, anord. rüÿma, schwed. rymma(in sich aufnehmen, Her- berge geben, fliehen), dän. römme(räumen, fliehen). räumig, adj.: geräumig, 1663 bei Schottel, aber spätmhd. rimig, älternhd. raumig, rãumig, mnd. rümich«landflüchtige. räum- lich, adj.: Raum bietend(1678 bei Krämer); auf den Raum bezüglich(1719 bei Krämer). Schon ahd. das Adv. rümlihho reichlich?. Räumlichkeit, f.: Geräumigkeit(1691 bei Stieler); festbegrenzter Raum(bei Goethe). Räumte, f.: die hohe See, 1795 bei Röding u. 1809 bei Campe, in unsre Seesprache auf- genommen aus mnd. rumte, ruimte f.«weites Feld, freier Platz», mndl. ruymte. ZS. Raummeter, n.: Kubikmeter(in der Forst- wirtschaft).
Raun, Raune, m.(mn, Pl.-n): Hengst, Wallach. Schwäb. 1351 bei Schmid 426; dazu mnd. rüne, clev. 1477 u. ndl. 1598 ruyn m.«Wal- lach». Entl. finn. ruuna«Wallach». Unerklärt.
raunen,v.: heimlich u. als Geheimnis sagen. Mhd. rünen, ahd. rünén, and. rünon, ags. rãnian, engl. roun; dazu mit Ablaut ags. geréonian cflüstern, murmeln, mhd. rienen«jammern, klagen». Dazu das Subst. mhd. rüne f., s. Rune. Urverw. mit air. ruün«Geheimnis», gr. Epebvdv anachspüren», lat. ruspãri durchforschen», lett. runãt«reden(letztres vielleicht entlehnt).
Raupe, f.(Pl.-n): Insektenmade; komischer Einfall(1781 b. Kindleben); raupenartige Qua- sten(1813 bei Campe Räupchen für Chenille aus Gold- od. Silberdraht). In der 1. Bed. md. 1340 rbpe f., um 1480 im Voc. inc. teut. aa 2 raupe, 1489 bei Brack i la raup(1495 rupp), and.(?) rüpa(Graff 2, 360), mnd. rüpe f., wo- neben in Franken im 15. Jh. rapp(Voc. 1482 aa 4b), rappe(Nürnb. Pol.-Ordn. 330, 3); dazu ndl. 1598 rupse, rupsene, ruepsene. Viell. zu ruppig. Abg. ryba f.«Fisch» entspricht laut- lich genau, doch lassen sich die Bedd. kaum vereinigen. Dafür in Bayern Graszwurm, ahd.
grasawurm m. 4B L. raupen, v.: Raupen absuchen, nürnberg. 1415 rappen, mnd. 1431 rupen. ZUS. Raupennest, n., 1595 b. Rollen- hagen Froschm. 1, 2, 24. 1Rausch, m.(Jels, Pl. Räusche): die Prei- selbeerstaude usw. 1505 in der Straßburger Gemma y 3 rusch, mhd. rusch(e) f.«der Brüsch(s. d.), Mäusedorn, Binse», mnd. rusch Binsey, aus lat. ruscus f. u. ruscum n.«Mäuse- dorny, woher auch ndl. rusch m.«Binsey, ags. rysc m., rysce f., engl. rush Binsey. 2Rausch, m.(lels, Pl. Räusche): das Rau- schen(Goethe Faust 9964); Halbtrunkenheit. In 1. Bed. mhd. räsch m.«rauschende Be- wegung, Ungestüm, Anlauf» zu 1rauschen; in der 2. Bed. zuerst im 16. Jh.(1551 bei Scheidt Grob. 2557 Reuschlin, 1575 im Garg. 27 Rausch, mnd. 1563 rüsch m.), offenbar ein Ausdruck des Trinkerwitzes, der in die Nachbarländer drang: ndl. roes, schwed. rus, dän. /⁴s, isl. russ«Rauschꝰ, engl. rouse«Zechgelage». Dazu das Dim. Räuschchen, n.: Flackerfeuer im Ofen, 1777 bei Adelung als obd. irauschen, v.: Geräusch machen, wie wind- bewegte Blätter, strömendes Wasser usw. Mhd. ruschen, riuschen, auch«sich mit Getöse be- wegen, stürmen»; dazu mnd. rüschen, rüsken, ndl. 1598 ruygschen«xrauschen, engl. rush«stür- zeny. Von einer Wz. rus(mnd. rãsen xlärmen, toben?, ndl. roesen«sausen, brausenꝰ, dän. ruse «sausen, lärmen, eilen, stürzen?, schwed. rusa davoneilen»), die viell. zu aind. r⁶3 ⁸ε, rugati cist unwirsch, zürnt», lit. rästi«zornig werden» zu stellen ist. 4 L. Rauscher, m.: Most mit starker Kohlensäureentwicklung. Rheinisch. ZUS. Rauschgold, n.: Knittergold, aus Mes- sing geschlagen, 1678 bei Krämer. ²rauschen, v.: brünstig sein, sich begatten. Von Sauen 1777 bei Adelung, von Wildgänsen 1557 bei Heußlin Vogelb. 34 b neben reischen 622 u. 192¹, reisch sein 239 2, reusch sein(1584 bei Heiden Plinius 375), reyisch sein(1602 bei Kirchhoff Wendunmut 166), abgel. von reihen «sich begatten»(s. d.); dazu ndl. 1598 ruyssen «brünstig, läufisch seiny.
Rauschgelb, n.(-s): geschwefelter Ar- senik, bes. rotgelber. 1546 bei G. Agricola 484 Reuschgeel od. Rosgeel, 1556 bei Frisius 1178 b Reuschgäl oder Roßgäl«Bergrot»; dazu ndl. rusgeel. Abgeleitet von ital. osso rot», aus mlat. rοssεμε, lat. rεμςεεαα⁴ς αroty.
Rauschgold, s. rauschen.
Rauschgrün, n.(-v): grüne Saftfarbe aus den Beeren des Kreuzdorns(rhamnus cathar-


