Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
539-540
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539 rauch

Raum 540

mit räuchen zg8. Räuchaerk n., bei Luther Reucheoerg. Ferner von Rauch abgeleitet: rauchig, adj.: voll Rauch, 1429 rauchig, aber mhd. rouchic, rauchigcübelriechend, dunstend, spätahd. röchig«rauchend». ZUS. mit Rauch: Rauchfang, m.(-d, Pl.-fänge): Fang- u. Zug- röhre für den Rauch, Schornstein, Anfang des 15. Jh. rauchfankch(Diefenbach gl. 251°), 2gs. mit mhd. vanc m.«das Auffangendes; Rauch- fangkehrer, m., 1678 bei Krämer. Rauch- faß, n.: Gefäß zum Räuchern, mhd. rouchva, n. Rauchfleisch, n.: geräuchertes Fleisch, namentl. Rindfleisch(Hamburger R.). Raueh- huhn, n.: Huhn als Abgabe der Bauern vom eignen Rauche od. Herde an den Grundherrn, mhd. rouchhuon n. Rauchkammer, f., 1664 bei Duez. Rauchopfer, n., 1691 bei Stieler, aber bei Luther das mit räuchen(s. rauchen) z98s. Reuchopffer. Rauchschwalbe, f., hi- rundo rustica, in großen Kaminen nistend, 1517 bei Trochus H4 b. Rauchtopäs, m., 1778 im Bergm. WB.

rauch, adj.: mit Haaren, Federn, Stacheln bewachsen(Wieland Idris 3, 21). Nebenform zu rauh(s. d.). ZUS. Rauchfrost, s. Rauh- frost. Rauchhandel, m.: Handel mit Rauch- werk, 1768 bei Moerbeek; aber bereits 1678 bei Krümer Rauhhändler m. Rauchholz, n.: Waldholz noch mit seinem Laube, 1777 bei Adelung(mhd. rüher walt«dichter Waldy, im 15. Jh. bei Wolkenstein 48, 23 rauche este cbelaubte Astes). Rauchware, f.: Pelzware, 1614 bei Hulsius Schiff. 12, 39. rauehwarm, adj., bei Goethe Faust 6587 vom Pelz. Rauch- werk, n.: Pelzwerk, 1570 b. Agricola Sprichw. 253 b; 1642 b. Duez Rauhzwerek.

Räude, bayr. auch Reude, f.(Pl.-n): Hautkrankheit mit Bläschen u. Grind. Mhd. rade u. riude, ahd. rüda(auch Geschwür) u. riudã f.; dazu and. rhütho m.(für hratho), ndl. 1598 rur*d⁴ f.«Räude», anord. hrädr m.«Schorf, Grind auf einer Wunde». Viell. stammverw. mit lat. crücas«blutig, rohy, cruor m.«Blut, ir. eraaid chart, fest», lit. Krasjas m.«Blut», aind. Kräräs«wund, rauh, blutig, grausam? usw. 4BL. räudig, adj., mhd. riudec, radec, ahd. radig, mnd. rüdich u. rüderich; die RA. vom räãudigen Schaf schon im 15. Jh.; davon Räudigkeit, f., spätmhd. im 14. Jh. rädic- hait, mnd. räãdiicheit f.

Raufe, f.(Pl.-/): Futterleiter im Pferde- stall(1420 bei Diefenbach gl. 126* rauffe, mnd. rope); eiserner Kamm zum Abstreifen der Flachsknoten(1734 bei Steinbach). Von

raufen, v.:(zugreifend) bis zum Ab- oder Ausgehen reißen. Mhd. roufen, ahd. roufan, md. reufen(bis ins 18. Jh., 1722 bei Freyer räufen); dazu mnd. ropen, roppen, rofen, mndl. roopen, ags. rĩpan, rspan ausreißen, abrupfen, got. raupjan«rupfen. Gleichen Stammes wie Raub u. rupfen. 4BL. Raufer, m., 1691 bei Stieler, von einem Händelsüchtigen; davon Rauferéi, f., bei Campe 1809. ZUS. Rauf- bold, m., 1744 b. Zachariä Renommist. Rauf- degen, m., 1691 bei Stieler. Raufhandel, m., 1615 bei Albertinus Landtstörtzer 38.

Raugraf, m.: früher ein oberrheinischer Grafentitel, urspr. Graf über wildverwachsnes, unangebautes Land(s. raah, rauch). Mhd. rgrãve, rühgräve, md. 1322 rühegréve, 1411 rüwwegréfe(Janssen 1, 224). Vgl. Wildgraf.

rauh, adj.: merklich uneben; sehr unzart; empfindlich unfreundlich. Nhd. eig. rauch, rauhes, wie hoch, hohes, doch hält sich rauch nur in Zss. Mhd. rüch, rühe,(ve)«haaricht, zottig, uneben, hart, streng, ungebildet», ahd. rüh cbaaricht, struppig»; dazu mnd. rã⁴(e), rũge(and. nur in rũgi, rüwi f. crauhes Fello), mndl. ruych, ruygh, ags. rüh, engl. rough crauch, uneben, rauh», entl. dän. rus. Viell. urverw. mit lit. rukti«runzelig werden», raükas m. «Runzel», aind. rüksäs«rauch, trocken, mager, bitter». Vgl. Walde unter rũãga. S. rauch. 4BL. Rauheit, f., 1641 bei Weckherlin 1, 481 F. Razeheit, dafür 1678 b. Krämer Rauhig- keit, älternhd. Räuhe, mhd. rähe, riuhe f. rauhen, v.: Gewerkswort bei Bürsten-, Tuch- machern, Strumpfwirkern u. a. crauh machem. Mhd. riuhen. ZUS. Rauhbein, n.: Bezeich- nung eines ungeschliffnen Menschen. Vgl. ZfdW. 3, 100. Rauhfrost, m.: Frost, der rauhen Reif um Bäume u. Gräser bildet. 1798 bei Adelung Rauchfrost. Ebenso Rauhreif, m. Rauhwacke, m.: Tuffstein. Zgs. mit Wacke(s. d.). 1777 bei Adelung.

Rauke, f.: die Pflanze brassica eruca, Senf- kohl, weißer Senfsamen. 1712 bei Hübner. Wie glbd. ital. ruca, frz. roquette f., engl. rocket, aus lat. érlca f.«Senfkohly.

raum, adj.: weit. Noch seemännisch raume See(b. Röding)«hohe Sees, auch dün.-schwed. rum Sjö. S. Raum.

Raum, m.(Jels, Pl. Räume): der Ort zu einer Ausdehnung, Platz zu freier Bewegung od. zum Aufenthalt; die zeitliche Ausdehnung, Zeitraum(schon mhd.); von festen Grenzen eingeschloßne Stätte(im 17. Jh. bei P. Ger- hardt). In der 1. Bed. mhd. rüm, rün, roum m.,