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ticus), auf den der Pflanzenname Rausch(s. d.) hier übertragen ist. 1777 bei Adelung.
räuspern, v.: Unreinigkeit im Halse mit Geräusch ausstoßen. Im 15. Jh. rasperen, reus- pern, reiſperen, Iterativ zu glbd. mhd. riuspen; ebenso im 15. Jh. rüspeln, im 16. Jh. reuspeln u. spätmhd. rêstern, reustern, rünstern neben riusten(Diefenbach gl. 209 b). Viell. ist der Stamm lautnachahmend. Doch kann mhd. riuspen auch für riufsen stehen u. zu ahd. roffazan, mhd. rofzen«rülpsen» gehören.
1Raute, f.(Pl.-n): Name verschiedner Pflanzen. Mhd. /56te, spätahd. rüta f.(vgl. Zfd W. 6, 194), mnd. ride, ndl. 1598 ruy,te, ags. rũde, rũte f., aus glbd. lat. rãta, gr. Surij f., woher auch frz. rue, ital. ruta, prov.-span. port. ruda f. ZUS. Rautenkranz, m.: der Rautenzweig im sächsischen Wappen, 1542 bei Schade Sat. 1, 62, 252.
2Raute, f.(Pl.-n): viereckige Fläche; gleich- seitiges schiefwinkliges Viereck; Carreau in der Spielkarte(1664 b. Duez 1, 825* Rauten f.). Spätmhd. und mnd. rte f.«schiefwinkliges Viereck in der Heraldik u. Fensterrautes, im 15. Jh. raute, ndl. 1598 rugte«Würfelfläche, viereckige Fläüchey. Dunklen Ursprungs. Vgl. AfdA. 21, 303.
Rayön(spr. jo), m.(-s, Pl.-S, bayr.-e): Umkreis(bes. einer Festung); Bezirk. Das frz. rawon m., das zu lat. radius m.«Strahl⸗ gehört. 1709 bei Hübner.
Razzia, f.(Pl.-s, auch-ien): Plünderungs-, Streifzug. Im 19. Jh. aus glbd. frz. razzia f., von arab. gäzja«Beutezug»(in der Berberei).
Reagéns, n.(Gen. wie Nom., Pl.-génæien): Wirkung ausübender Stoff; Prüfungsmittel. Ein nlat. Part. Präs. von lat. reagere s. u. 1834 b. Petri Reagéntia. Bes. in der Zss. Reagénz- glas, n.
reagieren, v.: gegenwirken. Bei Goethe 41, 1, 93 aus der Sprache der Chemiker, von lat. re-«zurück» u. agére ctreiben, wirken. Reaktiön, f.: Gegenwirkung, Rückschlag, insbes. im politischen Leben. Im 19. Jh. Vgl. Ladendorf. In politischem Sinn noch nicht 1813 bei Campe, aber 1834 bei Petri. Vgl. noch Zfd W. 8, 131. Dazu Reaktionär, m.: Rück- schrittler. Aus frz. réactionnaire. 1834 b. Petri.
reãl, adj.: sachlich, dinglich; wirklich. 1678 bei Krämer, aus mlat. realis«wesentlich, von lat. res f.«Sache, Ding, Wesen. Reädlien, Pl.: erhebliche Dinge, Sachen von Wert; Sach- kenntnisse, Sachwissenschaften. Nehring 1710 bes.«Realien in einer Predigt, denkwürdige
Sachen, nicht nur bloße Worte», 1703 bei Wächtler realia. realisieren, v.: verwirk- lichen(Goethe 26, 44); in klingende Münze umsetzen. Nach glbd. frz. réaliser. Realis- mus, m.: Wirklichkeit; Weltanschauung, die im Gegensatz zum Idealismus steht. 1790 bei Kant Urteilskraft(Reclam) 222, 276. Realist, m.(en, Pl.-en), bei Schiller 10, 511 ff. Da- von realistisch, adj. Realität, f.(Pl.-en): Sachlichkeit, Wirklichkeit; im Pl. Grundeigen- tum, Grundstücke. 1728 bei Sperander, aus mlat.(1120) realitas f. Grund und Bodeny. Reälpolitik, f.: praktische Politik im Gegen- satz zur Idealpolitik. 1853 von Diezel gebildet. Vgl. Ladendorf. Reälschule, f.: höhre Schule für die Sachkenntnisse, zuerst 1706 bei Chri- stoph Semler(† 8. März 1740), Archidiakonus an der Ulrichskirche zu Halle a. S. u. Schul- inspektor, der den Namen unter der nähern Bestimmung mathematische u. mechanische Real-Schuley für eine dort von ihm zu beßrer u. weitrer, gleichsam höhrer Ausbildung ge- gründete Handwerkerschule bildete.
Rebbes, Rabbes, m.: Wucher, Gewinn, Profit. 1768 im Brem. Wb. aus dem Juden- deutsch(aram. ribbithã).
Rebe, f.(Pl.-n): Schlingschößling eines Gewächses und zwar zuerst des Weinstocks. Mhd. rebe f. m., ahd. repa, reba f. u. rebo m, (daher noch bayr. Reb m.), mnd. winrave m., dafür got. weinatains m.«Weinzweig, Wein- rutey». Gleichen Stammes mit Rippe(s. d.). Eig.«das Umschlingende», wie mhd. hirnribe, -rebe, ahd. hirnireba f. die das Gehirn um- fassende Knochenbildung, Hirnschaley, mhd. ougenrebe f. m.«Augey. ZUS. Rebensaft, m.: Wein, im 15. Jh. Reblaus, f.: das Insekt phylloxera vastatrix, 1865 aus Amerika zu uns gekommen.
Rebékka, Frauenname, hebr.-lat. Rehecca, aus hebr. Ribhgd.
Rebéll, m.(-en, Pl.-en): Aufrührer. 1547 bei Hortleder 571, aus glbd. frz. rebelle m.(eig. Adj. in der Bed.«aufrührerisch», woraus im 15. Jh. entl. das schweiz. Adj. rebell), von lat. rébellis«der Widerspenstige», eig.(als Adj.) den Krieg erneuernd»(von re-«zurück, wie- ders, bellum n. Krieg»), cempörerisch». rebel- lieren, v.: sich auflehnen, empören, 1551 bei Liliencron 4, 578², 1571 b. Rot, wie frz. rebeller aus lat. rebellare«den Krieg erneuern, sich auflehnen».(Daraus volkstümlich rebéllern, bei Goethe 18, 24.) Rebelliön, f.: Empörung, 1551 im Augsburger Reichsabschied, 1557 bei


