Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
533-534
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533 Rastrum

Rate 534

nlat. rastrale n., von lat. rastrum n.«Karstꝰ, im Mlat. cRechen». Dazu rastrieren, v.: mit dem Linienzieher Notenlinien ziehen.

Rastrum, m.(-S): das Leipziger Stadt- bier. 1517 bei Trochus Q2, gelobt 1520 bei Luther 2, 269 b J., im 19. Jh. Raster m., bis etwa 1840 in Leipzig gebrautes, dünnes Braunbier(Albrecht 190 b). Von lat. rastrum n. «Karst, Hacken, im Mlat.«Recheny. Das Zeichen der Häuser, worin jenes Bier ge- schenkt wurde, war nämlich von Alters ein eiserner Rechen mit einem darauf stehenden langen Glase od. Topfe, weshalb dies Bier scherzhaft bei Fischart Garg. 86 Leipsisch Rechenrastrum genannt wird.

Rasür, f.(Pl.-en): Haarschur(1482 im Voc. theut. aa 4 b); Ausschabung, Auskratzung der Schrift(1571 bei Rot). Aus lat. rãsãra f. cdas Schaben, Kratzen, Abscheren», im Mlat. die auf dem Kopfe geschorne Platte, Aus- tilgung von Schrift», von lat. rãdére«schaben, kratzen, rasieren?.

Rat, m.(-els, Pl. Räte): UÜberlegung zu einem Entschlusse; aus Uberlegung hervor- gehendes, an jemand abgegebnes Urteil, um ihm zur Erreichung einer Absicht behilflich zu sein; aus UÜberlegung hervorgehende Vor- sorge, Abhilfe; Gesamtheit der zur Beratung angestellten Beamten; ein zur Beratung an- gestellter Beamter. Mhd. u. ahd. rãt m.(-tes), in den beiden letzten Bed. erst im Mhäd., aber schon im Ahd. auch«vorhandne Mittel wozu(gleichsam Zurüstung), Frucht-, Ver- mögensfülle»(vgl. Gerät, Haus-, Vorrat, Un- rat); dazu asächs. rãd m. Beratung» usw., afrs. réd, ags. rãd m., anord. rad n. RA. mit Rat, mhd. mit räte«mit Uberlegung, überlegter, kluger Weises; zu Rat: entschlossen, einig(Goethe 16, 291), im 15. Jh. u. älternhd. zu Rate werden«zu einem Entschlusse kommen); zu Rat halten zu Vorsorge, Abhilfe be- wahren, nicht fortgeben»(bei Luther Sirach 19, 1); es wird Rat, mhd. ez wirt rät ces wird Abhilfe, es wird gesorgts. raten, v. (Präs. rate, rätst, rät, Prät. riet, Konj. riete, Part. geraten, Imp. ratſe]): überlegen, um einen Entschluß zu fassen(hauptsächlich in der RA. raten und faten u. dann schwach gebeugt); ein Urteil abgeben, um zur Er- reichung einer Absicht behilflich zu sein; aufs Ungefähre urteilen. Mhd. räten(Präs. räte, rœtes, rætet, Prät. riet, Part. geräten)«Rat geben, beratschlagen, auf etwas sinnen, mut- mafßen, erraten, Rätsel raten, auffordern, be-

fehlen, in sorglicher Absicht bereiten, ver- schaffen, ahd. rãtan(Prät. riat, Part. girãtan); dazu asächs. räãdan, ndl. raden, afrs. réda, ags. rdan,(engl. read«lesen»), anord. räda, got. in garédan auf etwas bedacht sein», urrédan caussinnen». Urverw. mit abg. raditi csorgeny, air. imm-rädim cüberlege, über- denke», aind. rãdhjati ckommt zurecht, bringt zustande⸗, awest. rädaiti«macht zurecht». Vgl. noch Feist Got. EWB. 483L. von Rat: rätlich, adj., mhd. rætlich«was anzuraten ist, ahd. nur in unrãtlih«unbedachtsamy; in der Bed.«sparsam, zu Rate haltend»(Adelung) 1551 bei Scheidt Grobianus 3094. ratsam, adj.: ratgebend(bei Voß, 1595 im Froschm. 2,2, 10); anzuratend(1616 b. Henisch); sparsam (1531 bei S. Franck Laster der Trunkenheit B 3 b). ZUS. mit Rat: ratfragen, v.(Präs. ratfrage, Praät. ratfragte, Part. geratfragt): um Rat fragen, mhd. rätvrägen, ahd. rät- frũgn, von ahd. rãtfräga, mhd. räturãge f. rage um Rat, Beratung, Ratsverhandlung». Ratgeber, m., mhd. rätgeber m., eingetreten für glbd. mhd. räfgeb(e), ahd. rätgebo m.; dazu asächs. räãdgebo, afrs. rédjeva, ags. rν⁴- gifa, anord. rãdgjafi m. Rathaus, n., mhd. im 14. Jh. räthas n. ratlos, adj., 1561 bei Maaler radtloß. Ratsehlag, m.(-s, Pl. Sschläge): gegebner, gefabßter Rat, nach UÜberlegung ge- faßter Entschluß. 1462 bei Beheim Wiener 25, 17 in rätslag gén, 1495 bei Reuchlin De- mosthenes 1. olynth. Rede S. S iren radtschlag mitteylen. Davon ratschlagen, v.(Präs. ratschlage, ratschlagest, ratschlagt, Prät. rat- schlagte, Part. geratschlagt, Imp. ratschlage): überlegen ob u. wie zu tun, spätmhd. rät- slagen, ahd. rãtslagön, bei Luther das Prät. auch starkflekt. rathschlug, wie schon in der 1. H. des 15. Jh. bei Eberh. Windecke rãtsläc neben rãtslagete. Die urspr. sinnliche Bed. ist cden Kreis zum Rate, zur Beratung schlagen», wie«den Ring schlagen», den Kreis, in dem sich die Menge versammelt(DW. 5, 2146). Ratschluß, m(Pl.-schlässe): nach Uber- legung gefaßter Beschluß, 1663 bei Schuppius 417, aber 1664 bei Duez Rathsbeschluß oder Rathschluß senatus consultum». Z0S. mit dem Gen. Rats-: Ratsdiener, m., 1616 bei Henisch. Ratsherr, m., mhd. rätherre, noch bei Luther Ratherr neben Ratsherr. Ratskeller, m., 1691 bei Stieler. Rats- schreiber, m., 1618 bei Schönsleder. Rate, f.(Pl.-n): verhältnismäßiger Zah- lungsteil, anteil. Im 19. Jh.(noch 1809 bei 34*