Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
531-532
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531 rasieren

Rastral 53²2

vorsprudelnꝰ*, épum f. Schwung, Wurf». 43L. Raseréi, f., md. 1343 räserie f.

rasieren, v.: scheren, barbieren(1694 bei Nehring); schleifen, dem Boden gleich machen. (Im 17. Jh.; 1678 in des Ratio-status Schwätz- Gesichtern 2, 1, 19); ndl. 1598 raséren. Aus glbd. frz. raser, von mlat. rasare, zu lat. rãdère «schaben, abscheren, rasieren.

Räsön, Raisön(spr. räag), f., namentlich in der RA. R. annehmen«vernünftig werden-, æur R. bringen. Das frz. raison f. von lat. ralio f. (s. u.). Im 17. Jh.

räsonieren, v.: verständig worüber reden; nach Vernunftgründen untersuchen u. beur- teilen; worüber schwatzen; gegenreden; nach- teilig worüber reden. In der 1. Bed. 1694 bei Nehring. Aus glbd. frz. raisonner, von mlat. racionare cberechnen, sprechens, zu lat. ratio f.«Berechnung, UÜberlegung, das Denken.

Raspe, f.(Pl.-n): Raspe, Feile; Reibeisen; Raäude. In der 1. Bed. im 16. Jh. bei H. Sachs 1, 17, 63 Göd., in der 2. Bed. 1605 bei Hulsius. Entl. aus afrz. raspe(jetzt räpe), span.-port. raspa f. Raspelo, ital. raspo m.«Räude, Krätzes, die auf ahd. raspon zusammenraffen» zurück- gehen(weitre Abl. s. Rapp u. 2²⁸ Rappe).

Raspel, f.(Pl.-n): grobe Feile. Im 16. Jh. bei Fronsperger Kriegsbuch 1, 112² Raschpel oder Holtzfeyl. Von raspeln, v.: kratzend, zusammenscharren(1517 bei Keisersberg Brö- samlin 1, 25 5b); mit der Raspel schaben(1678 bei Krämer). Iterativ von raspen, ahd. raspõn, s. Raspe. ZUS. Raspelhaus, n.: Zuchthaus, worin die Ubeltäter mit schweren Holzraspeln das Bresilholz zerkleinern mußten, 1678 bei Krämer.

rüß(mit), adj.: scharf, beißend. Obd., auch fränkisch. Mhd. rꝭe, md. réze, ahd. rãgi creißend, wild, heftig, hitzig; keck, munter; scharf vom Geschmack, prickelnd, herbes. Herkunft nicht sicher. Nach Weigand zu lat. rãdere«scharren, schaben, kratzen», aind. rãdati ckratzt, ritzts, od. zu lat. rõdere cbe- nagen, nagen. Vgl. Walde.

Rasse, f.(Pl.-n): Geschlecht, Art; Ge- zücht. In der 1. Bed. 1728 bei Sperander Race, im derben Sinne bei Schiller Wallenst. Lager V. 199; von Herder zur Philos. 4, 180 als unedles Wort bezeichnet. Aus glbd. frz. race f.(16. Jh.), von ital. raaza f.(14. Jh., meistens in verächtlichem Sinne von Menschen), span. port. raza f. Unsichrer Herkunft. ZUS. Rassenkampf, m., Schlagwort seit Ende der 70 er Jahre. Vgl. Ladendorf.

V

Rassel, f.(Pl.-n): um einen hölzernen Stiel laufende Schnarre, Klapper. 1556 bei H. Staden 128 Neudr.; dazu nd. u. 1598 ndl. ratel f., ags. hrætele, engl. rattle«Klappers. Von rasseln, v.: ein hartes Geräusch von sich geben, wie z. B. bei Bewegung der Ketten usw., klappern(bei Luther), mhd. razzeln, rasslen«lärmen, tobenꝰ, Iterativ von mhd. razzen«geräuschvoll tobens, neben mhd. ratzen«rasseln⸗; dazu nd. rateln, räteln, ndl. 1598 ratelen, engl. rattle«klappern, plappernꝰ. Vgl. Ratsche u. Btr. 29, 520.

Rast, f.: das Ausruhen;(Pl.-en): Aus- ruhezeit. Im 15. Jh. rast, mhd. raste f.«be- stimmte Wegstrecke, etwa Meile», dann«Weile, Verbleib um zu ruhen, Ruhe mit Verbleib, ahd. rasta f.« Wegmaß von drei Wegstunden»; dazu asächs. rasta, resta f.«Ruhe-, Toten- lager⸗, mndl. raste, ags. rœst, rest f. u. engl. rest«Ruhe, Ruhestätte, anord. röst f., schwed.- dän. rast, got. rasta f.« Wegstrecken. Daneben ahd. rest? f.«Ruhe, Sicherheite, mhd. rest e), mnd. reste, roste f.«Ruhe» u. schweiz. Rast m.(-es)«zugemeßne Arbeit»(schon 1561 bei Maaler),«gewisse Zeit, Weiles, im Kriegs- wesen des 16.18. Jh. Rast m. das vor- letzte Zeichen mit der Trommel zum Auf- bruche». Weiter dazu mit Ablaut Rüste. Eigentlich wohl eine Partizipialbildung von einer Wurzel*ras«verweilen», die viell. auch in got. razn n. Hausy steckt. Dieses*ras- verhält sich zu in Ruhe, gr. épun etwa wie gr. cßevvunn«lösches(aus chec) zu cen- in k-chnv. Vgl. noch Idg. Forsch. 18, 237. 4B1. rasten, v.: ausruhend verweilen, mhd. rasten neben resten, ahd. rastön neben restan, asächs. restjan u. rastön, mnd. resten, ags. restan«ausruhen. ZUS. rastlos, adj. u. Rasttag, m., 1691 bei Stieler.

Rästel(so bayr.), n.(-S, Pl. wie Sg.), Rastéll, n.(Pl.-e): Drahtgitter. Urspr. in Osterreich heimisch, aber in neurer Zeit weiter verbreitet, namentl. in der ZUS. Rastel- binder, m., wie die herumziehenden slowa- kischen Kessel- u. Topfflicker heißen. Aus ital. rastello m. Schutzgitter, von lat. ra- stellum n., mlat. auch Netzgeflecht.

Raster, n. m.(-S, Pl. wie Sg.): liniierte Glasplatte, wie sie bei den Zinkätzungen ver- wendet werden. Von lat. rastrum, s. Rastrum. In neurer Zeit.

Rasträl, n.(-els, Pl.-e): Linienzieher zu Noten, aus fünf dicht zusammenstehenden Metallfedern bestehend. 1571 bei Rot. Aus