Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
527-528
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527 Rapp

Raps 528

liche Spanier(schzwimmend) ihre Rappier in die Mãuler genommen. Aus frz. rapiere f. clanger spanischer Degeny, woher auch ndl. 1598 bei Kilian rapier, engl. rapier. Unerklärt.

Rapp, m.(-en, Pl.-en): Traubenkamm. Im mrhein. Voc. ex quo 1469 der druben rappe, außerdem im 15. Jh. rap(e), rapp(Diefenb. gl. 482 b). Aus glbd. frz. rãpe f., ital. raspo m., prov. raspa f., mit g im Anlaut ital. graspo m., frz. grappe f., die dem Germ. entl. sind, ahd. raspôn, mhd. raspen usammenraffen». Vgl. Rappe u. Raspe.

1Rappe, m.(-n/, Pl.-/): rabenschwarzes Pferd. 1581 bei Fischart Bienk. 215³ Rapp m.; mit Hinblick auf die schwarze Farbe bervor- gegangen aus mhd. rabe, rappe, spätahd. rab(b)o m. Rabey. Vgl. Knappe.

*Rappe, f.(im 16. Jh. auch m.): Ausschlags- krankheit in der Kniebeuge u. an der vordern Fläche vom Sprunggelenke des Pferdes. Mhd. rappe, rapfe f.(woraus ital. rappa f.), bayr. Rãpfen f., eins mit ndl. im 16. Jh. rappe f. «Grind auf der heilenden Wunde, die Krätze, Räudes, bayr.(aus Mitteldtschld. eingedrungen) Rappen f.«Krätze, Räudes, schwäb. Rüppe f. Krätze». Von ahd. rafjan, raphen«verhar- schen»(von einer Wunde), noch öst. rapfen, bayr. gerãpfen, sich räpfen«sich mit einer rauhen Kruste überziehen»(von der Erde bei Frost u. von Schnee), ahd. räyfi«rauhs.

²Rappe, f.(Pl.-n): Reibeisen(schweiz els.); Schnupftabaksreibe. 1783 b. Jacobsson Rape f. Aus glbd. frz. räpe f., afrz. raspe, span. port. raspa f.«Raspelꝰ, von frz. räper craspeln, abkratzen, abschaben, reibenꝰ, ital. raspare cabkratzen, span. port. raspar«schabenꝰ, aus dem Germ. entl.(s. Rapp u. Raspe).

Rappel, m.(-s): Verrücktheit, plötzlich aufsteigender Zorn, bei Campe 1809; dazu Rappelkopf, m. u. rappelköpfisch, adj.: Jähzornig, leicht u. selbst ohne Grund auf- gebracht, un-, irrsinnig, 1691 bei Stieler von einem kollerichten Pferd, 1655 bei Talitz Reiß- gespahn Nr. 113 von Menschen. Von rappeln, v.: Kappern(1669 im Simpl. 170); raffen(1632 bei Dietr. v. d. Werder Ariost 8, 36, 3),(refl.) sich aufraffen(im 18. Jh.), ähnlich im 16. Jh. bei Götz v. Berlichingen 237 sich im Sattel einrapeln); unsinnig, irrsinnig, nicht recht bei Verstande sein(Wieland gold. Spiegel 2,7), auch es rappelt einem(Wagner Kindermörd. 12) od. bei einem. Wie raffeln(s. d.) von raffen, so ist rappeln abgel. von rappen(Luther 5, 85 b, noch b. Wieland 21, 38 sich zusammen rappen),

der md. u. nd. Form von raffen, mnd. rapen nebst dem mnd. Adj. rap«schnell, geschwind). In der 4. Bed., zu der ndl. 1598 ravelen, re- velen, reven«geistig aufgeregt, irrsinnig sein» gehört, hat man an Ableitung von md. reben (träumen, verwirrt sein, von Sinnen sein, 13. Jh.) gedacht, das aus frz. réver cträumen, irre reden, phantasieren» entl. ist(woher auch engl. rauve«phantasieren, nicht bei Verstande sein, rasen»), zu lat. rabére crasen, wüten?.

Rappen, m.(-s, Pl. wie Sg.): schweize- rische Scheidemünze, jetzt der 100. Teil eines Franken. Zuerst als Kolmar rappen im 14. Jh. Seit 1403 Münzeinheit des sog. Rappenmünz- bundes(Basel, Freiburg i. B, Kolmar u. a.). Eins mit obd. Rapp m.(s. Rappe). Nach E. Schrö- der ursprünglich eine spöttische Bezeichnung der schlechten Pfennige, die der Herr von Rap- poltstein bei Kolmar 1291 unbefugter Weise prägte. Vgl. Schweiz. Id. 6, 1178.

Rappört, m.(*s, Pl.-e): Bericht, Meldung; Beziehung. In 1. Bed. 1617 bei Wallhausen Corp. militare 220. Aus glbd. frz. rapport m., eig.«das Wieder-, Anbringen», von mlat. re- aportus m.«(schriftlich erstatteter) Bericht». rapportieren, v.: melden, im 17. Jh.(1694 bei Nehring) aus frz. rapporter«wieder-, an- bringen, berichten, melden, auf etw. beziehen, von mlat. reapportare, reaportare Bericht er- statten», zgs. aus lat. re-«urück» u. apportare cherzutragen»(lat. ad«zuꝰ, portäre«tragen).

Rappuse, s. Rapuse.

1Raps(preuß. nur so), Reps(öst.-bayr.), m.(-es, Pl.-e): die gelb blühende Kohlpflanze brassica napus, aus deren Samen Brennöl ge- schlagen wird. Erst im 18. Jh.(1809 bei Campe Rapps m., 1793 bei Nemnich Näps u. 1777 bei Adelung 3, 1505 Reps als obd.). Ahnlich wie Rübsen, Rühs aus Rübsamen, ist R. gekürzt aus glbd. Rapsaat, f.(Pl.-en), nordd. 1664 bei Duez Rapsaat od. Rapsamen, um 1500 md. rabsamen(Michelsen Mainzer Hof in Erfurt 22), nndl. raapzaad, lat. semen rapicium«Rüb- samen»(Cato de re rustica 134); rãpicius ist das Adj. von lat. rãpa f.«Rübes.

2Raps, m.: das Raffen, Wegraffen(1664 bei Duez 1, 837 b Raps machen); plötzlicher Anfall von Verrücktheit, Rappel(Tieck 1, 346). In der 2. Bed. angelehnt an mlat. raptus m. Verzückung des Geistes, Unsinnigkeits s. d. flg. Von rapsen, v.: eilig raffen, mit Geschwindig- keit zugreifend wegnehmen, 1685 Simpl. 1, 521, 35 Klr., 1664 b. Duez 1, 837 5, Iterativ zu rappen G. rappeln), nd. rapen. Vgl. Rappuse, ripsraps.